Ziele für KDE Plasma in 2020

Ziele für KDE Plasma in 2020
Entwurf für Dolphin-Design

KDE-Entwickler Nate Graham, der uns wöchentlich mit den neuesten Entwicklungen in Sachen Plasma versorgt, hat in diesen Tagen neben einem Rückblick auf KDE in 2019 auch einen Ausblick auf das Jahr 2020 gewagt.

Sicher, wahrscheinlich, eher nicht

Nate unterteilt seine Voraussage in Funktionen, die ganz sicher kommen, solche, die wahrscheinlich sind und einige, die zwar machbar sind, aber zu viel Arbeit erfordern, um eine halbwegs konkrete Aussage zu treffen.

Von den als sicher bezeichneten Neuerungen profitiert hauptsächlich Dolphin, dem nach meiner unmaßgeblichen Meinung bereits jetzt besten Dateimanager in allen Betriebssystemen.

Endlich KIOFuse

Die erste Neuerung, die seit vielen Jahren gefordert wird und bereits ebenso lange in Arbeit war, hört auf den Namen KIOFuse und steht kurz vor der Fertigstellung. Sie erhielt kürzlich Beta-Status, nachdem im Google Summer of Code 2019 die letzten Bruchstücke eingefügt wurden.

KIOFuse ermöglicht es, entfernte Verzeichnisse in die Root-Hierarchie des lokalen Dateisystems einzubinden und macht dabei die erweiterten Zugriffsmöglichkeiten von KDE über Kommunikationsprotokolle SSH, Fish, SAMBA/Windows, FTP, Bluetooth, IMAP, Pop3, WebDav und viele weitere für Anwendungen wie Firefox, LibreOffice, GNOME-Anwendungen und Shell-Utilities zugänglich.

Somit kann beispielsweise ein öffentlicher FTP-Server anstatt im Browser oder einem dedizierten Client auch in Dolphin geöffnet und eingebunden werden. Wer sich also den neuen Firefox ein paar Tage vor der Veröffentlichung anschauen möchte, kann künftig den entsprechenden Mozilla-FTP direkt in Dolphin einhängen.

KIOFuse verbindet dabei das virtuelle Dateisystem KIO (KDE_Input/Output) mit dem Kernel-Modul FUSE (Filesystem in Userspace), das es ermöglicht, Dateisystem-Treiber aus dem Kernel-Mode in den User-Mode zu verlagern. Damit wird KDE dann mit dem ebenfalls FUSE-basierten GVFS von GNOME gleichziehen.

Polkit für Root-Aktionen

Auch die zweite Entwicklung, die kurz vor dem Abschluss steht, ist bereits seit Jahren im Gespräch. Es geht um Polkit-Unterstützung für KIO durch die KAuth-Bibliothek. Damit wird auch eine Kontroverse beendet, die 2017 aus Sicherheitsgründen mit der Restriktion begann, Dolphin, Kate und KWrite als Root zu starten. Anhaltende Kritik veranlasste die Entwickler, dies mit KDE Applications 18.08 zurückzunehmen und die Risikoabschätzung dem Anwender zu überlassen.

Die im Jahresverlauf zu erwartende Rechteausweitung macht es nun überflüssig, Dolphin und andere KIO-Apps als Root zu starten. Dann können Dateien, die Root gehören, erstellt und bearbeitet werden, indem im als User gestarteten Dolphin eine Polkit-Abfrage des Root-Passworts den anstehenden Prozess mit entsprechenden Rechten ausstattet.

Samba-Freigaben einbinden

Als Drittes steht die Implementation von WS-Discovery, einem Protokoll zum Auffinden von Webservices in Dolphin an. Damit können bisher unsichtbare Samba-Freigaben im Netzwerk gefunden werden. Diese Funktion sollte bis Dolphin 20.04 bereit zur Veröffentlichung sein.

Design-Überarbeitung

Für Plasma 5.19 stellt Nate Autorotation für mobile Geräte mit entsprechenden Sensoren in Aussicht. Unklar dagegen ist, ob dynamisches Scrollen im Jahr 2020 umgesetzt werden kann. Wahrscheinlicher sind dagegen bereits geplante Design-Änderungen für das Breeze-Theme. Es gibt also auch im Jahr 2020 gute Gründe, sich auf neue Plasma-Versionen zu freuen.

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