Fedora 31 glänzt mit Kernel 5.3 und GNOME 3.34

Fedora ist die Hexenküche von Red Hat, in der viele neue Entwicklungen angestoßen werden. Damit ist das zweimal jährlich veröffentlichte Fedora die vermutlich innovativste Linux-Distribution auf dem Markt. Jetzt war es wieder so weit, Fedora 31 hat das Licht der Welt erblickt. Diese Veröffentlichung erfolgt nur wenige Tage vor dem fünfzehnten Jahrestag der Veröffentlichung von Fedora Core 1, der ersten Veröffentlichung von Fedora.

Bereits im Juli hatte der bei Red Hat angestellte Fedora-Entwickler Christian Schaller einen ausführlichen Ausblick auf die zu erwartenden Neuerungen von Fedora 31 gegeben. Was davon die nötige Reife zur Veröffentlichung erreicht hat, verrät das Changeset. Zwei grundlegende Änderungen betreffen Anwender von 32-Bit-Maschinen und Python-Anwender.

Gnome 3.34

GNOME 3.34 stellt den Desktop von Fedora 31, der durch Sammelordner mehr Übersicht in der Shell erlaubt. Auch optisch wurde die GNOME-Shell an einigen Stellen aufgewertet und reagiert schneller auf Eingaben und bei Animationen. Der Standard-GNOME-Browser Web, früher als Epiphany bekannt, lässt Webseiten nun in getrennten Sandbox-Prozessen laufen, was Sicherheit und Leistung zugutekommt.

Wayland

Wayland ist und bleibt Thema und darf natürlich in der Liste der Verbesserungen nicht fehlen, ist doch der Gleichstand mit X11 bei der Funktionalität noch nicht ganz erreicht. Eine der Neuerungen bei GNOME 3.34 ist, dass die Position des Mauszeigers nun auch unter Wayland durch Drücken von STRG hervorgehoben wird, sofern die Funktion vorher aktiviert wurde.

Firefox als Wayland-App

Eine weitere wichtige Verbesserung im Hintergrund betrifft den GNOME-Fenstermanager und Wayland-Compositor Mutter. Dieser erlaubt es fortan, X-Wayland nur noch bei Bedarf zu starten, um eine X11-Applikation zu unterstützen. Zudem ist Firefox als GNOME-Wayland-Version verfügbar. In allen anderen Sitzungen wird Firefox-X11 verwendet. QT-Apps laufen mithilfe des Qt Wayland-Platform-Plugins und Qt 5.12 jetzt nativ in GNOME-Sitzungen mit Wayland.

32-Bit auf dem Rückzug

Fedora 31 stellt mit Linux 5.13 keine i686-Kernel mehr bereit und liefert keine 32-Bit Installationsmedien mehr aus. Zudem fallen Teile der 32-Bit Repositorien weg. Lediglich die Kernel-Header sollen weiterhin bereitgestellt werden, um die notwendigen Abhängigkeiten für 32-Bit-Programme zu bedienen, die diese Header benötigen.

Das bedeutet nicht nur, dass Fedora 31 keine Installationen auf 32-Bit mehr unterstützt, sondern der Wegfall der Repositorien »Everything« und »Modular« trifft auch Bestandsanwender, denen lediglich die Multilib-x86_64 Repositorien bleiben.

Python 2 bald ohne Unterstützung

Python 2 und seine Pakete sollen mit Fedora 32 komplett aus der Distribution entfernt werden, denn am 1. Januar 2020 wird die Unterstützung für Python 2 offiziell endgültig eingestellt. Derzeit verbleiben noch 828 dieser Pakete in der Distribution. Bereits mit Fedora 31 bedeutet die Schreibweise Python ohne Zusatz jedoch, dass es sich um ein Python 3 Paket oder einen entsprechenden Befehl handelt.

Kein SSH per Root mehr

Fedora 31 schaltet die Kernelfunktion CgroupsV2 frei. Die standardmäßige Aktivierung der CgroupsV2 ermöglicht es Anwendungen wie Systemd, Container-Tools und Libvirt, die Vorteile der neuen Features und vieler Korrekturen seit CgroupsV1 zu nutzen. Die Nutzung des Root-Passworts zum Erstellen von SSH-Verbindungen wurde aus Sicherheitsgründen standardmäßig deaktiviert, wie das bei OpenSSH bereits seit Jahren der Fall ist.

Das Paketformat RPM wechselt bei der Kompression von Xz zu Zstandard (Zstd), womit Pakete wesentlich schneller ausgepackt werden können. Das Paket RPM selbst wird auf Version 4.15 aktualisiert. Standard bei Node.js ist jetzt Version 12 mit 30 Monaten Langzeitunterstützung, Version 10.x verbleibt als Modul im Repository. PipeWire erhielt einige Verbesserungen und ist als technische Vorschau integriert.

Verschiedene Varianten

Fedora 31 steht in verschiedenen Varianten zum Download bereit. Neben Fedora Workstation und der Server-Edition stehen Fedora Silverblue, Fedora CoreOS und Fedora IoT bereit. Als alternative Architekturen werden ARM AArch64, Power und S390x bedient. Darüber hinaus bietet Fedora Spins mit verschiedenen Desktops sowie Labs mit Themenschwerpunkten wie Astronomie, Games oder Sicherheit.

Fedora 31 glänzt mit Kernel 5.3 und GNOME 3.34

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Alle Kommentare
  • Klaus Meier

    31.10.2019, 17:07 Uhr

    Also jetzt muss ich einfach mal meckern. Wenn ich das bei Ubuntu mache, dann muss ich das auch bei Fedora genauso handhaben. Fedora glänzt mit Kernel und Gnome. Sorry, bitte vermeide solche Überschriften, damit blamierst du dich einfach nur. Kernel 5.3? Läuft bei mir schon seit Wochen. Eine neue Version von Gnome? Ok, im Text stehen ja noch weitere Dinge. Aber eine Distribution dafür zu bejubeln, dass es einen aktuellen Kernel, Firefox und sonstwas gibt, was soll das? Es ist kein schlechter Beitrag, ich finde ihn super. Aber die Überschrift ist sowas von Bildniveau.

    Und zu 32bit kann ich auch nur sagen, ich habe da bei Ubuntu gemeckert, da kann ich das jetzt auch nicht bejubeln.

    Es sind nicht alle Apple, wo es der Fortschritt ist, wenn man Dinge entfernt.

    32bit ist für wine und steam essentiell. Zum einen muss man sagen, leider, aber zum anderen hilft es auch nicht. Gerade steam hat unglaublich viel dafür getan, dass es unter Linux brauchbare Grafik gibt. Und das ist jetzt der Dank.

    • Ferdinand Thommes

      31.10.2019, 19:59 Uhr

      Meckern ist doch OK. Und ja, mein Editor beim LinuxUser ändert meine Überschriften auch oft ab. Zum anderen sind Überschriften nicht so einfach. Ich mag es nicht, wenn aus einer Überschrift ein ganzer Satz wird. Dann füllt das auf einem Smartphone gleich den halben Screen. Deshalb halte ich mich da gerne kurz. Was Steam und Wine angeht, so behält Fedora ja sein Multilib-Repo und gewährleistet so die Funktionalität.

  • tuxnix

    31.10.2019, 19:53 Uhr

    @Klaus Meier
    Für den Gentoo Nerd ist das natürlich keine Überschrift wert, wenn eine Distribution das Paket Update schafft.
    Arch Linux hat sich deshalb mal diesen Spaß erlaubt: https://bbs.archlinux.de/viewtopic.php?id=17939
    Aber Spaß beiseite, was wäre denn in deinen Augen die passende Überschrift für die neue Fedora Ausgabe?
    So viele andere Möglichkeiten sehe ich da nicht.

  • Klaus Meier

    01.11.2019, 13:10 Uhr

    @tuxnix Das habe ich doch eigentlich schon geschrieben. Es stejt im Text. Im Text wird auf diese Plattitüden aus der Überschrift gar nicht mehr eingegangen. Den Text fand ich sehr gut. Warum dann nicht die zum Text passende Überschrift?

    Eigentlich war ich auch nicht motiviert, diesen Beitrag zu schreiben. Aber bei Ubuntu habe ich es getan und da dachte ich, wenn die gleichen Gegebenheiten vorliegen, dann sollte man auch gleich handeln.

    Und dieses Geseiere mit dem Kernel finde ich einfach lachhaft. Wenn man in der Lage ist, sich einen aktuellen Kernel zu installieren, dann ist man schon ein Nerd? Dafür liebe ich Manjaro. Die haben da ein Tool dabei, mit dem man sich aus einer großen Liste von Kerneln einen auswählen kann. Von LTS bis hin zu RT. Diese Angst, auf einen neuen Kernel zu wechseln, halte ich für maßlos übertrieben. Weil es die Deppen-Distributionen im laufenden Betrieb nicht machen, bedeutet das doch nicht, dass es gefährlich ist. Gentoo bietet aktuell 53 Kernel der gentoo-sources an. Andere habe ich jetzt nicht gezählt. Wenn du aus irgendeinem Grund Kernel xyz brauchst, Gentoo ermöglicht es dir. Manharo auch. Es zwingt dich da keiner, auf dem neuesten Kernel zu sein. Aber der Wechsel ist für normale Systeme so easy, dass ich mich immer kauputtlache, was andere daraus machen. Obwohl Fedora auch auf neue Kernel wechselt, ohne das man das ganze System updaten muss.

  • tuxnix

    01.11.2019, 16:32 Uhr

    @Klaus Meier 😉