Linux 5.7
Bild: Krd Lizenz: CC BY-SA 3.0

Linus Torvalds hat über Pfingsten Linux 5.7 freigegeben. Die Entwicklung der neuesten Version von Linux scheint durch Corona nicht negativ beeinflusst worden zu sein. Die Anzahl der von annähernd 2.000 Entwicklern eingereichten Commits liegt mit fast 14.000 im Durchschnitt der Änderungen der letzten Zeit.

ExFAT ade, hallo sdfat

Die größte Änderung ist die Entfernung des mit Kernel 5.4 eingeführten, aber bisher nicht offiziellen exFAT-Staging-Treibers und stattdessen Samsungs Treiber sdfat als offizielle und von Microsoft abgesegnete exFAT-Implementation aufzunehmen.

Grafiktreiber von Intel und AMD

Wie immer gibt es auch bei Grafiktreibern und Dateisystemen viel Bewegung. Intels i915-Treiber unterstützt nun offiziell die GPU-Architektur Xe (Gen12) für Intels in 10 nm realisierte Tiger Lake-Architektur. Der AMD- Radeon-Treiber AMDGPU sah unter anderem einen Patch für die initiale Unterstützung für OLED-Backlights bei HDR/OLED Displays. Dabei wird die Helligkeit über den AUX-Zusatzkanal des DisplayPorts geregelt anstatt bisher über Pulsweitenmodulation (PWM).

Das Extensible Firmware Interface (EFI) erhielt ein Patchset, das umfangreicher ausfiel als üblich. Der von Ingo Molnar eingereichte Pull Request begründet das mit Aktivitäten im Team des GRUB-Bootmanagers:

Das GRUB-Projekt zeigt wieder Lebenszeichen, was dazu führt, dass die Einführung des generischen Linux/UEFI-Boot-Protokolls anstelle von x86- spezifischen Hacks, die immer schwieriger zu warten sind. Es gibt Hoffnung, dass alle zukünftigen Erweiterungen nun durch dieses Boot-Protokolls gehen werden.

Darüber hinaus sind neben der Beseitigung von Fehlern und der üblichen Code-Bereinigung unter anderem auch vorbereitende Patches für eine künftige Unterstützung von EFI für RISC-V sowie Verbesserungen für AArch64/ARM64 enthalten.

Dateisysteme Btrfs und XFS

Bei den Dateisystemen erfuhren Btrfs und XFS nennenswerte Änderungen. Die Patches für Btrfs von SUSE-Entwickler David Sterba umfassen unter anderem Änderungen am Kern-Code, darunter Referenzzählungen und einen Leak-Detektor zum Schutz des Root-Dateibaums. Zudem erhielt Btrfs den neuen ioctl()-Befehl BTRFS_IOC_SNAP_DESTROY_V2, der das Löschen eines Untervolumens anhand seiner ID ermöglicht.

In a world gone mad, the kernel looks almost boringly regular.

TORVALDS ZUR ENTWICKLUNG VON LINUX 5.7

Für XFS sind Änderungen integriert, die für einen kommenden Kernel ein Online-FSCK-Tool versprechen, an dem Oracle-Entwickler Darrick Wong bereits seit 2017 arbeitet. FSF2 unterstützt jetzt Kompression mittels Z-Standard (zstd).

80 × 25 veraltet

Zwei Tage vor der Veröffentlichung brach Torvalds mit einem aus den 80er Jahren stammenden Paradigma, indem er erklärte, der 80 x 25 Codierstil sei nicht mehr zeitgemäß und werde deswegen in die Kernel-Entwicklung nicht mehr forciert, obwohl weiterhin empfohlen.

Merge Window für 5.8 geöffnet

Die aktuelle Version von Linux kann von Kernel.org bezogen werden. Das zweiwöchige Fenster für Einreichungen zu Linux 5.8 ist nun geöffnet. Wenn alles glattläuft, sollte der nächste Kernel im Ende Juli oder Anfang August erscheinen. Wie immer bietet das Projekt KernelNewbies eine übersichtliche Zusammenfassung der Änderungen zu Kernel 5.7.

Linux 5.7 freigegeben
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