Ubuntu verbessert ZFS-Unterstützung für 19.10

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Seit längerem ist bekannt, dass Canonical die Unterstützung des Dateisystems ZFS on Linux für Ubuntu verbessern will. Für die bevorstehende Veröffentlichung Ubuntu 19.10 »Eoan Ermine« sind jetzt konkrete Entwicklungen dazu bekannt.

Seit jeher umstritten

ZFS und Linux sind von jeher ein heißes Eisen. ZFS wurde 2006 bei Sun Microsystems als Dateisystem mit zusätzlichen Fähigkeiten für Server und Rechenzentren entwickelt. Unter Linux ist ZFS wegen der mit der GPLv2 nicht vereinbaren Lizenz CDDL seit jeher stark umstritten. Bei FreeBSD und TrueOS ist es dagegen integriert.

Anwaltlich abgesegnet

Canonicals Anwälte sind allerdings der Meinung, die Auslieferung des auf ZFS on Linux basierenden Kernelmoduls seit Ubuntu 16.04 LTS »Xenial Xerus« und somit die direkte Auslieferung von ZFS sei rechtlich unbedenklich. Andere Distributionen verwenden dagegen ZFS on Linux (ZoL), als Paket, wobei das Kernelmodul erst zur Laufzeit gebaut wird und man somit juristischen Problemen aus dem Weg geht.

ZFS on Linux

Bereits seit einigen Jahren unterstützt Canonical ZFS für Container, auf Servern und in der Cloud. Vor zwei Monaten schickte sich Canonical dann an, Ubuntu 19.10 mit der Option für ZFS auf der Basis von ZoL 0.8.1 in seinem neuen Installer Ubiquity NG auszuliefern. Wie Canonical jetzt mitteilt, wird es eine experimentelle Option zur Installation der Distribution mit Unterstützung eines ZFS-Root-Dateisystems enthalten.

Neben der Installoption haben die Entwickler die Integration einiger der erweiterten Funktionen von ZFS in das GRUB-Boot-Menü vorangetrieben um das Anzeigen und Booten von durch ZFS erstellte Snapshots von Dateisystemen zu erleichtern.

ZFS am Desktop sinnvoll?

ZFS und Btrfs sind die beiden Dateisysteme, die Funktionalität anbieten , die über die normaler Dateisysteme wie Ext4 weit hinausgeht. Dabei gilt ZFS als das stabilere, aber in der Anwendung auch kompliziertere System. Es steht aber auch die Frage im Raum, ob ZFS auf dem Desktop bei Ubuntu überhaupt Sinn ergibt.

Sinnvoll sind in jedem Fall die automatisierbaren Snapshots zu bestimmten Gelegenheiten. Das erhöht die Sicherheit vor einem kaputten System, ohne die Komplexität über Gebühr zu erhöhen. Die weiteren Vorteile von ZFS sind für Durchschnittsanwender am Desktop bisher schwer umzusetzen, da die Konfiguration teilweise gehobenes Wissen erfordert. Die Lernkurve ist von daher recht steil.

Grafische Oberfläche

Hier will Ubuntu künftig mit einer GUI punkten, um weitere Vorteile wie die eingebaute RAID-Funktion, Datenkompression, Copy on Write und Prüfsummenbildung leichter zugänglich zu machen. Darüber hinaus kann ZFS on Linux seit Kurzem auch herkömmliche Festplatten und SSDs im gleichen Pool verwalten, wobei kleinere Dateien aus Performance-Gründen gleich auf der SSD abgelegt werden. Ebenfalls neu sind native Verschlüsselung und TRIM-Support. Für Ubuntu 19.10 raten die Entwickler, die neue experimentelle Funktionalität noch nicht für Produktivsysteme einzusetzen.

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