Zu viele Pakete

TuxMate – der Linux-Bulk-App-Installer

Für viele Anwender, die von Windows kommen, ist ein Tool wie Ninite ein wichtiges Tool: einmal anklicken, und alle gewünschten Programme installieren sich, ohne dass man verschiedene Websites besuchen und deren Installationsvorgaben abarbeiten muss. Linux-Umsteiger haben nun mit TuxMate etwas Vergleichbares bekommen.

TuxMate to the Rescue

TuxMate ist keine Paket-Zentrale mit eigenen Installern, sondern eine kleine Web-App, die ein maßgeschneidertes Terminal-Kommando für die Installation vorher angehakter Anwendungen generiert. Zunächst muss allerdings oben rechts eine Distribution gewählt werden. Neben Ubuntu, Debian, Arch, Fedora, openSUSE und Nix stehen auch Flatpak, Snap und Homebrew zur Auswahl. Die Auswahl ist bei Weitem nicht komplett, aber Derivate fallen unter die jeweilige Mutter-Distribution.

Für Einsteiger und Distro-Hopper

Gerade für Leute, die Linux erst kennenlernen und noch nicht so vertraut sind mit Paketnamen, Repositorien oder den Eigenheiten der verschiedenen Distributions-Tools, kann ein solches Interface einen entscheidenden Komfortgewinn darstellen. Aber solch ein Dienst ist nicht nur etwas für Einsteiger, sondern er erspart auch erfahrenen Nutzern und Distro-Hoppern, die nach einer Neuinstallation schnell wieder zu ihrem gewohnten Set-up kommen wollen, Zeit und unnötige Tipparbeit.

Nach der Distro-Auswahl hangelt man sich durch die kuratierten Kategorien und hakt zu installierende Anwendungen an, während der entsprechende Installationsbefehl für den zur gewählten Distribution passenden Paketmanager am unteren Rand des Fensters wächst.

Noch überschaubar

Die App-Liste ist derzeit noch überschaubar, sie deckt rund 180 Apps in 15 Kategorien wie Browser, Medien- und Entwickler-Tools, Multimedia-Programme, Gaming oder VPN-Clients ab. Der am Ende resultierende Befehl kann kopiert und in ein Terminal gepastet und ausgeführt werden.

Nicht alle Distributionen unterstützen jede App, die in TuxMate angeboten wird. Nicht unterstützte Apps für die gewählte Distribution werden grau dargestellt und mit einem Ausrufezeichen versehen, das beim Mouseover anzeigt, warum die App in der Distribution nicht installierbar ist und wie man sie trotzdem installieren kann, etwa als Flatpak.

Auch zum Selfhosting

Der Quellcode ist auf GitHub verfügbar. Die Web-App lässt sich per Docker verpackt auch selbst hosten. Die Roadmap verrät, was bereits umgesetzt ist und was noch in Planung ist.

Foto von cottonbro studio

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

7 Kommentare

    1. Durchblick ja, Distrohopping definitiv nein. Es schadet sicher nicht, sich mal über den Tellerrand mit einer anderen Distribution zu beschäftigen, aber momentan scheint das ja ein regelrechter Sport zu sein. Ob das alles potentiell Wechselwillige von Windows sind, weiss ich nicht, aber mir erscheint der Ansatz falsch. Klar, manche Distris legen Schwerpunkte wie “Gaming” (gerade sehr angesagt) oder “Multimedia-Produktion”. Aber da wird mit den gleichen Tools gekocht wie bei anderen Distributionen. Im Endeffekt kommt man nicht drumrum, sich mit Linux und dann auch mit der gewählten Distri etwas näher zu beschäftigen. Das ist auf Dauer effizienter als bei jedem Problem gleich die Distri zu wechseln und wieder von vorne anzufangen.

      0

Kommentar hinterlassen