Unraid

Unraid plant Abschied vom USB-Stick als Startmedium

Lime Technology als Entwickler von Unraid, einem beliebten Linux-basierten NAS-Betriebssystem für den Einsatz auf Heim-Servern, hat in seinem Unraid 2025 Year In Review nicht nur auf 2025 zurückgeblickt, sondern gibt auch einen Ausblick auf die Pläne für 2026. Dabei nehmen sich die Entwickler eines der größten und seit Jahren am häufigsten kritisierten Themen vor, nämlich den Zwang zum Booten von Unraid über einen USB-Stick.

Unraid setzt seit jeher auf einen präparierten, FAT-formatierten USB-Stick als Boot-Medium. Dieses Konzept hat durchaus Vorteile wie etwa den Wegfall eines dedizierten internen Boot-Laufwerks. Doch aus Sicht vieler Anwender überwiegen inzwischen klar die Nachteile.

Veraltetes Konzept

Unter Linux fehlte bis in die jüngste Vergangenheit ein grafischer Installer, wie er für Windows und macOS schon lange existiert. Die im vergangenen Jahr vorgestellte Linux-GUI schließt diese Lücke zwar grundsätzlich, gilt aber noch als nicht vollständig ausgereift und funktioniert nicht zuverlässig mit allen USB-Sticks. Auch die Einrichtung per Kommandozeile bereitet immer wieder Probleme, was nicht durch Unraid selbst verursacht ist, sondern durch die Eigenheiten günstiger USB-Sticks.

Manche Billig-Sticks besitzen nur eine einzige Geräte-ID für eine komplette Produktionscharge. Wird diese GUID bereits von einem anderen Anwender genutzt, schlägt die Aktivierung fehl. Hinzu kommt ein grundlegendes Problem: USB-Sticks sind auf Dauer kein besonders stabiles oder langlebiges Medium für Systeme, die durchgängig laufen sollen.

Angesichts eines Produkts, das mindestens 50 US-Dollar pro Jahr oder 249 US-Dollar für eine Lifetime-Lizenz kostet, wächst der Druck, zeitgemäße Alternativen zum USB-Boot anzubieten.

SSD- und NVMe-Boot in Sicht

Aus gut informierten Kreisen ist zu hören, dass Boot-Support von SSDs und NVMe-Laufwerken mit dem Versionszweig 7.3 eingeführt werden soll. Allerdings erfordert dieser Schritt Anpassungen am bisherigen Lizenzmodell, denn bislang ist jede Lizenz fest an die GUID des USB-Sticks gebunden.

Weitere geplante Verbesserungen

Neben dem neuen Boot-Modell plant Lime Technology weitere tiefgreifende Änderungen. Für fortgeschrittene und kleine unternehmerische Einsatzszenarien soll Unraid künftig mehr als ein Array pro System unterstützen. Die Web-Oberfläche soll weiter vereinfacht und übersichtlicher gestaltet werden. Außerdem soll die erst 2025 eingeführte Unraid-API ausgebaut werden, um bessere Werkzeuge und mehr gemeinschaftsorientierte Entwicklung zu ermöglichen. Auf ausdrücklichen Wunsch der Community ist zudem ein öffentlicher Bug-Tracker geplant.

Die Entwickler haben sich viel vorgenommen. Es wird spannend, zu sehen, wohin das bereits 2025 angezogene Entwicklungstempo in diesem Jahr führt.

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2 Kommentare

  1. Ich habe mir mal den Source Code angeschaut. Leider werde ich nicht ganz schlau daraus, aber es scheint eine normale Pool Disk zu sein. Allerdings wird diese nach /boot gemountet. Das ist insofern ein “Problem”, weil normale Shares in /mnt// liegen. Also entweder muss man z.B. Docker-Daten in Zukunft unterhalb von /boot/docker ablegen oder Unraid führt zusätzlich noch einen zweiten Mount auf diese Boot-Pooldisk ein. Das kann man aber aktuell im Source nicht rauslesen. Letzteres wäre wichtig, damit man nicht die komplette SSD für simples Booten opfern muss, sondern auch anderweitig für Docker und VMs nutzen kann.

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