Linux 5.6
Bild: Krd Lizenz: CC BY-SA 3.0

Linus Torvalds hat Linux 5.6 freigegeben. Linux 5.6 ist einer der spannendsten Kernel seit Langem und ist vollgepackt mit interessanten Neuerungen aus den Bereichen Netz, Grafik, USB und Virtualisierung. Statistisch gesehen ist der neue Mainline-Kernel dagegen weniger imposant. In 63 Tagen Entwicklungszeit wurden 13.691 Einreichungen getätigt, bei denen 11.577 Dateien geändert wurden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Dateien im Kernel auf 67.337 und die Zahl der Zeilen auf über 25,5 Millionen (ohne Dokumentation).

WireGuard in Linux 5.6

Wichtiger als das sind jedoch die Inhalte. Viel länger als erwartet dauerte die Integration des modernen VPN-Tunnels WireGuard, doch jetzt ist es geschafft. Damit wird die Verwendung der bereits weit verbreiteten Anwendung noch einfacher, da das Kernelmodul nicht mehr vom Anwender gebaut werden muss.

Nächster Standard USB4

Während wir uns noch mit dem Verständnis der Nuancen von USB-3, 3.1, 3.2 und USB Type C beschäftigen, erschien vor einem halben Jahr bereits USB4 (man achte auf die neue Schreibweise), dessen Unterstützung nun in Linux 5.6 Einzug hielt. Erste Geräte, die den neuen Standard unterstützen werden noch in diesem Jahr erwartet.

Raspberry Pi 4 aufgewertet

Besitzer eines Raspberry Pi 4 werden nach der Grundunterstützung in 5.5 im neuen Kernel nochmals bedacht. Der Broadcom PCIe-Controller des kleinen Rechners erfuhr die Integration eines Treibers, der auch den USB-Controller kontrolliert. Die ebenfalls mit 5.5 unterstützte Raspberry-Pi-CPU Broadcom Broadcom BCM2711 erhielt mit Linux 5.6 einen Treiber zur thermischen Kontrolle.

VirtualBox vereinfacht

Virtualisierung mit Oracles Virtualbox ist wieder etwas einfacher geworden als bisher. Der Treiber für gemeinsame Ordner wurde in den Kernel aufgenommen, sodass für die Nutzung dieser zwischen Gast und Host geteilten Ordner keine Gasterweiterungen mehr installiert sein müssen.

Aufgrund der schieren Menge an Neuerungen Anzahl sind hier nur die für Endanwender wichtigsten Weiterentwicklungen erwähnt. Wer weitere Neuerungen von Linux 5.6 nachlesen möchte, kann das spätestens morgen für Laien verständlich – und das sind in Sachen Kernel-Interna wohl die meisten von uns – auf der Webseite Kernel Newbies tun.

Linux 5.6 mit WireGuard freigegeben

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Alle Kommentare
  • Lukas Pritzkow

    30.03.2020, 14:01 Uhr

    Hallo liebes linux news team das war wieder ein sehr svhöner artikel bei dem man was dazu lernen konnte darum möchte ich mich hiermit für ihre arbeit bedanken und sie auf denn schreibfehler in dem letzten absatz aufmerksam mavhen

    Anstatt nur steht da ‘nir’ lg Lukas

    • Ferdinand Thommes

      30.03.2020, 14:02 Uhr

      Danke für Lob und Fehler 🙂

  • Jürgen Hoffmann

    31.03.2020, 09:39 Uhr

    Vielen Dank für die News und deinen Blog – für mich als Linux Newbie (mit fast 59 Jahren) sehr gut und verständlich geschrieben.
    Ich arbeite mit LinuxMint 19.3, wie lange dauert es denn nach deiner Erfahrung, bis so ein Kernel “in Produktion” geht? Da sind schon ein paar tolle Sachen dabei (VPN, Pi4 etc)

    • Ferdinand Thommes

      31.03.2020, 10:03 Uhr

      Hallo Jürgen, das kommt ganz auf die Distribution an. Bei manchen wie bei Arch, Manjaro oder Fedora geht es recht flott, dass neue Kernel zumindest alternativ zur Installation bereitstehen. Bei anderen wie Debian, Ubuntu und deren Derivaten dauert es gemeinhin länger. Bei Debian z.B. bis zur nächsten stabilen Ausgabe irgendwann im nächsten Sommer. Das wird aber dort durch das Backports-Repository abgefedert.

      Was nun Mint angeht, bin ich nicht der Experte. Es gibt aber bereits ein YouTube, das die Installation erläutert. Ob das klug ist, erfragst du wohl am besten im Mint-Forum. Hier (unter siduction) läuft 5.6 bereits ohne Probleme.