Bauh: neue Paketformate unter einer gemeinsamen Oberfläche

Bauh: neue Paketformate unter einer gemeinsamen Oberfläche
Bauh im Suchmodus | Screenshot: ft

Seit einigen Jahren tummeln sich neue Paketformate im Linuxland. Flatpak, Snap und AppImage bringen alle benötigten Abhängigkeiten direkt im Paket mit und sind somit distributionsübergreifend einsetzbar.

Weitere Vorteile sind, dass in einer Distribution Pakete installiert werden können, die neuere oder ältere Bibliotheken erfordern als das Gastsystem bietet. Man denke nur an die gerade aus den Distributionen verschwindenden Python 2 oder Qt4.

Flatpak, Snap, AppImage und AUR

Im Sommer erschien in der Manjaro-Community ein Tool namens fpakman, um Flatpaks gezielter grafisch verwalten zu können. Das mittlerweile zu Bauh umbenannte Tool wurde seither erweitert und kümmert sich nun unter einer gemeinsamen Oberfläche zusätzlich um Snap, AppImage und Pakete aus dem AUR von Arch Linux und seinen Derivaten.

Einfach Pip

Mittlerweile ist die in Python und Qt5 geschriebene und auf GitHub gehostete Anwendung nicht nur unter Manjaro, wo sie seit 18.1 vorinstalliert ist oder unter Arch Linux verfügbar, sondern auch unter Debian, Ubuntu und deren Abkömmlingen. Dort wird sie über den Pip-Installer installiert

sudo apt install python3-pip
sudo pip3 install bauh

Nach dem Start von Bauh erscheint ein Verwaltungsfenster, in dem Anwendungen gesucht, installiert, gestartet, aktualisiert oder deinstalliert werden können. Einige Anwendungen können abhängig von ihrem Paketformat auch herabstuft werden. Zunächst scannt die Anwendung nach installierten Paketen der unterstützten Paketsysteme. Sind Anwendungen darunter, für die ein Update vorliegt, wird dieses ebenfalls angezeigt.

Luft nach oben

Bauh ist ein noch sehr junges Projekt mit Potenzial, das künftig noch weitere Formate unterstützen will. Eine Einschränkung gibt es derzeit für AppImages. Diese werden nur erkannt, wenn sie per AppImageHub installiert wurden. Beim Design ist noch einiges an Luft nach oben.

Bessere Übersicht

Bauh behebt einen Mangel, den sowohl GNOME Software als auch Plasma Discover aufweisen, wenn man diese denn überhaupt nutzt. Diese Anwendungen bieten zwar Unterstützung für Snap und Flatpak, allerdings gehen deren installierte Anwendungen in der Menge der über das Paketsystem installierten Anwendungen unter. Hier bietet Bauh in der Beschränkung auf alternative Formate eine wesentlich bessere Übersicht.

 

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