Jammy Jellyfish

Ubuntu 22.04 LTS mit Wayland für NVIDIA

Bereits seit Ubuntu 21.04 »Hirsute Hippo« nutzt eine Standardsitzung von Canonicals Betriebssystem bei AMD-Radeon- und Intel-Grafik Wayland als Anzeigeprotokoll. Ausgeschlossen davon waren lediglich Rechner mit dem proprietären NVIDIA-Treiber, die auch weiterhin mit X11 starteten. Das soll sich nächsten Monat mit der Veröffentlichung von Ubuntu 22.04 LTS »Jammy Jellyfish« mit GNOME-Desktop ändern. Zumindest teilweise.

Wayland ab NVIDIA 510

In der letzten Woche wurde ein Patch für den GNOME Display Manager (GDM 3) akzeptiert, der eine Wayland-Session für Nvidia-Karten mit dem proprietären Treiber NVIDIA-510 oder höher als Standard setzt. Ältere Treiber bleiben außen vor und starten automatisch eine X11-Sitzung. Das ist das Ergebnis von Bemühungen seitens NVIDIA, die ausstehenden Probleme ihrer Treiber mit Wayland zu beseitigen.

Hintergrund

Hilfreich war hier die Implementierung des Generic Buffer Manager (GBM), die NVIDIA zugunsten des hauseigenen EGLStreams jahrelang verweigert hatte, wie hier diskutiert. GBM ist eine Abstraktion, die auf der Bibliothek libdrm aufsetzt und für die Zuweisung von Puffern für das an Mesa gebundene Grafik-Rendering zuständig ist.

Noch nicht für alle Szenarien

Anwender moderner NVIDIA-Karten können sich also auf einen Vergleich von Wayland und X11 freuen, denn der betagte Display-Server ist wahlweise auch weiterhin bei der Anmeldung in GDM verfügbar. Das könnte nötig werden, wenn es um Dual-GPUs mit Optimus geht, da NVIDIA bei der Verwendung von GBM noch nicht alle Buffer-Importe unterstützt. Die GNOME-Entwickler diskutieren hier noch einen automatischen Fallback auf X11. Ob der zeitig genug für Ubuntu 22.04 kommt, bleibt abzuwarten. Die Veröffentlichung der neuen LTS-Version ist für den 21. April vorgesehen, eine Beta kommt am 31. März. Bereits jetzt können Daily Builds von Canonicals Download-Server heruntergeladen werden.

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6 Kommentare

  1. Trotzdem bleibt Ubuntu für mich eine schlechte Distro.Die Paketpflege in universe und multiverse ist kein Geheimnis das sie katastrophal ist. Selbst viele Snaps werden lieblos hochgeladen.
    Debian 11 Gnome,hass es oder liebe es,bietet wayland Protokoll an.
    Nur eine Meinung.Niemand soll sich getriggert fühlen.

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    1. Ich, als mittlerweile > 16 Jahre Debian Nutzer, kann das ohne hin nicht nach vollziehen.
      Da ich eine interne Intel GraKa nutze, habe ich glücklicherweise (nonfree) keine Probleme unter Wayland.
      Ich verstehe Ubungu nicht warum die sich so schwer tun.

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      1. Man mag von Ubuntu halten was man will – nicht viel in meinem Fall – aber was ihr beide überseht ist, dass es hier um Wayland als Standardsitzung für NVIDIA-Gafikkarten mit NVIDIA-510 Treiber (und neuer) geht. Das ist der Kernpunkt und der dürfte dann distributionsunabhängig gelten.

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        1. Genauso siehts aus, hinzu kommt das Ubuntu LTS zu den Betriebsystemen gehört, die auch tatsächlich im Unternehmen-/Professionellen Umfeld zum Einsatz kommen. Das ist nochmal eine ganz andere Qualität von Anforderungen. Selbst 14.04 wird noch aktiv genutzt und supported. Wer mit den ausgelieferten Versionen unglücklich ist, weil zu alt, kann ein PPA hinzufügen. Genau dafür ist das da. Snaps sind auch prima, direkt vom jeweiligen Hersteller. Ich wetter Adobe bietet auch bald ein Snap Paket an, schliesslich ist Canonical kein kleiner Fisch mehr.

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          1. kann ein PPA hinzufügen

            Da spricht der konformistische Ubuntuuser, der noch nicht einmal verstanden hat, dass selbst Canonical die PPAs als inoffiziell betrachtet und folglich auch keinen Support gibt/Verantwortung übernimmt.

            Und um deiner Schnappatmung vorzubeugen, man kann viel machen, allerdings sollte nicht vergessen werden, die Frage nach dem Sinn zu stellen.

            Qualität

            Von welcher Quälität sprichst Du hier? Etwa von den vergammelnden Paketen in uni-/multiverse, oder von der stetig steigenden Statistik, selbst verursachter Probleme?

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