Donations

Umfrage: Spendet ihr an Freie Software und Open Source-Projekte?

Viele Projekte im Bereich Freie Software und Open Source finanzieren sich über Spenden und Sponsoren. Letztere stellen meist Hardware in Form von Servern und Webspace zur Verfügung. Die Anwender sind gefragt, wenn es darum geht, durch einmalige oder wiederkehrende Spenden das Projekt auf eine tragfähige Basis zu stellen.

Spenden einsammeln, aber wie?

Früher war es oft so, dass Entwickler Spenden über Paypal annahmen. Dabei kam es dann vor, dass Paypal diese privaten Konten sperrte unter der Annahme, die Gelder seien steuerlich relevant. Es war dann nicht leicht und sehr zeitaufwendig, diese Gelder wieder loszueisen. Andere Projekte gründeten einen Verein, um Spenden ordnungsgemäß verbuchen und steuerabzugsfähige Spendenquittungen ausstellen zu können. Der Aufwand, einen Verein zu gründen und zu unterhalten, ist in Deutschland für kleinere Projekte allerdings nicht ganz unerheblich. Auch Merchandise wie T-Shirts und Tassen sind ein Mittel, Einnahmen zu generieren, allerdings ist auch das mühsam und nicht allzu ertragreich.

Patreon und Co.

Seit einigen Jahren gibt es Organisationen, die sich um das Handling von Spenden kümmern und dafür einen Prozentsatz einbehalten, um ihre Kosten zu decken. Zu nennen sind hier unter anderem Patreon, Liberapay und das von mir sehr geschätzte und genutzte Open Collective, das ich morgen in einem separaten Artikel vorstelle.

Es gibt immer wieder Fälle, bei denen wichtige Projekte, die beispielsweise Stützpfeiler des Internets darstellen und von jedermann genutzt werden, trotzdem völlig unterfinanziert sind. Bestes Beispiel ist OpenSSL, das erst nach Heartbleed Aufmerksamkeit und eine tragfähige Finanzierung erhielt.Ich nehme mit unserem Distributionsprojekt siduction selbst Spenden ein, spende aber auch meinerseits gern an Projekte, die mich überzeugen.

Ich teste fast täglich Projekte auf GitHub, von denen dann einige auch bei mir privat zum Einsatz kommen. Denen lasse ich dann gern gelegentlich ein paar Euro zukommen. Das ist einerseits finanzielle Unterstützung, andererseits aber auch die mindestens so wichtige Anerkennung ihrer Arbeit.

Und ihr?

Wie haltet ihr es mit Spenden an Projekte aus den Bereichen Freie Software und Open Source? Wenn ihr spendet, gehen eure Zuwendungen an ein Projekt oder kleinere Summen an mehrere Empfänger? Auf welche Weise spendet ihr bevorzugt? Oder nutzt ihr Freie Software, denkt aber, eure Zuwendungen werden anderswo dringender gebraucht? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Bildquelle: micheile dot com auf Unsplash

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23 Kommentare

  1. Ein paar Kröten gehen jeden Monat an das Lutris Projekt. Die Leute da machen einen guten Job.
    Upgrades von der QCAD Bezahlversion werden in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen gekauft.
    Amazon Smile Spenden automatisch an KDE.

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  2. Für jede Linux-Installation, sei es auf meinen eigenen Rechnern oder in meinem Umfeld, wandern 10-20 Euro zu der jeweiligen Distribution (antiX, MX, SolydXK, X|Kubuntu, Mint). Außerdem sporadisch etwas an Libreoffice und Mozilla. In den allermeisten Fällen per PayPal.

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  3. Ich mache meistens kleine einmalige Spenden besonders auch an kleinere Projekte die ich selber nutze. manchmal wäre es ganz hilfreich zu wissen ob die Entwickler Unterstützung brauchen oder nicht weil bei einigen Projekten kommt auch eine Menge zusammen z.b wenn man die Summe in den monatlichen mint-blog so sieht, insofern denke ich dass gerade kleinere oder neue Projekte Unterstützung gebrauchen können.

    Und Unterstützung in Form von Feedback z.b bei Github (Stars, Likes) oder in den Foren, dass man die Software nutzt und ob sie bei einem prima läuft oder Probleme macht wäre sicher auch hilfreich da wird oft auch glaube ich nicht so stark daran gedacht aber dadurch bekommen die Entwickler auch eine gute unterstützende Rückmeldung.

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  4. Es ist schwierig, wenn man selbst gerade finanziell nicht gut dasteht. Ich versuche allerdings trotzdem – soweit möglich – etwas zu spenden, bevorzugt an Entwickler, die reagieren (manchmal auch ablehnend natürlich) oder in einer anderen Form hilfsbereit sind. Ich bin ein typischer “Paypal-Spender”, einfach, weil ich es selbst schon seit zig Jahren benutze, es international und schnell ist.

    Ich habe selbst lang genug “auf der anderen Seite” gesessen und musste dabei feststellen, dass man nahezu nichts an Spenden bekommt. Aggressive Methoden, Nötigungs-Popups und ähnlichen Kram mag ich aber nicht, spende selbst auch eher an die “Unaufdringlichen”. Amerikaner sind meiner Erfahrung nach am spendenfreudigsten, allerdings schickten die – zumindest in den 1980er-Jahren – meistens personal checks, die man hier kaum eingelöst bekam: 14 DM Gebühr für einen $5-Scheck … Der und meine ersten selbst verdienten 200 US$ hängen heute noch im Büro.

    Ich mag FOSS und unterstütze es, so gut geht, aber solang generell diese Geizhals- und “grab-n-run”-Mentalität herrscht, sehen idealistische Entwickler ziemlich alt aus. Ihren Lebensunterhalt können sie von dieser Arbeit meist nicht bestreiten. Schade.

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  5. Kann mich nicht erinnern, in den ersten 18 Jahren meines “Linux-Lebens” etwas gespendet zu haben. Dies war vom Bauchgefühl damit begründet, selbst auf externe Finanzen angewiesen zu sein. Die einzigen Beiträge waren höchstens Foren-Beiträge auf ubuntuusers.de, Feedback an Entwickler o.ä. – was ja auch eine Unterstützung von FOSS darstellt.
    Inzwischen sieht es bei mir finanziell entspannter aus und OpenSource ist für mich nicht nur eine persönlich-technische Frage, sondern eine gesellschaftspolitische.
    Daher gehen jährlich kleinere Beträge an FOSS-Projekte, die für meinen Alltag eine wichtige Rolle spielen. Angefangen hatte es mit der Finanzverwaltung Hibiscus, deren Entwickler mal beeindruckend schnell auf eine technische Frage geantwortet hatte, so dass es für mich plötzlich einen persönlichen Bezug darstellte und ich gern auf den Spenden-Button drückte.
    Ich stelle mir dann vor, dass da jemand sitzt und sieht, wie 20 oder auch nur 5 EUR eintreffen, die ihm/ihr zeigen: Hey, da draußen gibt’s Leute, die deine Arbeit wertschätzen! Ist vielleicht nur so eine Art Postkarten-Gruß von Unbekannten.
    Auch Thunderbird, was meine tägliche Kommunikationszentrale darstellt und über dessen Entwicklungsschub ich mich gerade freute, fand ich auf diese Art unterstützenswert … ebenso Digitalcourage.
    Ein Faktor, zu spenden, ist es durchaus, wie bequem, aber auch unaufdringlich die Spendenmöglichkeit daherkommt. Die Einblendungen von Wikipedia z.B. vergraulen mich eher.
    Ich bevorzuge auch die direkte Überweisung, anstatt Zahlungen über Dritte (Paypal).

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  6. Ja sich bei seinen beliebten Entwicklern erkenntlich zu zeigen ist schon wichtig. Gerade sehr kleine Projekte freuen sich natürlich um Unterstützung. Bei den großen reicht aber auch oft ein positives Feedback. Nicht nur in deren Community vorbeischauen, wenns mal klemmt. Ich wege meist ab, was mir diese Software wert wäre. Spende da meist einmalig dann Betrag X und gut. Habe aber auch kleiner Projekte bei denen ich regelmäßig spende. Weil es auch sehr spannend sein kann, bei der Entwicklung teil dabei zu sein.

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  7. Ich spende regelmäßig an FOSS-Projekte. Teilweise an die Projekte wie KDE oder The Document Foundation, teilweise über Vereine, die sich allgemein dem Thema widmen und teilweise an Entwickler:innen direkt (bspw. über Patreon).

    Es ist mir sehr wichtig, Projekte finanziell zu unterstützen, weil ich es kann. Es ist für mich keine Notwendigkeit, das zu tun!
    Als Student bspw. hatte ich nicht das Geld, um an Projekte zu spenden, und ich gehe davon aus, dass das bei aktuellen Studierenden, Schüler:innen und Auszubildenden und auch bei Menschen mit geringem Einkommen genauso ist. Um diesen aber die freie Möglichkeit zu geben, digital zu arbeiten, spende ich, der sich das leisten kann.

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  8. Das meiste Spende ich immer zum Jahresende, hin und wieder aber auch kleine Beträge an einzelne Projekte übers Jahr verteilt.
    Gibt Projekte, die fester Bestandteil sind (wie z.b. KDE – hat auch den Vorteil der Absetzbarkeit :D), ansonsten wird nach eigener Nutzung und subjektiv empfundener Wichtigkeit + Finanzierungsbedarf der Projekte entschieden wer was bekommt ^^
    Generell schaue ich aber tendenziell eher danach, dass ich kleinere und unterfinanzierte Projekte beglücke.

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  9. Ich spende

    • unregelmäßig, meist einmal jährlich, jeweils an verschiedene Projekte
    • z.B. an LibreOffice, digitalcourage oder Wikipedia
    • Beträge im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich
    • ausschließlich per Überweisung
    • darüber hinaus seit drei Jahren viel Zeit für siduction und etwas Zeit für ein RepairCafe.

    Warum?
    Weil ich privat und beruflich über 20 (ja zwanzig) Jahre von Linux profitiert habe und der Meinung bin, dass ich etwas, dass meinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht, zurückzugeben sollte. Jetzt habe ich die Zeit dafür. Während meiner Berufstätigkeit orientierte ich mich an den eingesparten Lizenzkosten.

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  10. Ich spende regelmäßig an Projekte, die mir am Herzen liegen. Allerdings beschränkt sich die Unterstützung auf Organisationen und Entwickler, bei denen ich eine Spende per SEPA-Überweisung tätigen kann. Daher scheiden US-amerikanische Entwickler leider häufig aus, da hier i.d.R. nur über PayPal, mit Kreditkarte, Stripe u.ä. gespendet werden kann. Ich würde ja auch Gebühren für Nicht-SEPA Überweisungen in Kauf nehmen, aber viele Entwickler in den USA haben Bankkonten, bei denen keine Gutschriften aus dem Ausland möglich sind.

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    1. So geht es mir auch.
      Bequemlichkeit ist mehr der Grund als der Wille noch mehr zu spenden.

      Schön währe wenn z.B. die FSF die spenden zentral entgegen nehmen würde ohne Gebühr. Man dann über einen code diese selbst auf die Projekte verteilen könnte.

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  11. Es kommt drauf an. Z.B. bei Debian würde meine Spende nicht groß ins Gewicht fallen, da ist “genug” Geld vorhanden. Anderes Beispiel KeePassXC, hier laufen meine Spenden über PayPal. DIe Höhe richtiet sich immer nach der Gebühr, die das abgelöste Tool auffährt. Bei mir war es 1Password, 2,99$ im Monat ohne Rabatte = 35,88$ im Jahr. Das wird dann auf den vollen Zehner aufgerundet und 40$ per PayPal überwiesen.

    Anderes Beispiel wäre Material fo MkDocs, ein von mir im privaten wie Geschäftsumfeld genutzen Dokuementationstool (super zusammen mit Obsidian.md). Da laufen 5$ monatlich über die GitHub Sponsoring Option. Daran passt mir nicht das M$ dazwischen ist und sich wahrscheinlich einen Prozenzsatz abzwackt… (private Account ohne Gebühr, Organisationen zahlen 10%)

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