Mozilla Thunderbird

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Die Weiterentwicklung von Mozillas E-Mail-Client Thunderbird liegt in den Händen des Thunderbird-Projekts, während Infrastruktur und die steuerliche sowie rechtliche Seite noch bei der Mozilla-Foundation liegen. Über eine lange Zeit wurde Thunderbird lediglich gepflegt und kaum erweitert. Mozilla hatte die Weiterentwicklung eingestellt und war der Meinung, die Anwendung sei ausentwickelt.

Vier neue angestellte Entwickler

Die Community-Entwickler, die sich um den Code kümmern, wollen nun mit neuen fest eingestellten Kollegen Thunderbird die dringend nötige Modernisierung zukommen lassen. Das Thunderbird-Projekt umfasst sowohl die Community-Entwickler als auch die Unterstützung der Firma Softmaker, in deren Office-Suite auch Thunderbird integriert ist. Im laufenden Jahr hat das Projekt erstmals vier neue Entwickler eingestellt, weitere sollen folgen.

Langjähriges Community-Mitglied eingestellt

Bereits seit November 2016 ist der langjährige Thunderbird-Freiwillige Jörg Knobloch fest unter Vertrag. Seitdem Jörg vom Freiwilligen zum Vertragspartner geworden ist, hat sich sein Fokus von der Fehlerjagd auf die Übernahme der Verantwortung für das Produkt verlagert. Als kontinuierlicher Integrationsingenieur garantiert er, dass »Thunderbird Daily« immer mit den Änderungen des Mozilla-Kerns synchronisiert ist, um Daily in einem funktionierenden Zustand zu halten. Jörg verwaltet den gesamten Code für Releases und überwacht Regressionen. Als Thunderbird-Pate überprüft er die Arbeit anderer und ist Teil des »Engineering Steering Committee«, das für die Codebasis verantwortlich ist.

Im März 2017 schloss sich Andrei Hajdukewycz dem Thunderbird-Team an. Andrei ist der Infrastrukturingenieur des Projekts. Er hat daran gearbeitet, das Projekt von der Nutzung der Mozilla-Infrastruktur auf die Erstellung einer eigenen Infrastruktur umzustellen. Er verwaltet alle Websites, die das Projekt nutzt. Bald werden  auch Thunderbird-Add-ons auf Thunderbirds eigene Add-ons-Seite umgestellt.

Im Juni 2017 trat Tom Prince als Build-and-Release-Engineer in das Projekt ein. Er sorgt dafür, dass Daily, Beta und ESR immer in allen Lokalisierungen erstellt werden können. Er hilft auch bei der Diagnose von Tests und Fehlern. Kürzlich hat Tom das Thunderbird Build-System von Buildbot nach TaskCluster migriert, um diesen Aspekt des Projekts zukunftssicher zu machen.

Die letzte Anstellung des Projekts im Dezember 2017 war Ryan Sipes als Community Manager. Seine Aufgabe ist es, die Gemeinschaft der Freiwilligen einschließlich der Add-on-Autoren zu organisieren, gute Nachrichten über Thunderbird zu verbreiten, mit den Spendern zusammenzuarbeiten, um einen soliden Spendenfluss zu gewährleisten und mit den Thunderbird-Anwendern in Kontakt zu bleiben.

Erst der Anfang

Diese vier Mitarbeiter sind nur der Anfang. Das Projekt ist derzeit dabei, Entwickler einzustellen, um einige technische Probleme zu lösen und die Codebasis von einer Mischung aus C++, JavaScript, XUL und XPCOM in eine zunehmend auf Web-Techniken basierende Zukunft zu überführen.

Derzeit ist Thunderbird 52 die aktuelle stabile Version, die derzeit bei 52.5.0 steht. Daneben gibt es die Beta-Versionen 57 und 58, die auf der jeweiligen Codebasis von Firefox basieren und somit auch deren Änderungen im Rahmen von Firefox Quantum beinhalten. Ausnahme sind die Änderungen bezüglich der Add-ons, die Thunderbird erst mit Version 59 übernimmt. Dabei besteht die Hoffnung, bis dahin alle Erweiterungen auf WebExtensions umgestellt zu haben.

Beim Design folgt Thunderbird 57 dem Photon-Design von Mozilla und bringt ein neues Theme auf Basis des Design des Monterail-Teams mit. Eine aktuelle Beta-Version von Thunderbird ist auf der erst kürzlich übernommenen Domain Thunderbird.net zu finden.

 

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Alle Kommentare
  • Bruddel

    20.12.2017, 20:42 Uhr

    Endlich, freut mich sehr!