Fedora 30 Beta
Bild: Fedora Magazine

Vor wenigen Tagen ist die Beta-Version zu Fedora 30 erschienen. Sie ist voll mit Verbesserungen und Neuentwicklungen und macht Lust auf die stabile Veröffentlichung, die für den 30. April vorgesehen ist.

Vielversprechende Fedora 30 Beta

Red Hats Christian Schaller hat zum Erscheinen der Beta einen langen Blogeintrag veröffentlicht, den ich hier verkürzt zusammenfassen möchte. Das Herzstück von Fedora 30 ist das neue GNOME 3.32. Nicht nur fühlt sich die GNOME-Shell flotter an als zuvor, auch die Apps wurden an vielen Stellen aufgewertet. Zudem kommen Besitzer von HiDPI-Displays in den Genuss von Fractional Scaling, einer Methode für eine feinere Abstufung bei der Skalierung des Displays.

Screen-Sharing unter Wayland

Fedora liefert bereits seit Version 25 Wayland als Standard-Display-Protokoll aus, was wegen des Sicherheitsmodells von Wayland zu einigen Einschränkungen führte. So war Screen-Sharing zunächst nicht möglich, da Wayland anders als X es nicht erlaubt, Bilder oder Streams des Desktops zu direkt zu grabben.

Mit Fedora 30 ist es nun soweit, dass Screen-Sharing sowohl im Chrome 73 als auch in Firefox unter Wayland funktioniert. Dazu wird das Multimedia-Framework PipeWire verwendet. Firefox als native Wayland-Anwendung sollte ebenfalls mit Fedora 30 erscheinen, wurde aber auf Version 31 verschoben.

Fortschritte bei Nvidia unter Wayland

Aufseiten grafischer Anwendungen konnte das Gaming unter Wayland verbessert werden. Der proprietäre Nvidia-Treiber sollte nun laut Schaller mit nativen Wayland-Apps zufriedenstellend laufen, nur die Unterstützung von XWayland-Anwendungen mache noch Probleme. Diese werden vermutlich erst mit einem neuen Nvidia-Treiber im Herbst beseitigt, sodass betroffene Anwender bis dahin mit X vorlieb nehmen müssen.

Fedora wird zudem einen verbesserten OpenH264-Treiber erhalten. Der soll nicht nur Firefox in die Lage versetzen, OpenH264 auch für Dinge wie Youtube-Wiedergabe zu verwenden, sondern auch über den von Cisco kostenlos bereitgestellten offenen Treiber H264-Material mit GStreamer-Anwendungen wie Totem wiederzugeben.

Flatpak ist Fedoras Zukunft

Vorbereitungen für die alternative Bereitstellung von Flatpaks von Fedora-Paketen in der normalen Workstation-Ausgabe sind in vollem Gange, ein Repository dafür ist in Fedora 30 Beta verfügbar und kann über die Paketverwaltung GNOME Software über das Aufklappmenü rechts oben erreicht werden. Fedora bereitet sich so immer mehr darauf vor, Flatpak als Standard-Paketformat mit RPM als Alternative anzubieten.

Fedora Silverblue, das seit Fedora 29 offiziell ausgeliefert wird, geht noch einen Schritt weiter und basiert das Paketsystem gänzlich auf OSTree. Das finde ich sehr interessant und schreibe dazu noch eine eigene News.

Die Links zu den Beta-Versionen für Workstation, Server und Silverblue 30 sowie zu den Fedora Spins, Labs und ARM-Versionen enthält die Ankündigung des Fedora Magazine.

Fedora 30 wird wieder ein spannendes Release

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    06.04.2019, 15:13 Uhr

    So schön sich technisch die Perspektive mit Silverblue auch anhört, es gäbe da auch ein paar kritische Bemerkungen an zuführen. Das gute alte Paketsystem garantiert Sicherheit und Transparenz distributionsübergreifend. Mit einem Image-basiertes System und Flatpak-Apps ist es ausschließlich dem jeweiligen Anbieter überlassen, was er wo hineinpackt. http://flatkill.org/
    Silverblue kommt mir so vor, wie die Androidisierung von Linux. Hinterher sind wir für jedes Gerät auf ein Update vom einem Hersteller angewiesen und müssen zudem noch alle Zutaten eines Immage akzeptieren. Bei dem bisherigen Paketsystem hat der User bessere Möglichkeiten frei zu wählen.

    • Ferdinand Thommes

      06.04.2019, 16:17 Uhr

      Natürlich muss man das kritisch begleiten. Ich bin auch ein Fan vom jetzigen Paketsystem. Der große Vorteil von neuen Systemen wie Silverblue ist der Rollback des gesamten Systems. Ich hab das auf zwei meiner Systeme per Btrfs und Snapper gelöst, was außerhalb von Suse einen Haufen Arbeit bei der Einrichtung bedeutet. Die Distributionsszene wird sich wandeln und jeder, der dort professionel oder enthusiastisch unterwegs ist, sollte wissen was da kommt. Und flatkill.org muss ich nur anschaun um zu wissen dass das ziemlich übertrieben ist, auf wenn es zur Zeit des Erscheinens einen wahren Kern hatte.