Fedora führte mit Version 23 eine Technik ein, die das oft mühsame Aktualisieren von Firmware und UEFI und angeschlossenen Geräten wesentlich vereinfachte, indem der Vorgang automatisiert zusammen mit einem Systemupdate durchgeführt wird. Dafür hat der Red-Hat-Angestellte Richard Hughes das Tool fwupd entwickelt, das, wie unschwer zu erraten ist, für Firmware-Update steht. Nun hat fwupd die stabile Version 1.0.0 erreicht. Das Programm arbeitet grundsätzlich auf der Konsole. Ist GNOME als Desktop-Umgebung vorhanden, klinkt es sich allerdings auch in die grafische Software-Verwaltung  GNOME Software ein.

Automatische Installation

Wird dort eine zu aktualisierende Firmware erkannt, wird diese zur Installation angeboten und beim nächsten Upgrade mit eingespielt. Damit das funktioniert, arbeitet im Hintergrund der Linux Vendor Firmware Service (LVHS). Dabei handelt es sich um eine Datenbank, in die Hersteller neue Firmware-Versionen einspeisen. Darüber werden mittlerweile pro Monat mehr als 165.000 Geräte aktualisiert.

Hersteller überzeugen

Vermutlich war die Herausforderung, Hersteller von der Teilnahme zu überzeugen wesentlich größer als die, die entsprechende Software zu schreiben. Aber mit seinem Red-Hat-Hintergrund ist es Hughes gelungen, namhafte Hersteller wie Dell und Logitech von der Teilnahme zu überzeugen. Mittlerweile umfasst die Geräteliste 72 verschiedene Geräte. Darunter sind viele Notebooks von Dell sowie die millionenfach verbreiteten Logitech Unifying Receiver. An letztere denkt man vermutlich zuletzt, wenn man an Firmware denkt. Dabei sind gerade solche Geräte, die man einmal ansteckt und dann vergisst, anfällig für Hacks.

Fast überall verfügbar

Mittlerweile ist fwupd nicht mehr auf Fedora beschränkt, sondern auch bei Debian, Ubuntu, Arch Linux, Gentoo und openSUSE verfügbar. Auch dort ist jeweils GNOME Voraussetzung für eine automatische Handhabung. Aber auch auf der Konsole funktioniert fwupd einwandfrei, muss allerdings manuell angestoßen werden. Auch eine Ausführung per Script und Cronjob ist denkbar.

Beispiel Debian

Hier sei kurz die Vorgehensweise unter Debian Sid auf der Kommandozeile nachvollzogen. Die Befehle benötigen Root-Rechte. Die Nutzung ist bei anderen Distributionen adäquat.

# fwupdmgr get-devices (erkennt Geräte, deren Firmware aktualisiert werden kann)

Firmware-Updates

Bei mir wurden zwei Logitech Unifying Receiver, ein Samsung Laser-Drucker sowie das mechanische Keynoard Cherry MX 5.0 erkannt.

# fwupdmgr refresh (entspricht etwa apt update und liest in diesem Fall die LVHS-Datenbank neu ein)

Firmware-Updates

# fwupdmgr get-updates (lädt verfügbare Updates herunter)

Firmware-Updates automatisieren

Hier wird auch gleich der Grund für das Firmware-Update übermittelt, in diesem Fall Mousejack.

# fwupdmgr update (installiert die Updates)

Firmware-Updates

Bei mir wurde neue Firmware für die Logitech Unifying Receiver installiert und damit eine Sicherheitslücke geschlossen. Das war als Online-Update möglich. Bei Updates für UEFI handelt es sich um Offline-Updates. Diese werden in der Konsole angestossen und beim nächsten Neustart des Geräts installiert.

Firmware-Updates automatisieren

Verwandte Themen

Ausblick auf Fedora 31
views 456
Logo: Public DomainFedora Workstation 31 wird zwar erst im Oktober erwartet, trotzdem hat Red Hat-Entwickler Christian Schaller kürzlich bereits ...
Fedora 30 wird wieder ein spannendes Release
views 2.3k
Bild: Fedora MagazineVor wenigen Tagen ist die Beta-Version zu Fedora 30 erschienen. Sie ist voll mit Verbesserungen und Neuentwicklungen und mac...
Fedora räumt weiter auf
views 946
Logo: Public DomainDie im Mai erwartete Veröffentlichung von Fedora 30 wird unter Umständen das einzige Fedora-Release im Jahr 2019 bleiben....
Red Hat Enterprise Linux 8 Beta zum Test bereit
views 405
Bild: Red Hat Linux | Quelle: Leonid Mamchenkov | Lizenz: CC BY 2.0 Rund zwei Wochen nach dem Erscheinen des sechsten Updates für das ak...
Red Hat unterstützt KDE nicht mehr
views 1.2k
Bild: Red Hat Linux | Quelle: Leonid Mamchenkov | Lizenz: CC BY 2.0 Ein wenig untergegangen in der Berichterstattung bezüglich der gepla...

Beitrag kommentieren