Mozilla stellt Firefox Send vorerst ein

Mozilla stellt seinen verschlüsselten Dateiaustauschdienst Firefox Send vorübergehend ein. Der Dienst tauchte erstmals 2017 als ein Experiment der mittlerweile eingestellten Test-Pilot-Reihe auf. Vor 15 Monaten stellte Mozilla den privaten Filesharing-Dienst als eigenständige Web-App zur freien Nutzung bereit.

Vorübergehend ausgesetzt

Wer allerdings heute auf die Webseite des Dienstes geht, wird mit der Meldung konfrontiert, dass der Dienst zeitweise ausgesetzt ist, während Mozilla an Verbesserungen arbeitet. Während Mozilla nichts zu den Gründen der Überarbeitung verlautbart hat, ist auf ZDNet zu lesen, die Organisation wolle Berichten über den Missbrauch des Dienstes durch Malware-Betreiber nachgehen.

Malware-Schleuder

Laut ZDNet laden Malware-Autoren ihre Malware auf Firefox Send hoch, wobei die Datei verschlüsselt gespeichert wird. Dann geben Hacker die resultierenden Download-Links in E-Mails weiter. In den letzten Monaten soll Firefox Send vermehrt dazu verwendet worden sein, Malware für alle Arten von Cyberkriminalität zu verteilen. Darunter sind Lösegelderpressung, Banking-Trojaner und Spyware.

Dabei machen sich die Cyberkriminellen die Tatsache zunutze, das URLs mit Firefox im Namen allgemein mehr Vertrauen entgegengebracht wird als unbekannten URLs. Zudem müssen die Kriminellen keine eigene Infrastruktur aufbauen und bekommen sogar die Verschlüsselung obendrauf.

Mozilla überarbeitet den Dienst

Mitglieder der Security-Community hatten vor einem Monat einen Bugreport bei Mozilla eingereicht, der auf die Umstände aufmerksam macht und gefordert, Mozilla solle eine Möglichkeit schaffen, Missbrauch direkt über den Dienst zu melden. Mozilla sagte gegenüber ZDNet, neben einem Schalter zum Melden von Missbrauch werde künftig die Anmeldung in einem Firefox-Konto, die bisher zur Erhöhung des Volumens von 1 auf 2,5 GByte freiwillig war, für alle verbindlich sein.

Eigentlich praktisch

Firefox Send bietet ein einfache Weboberfläche, in die Daten bis zu einem GByte Umfang ohne Anmeldung hereingezogen oder abgelegt werden können. Wenn die Daten hochgeladen sind, erhält der Anwender einen Link, bei dem er festlegen kann, nach wie vielen Downloads oder nach welchen Zeitraum der Link verfällt und die Daten nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Spanne reicht von einem bis zu 100 Downloads. Zeitlich lässt sich die Verfügbarkeit von fünf Minuten über eine Stunde, einen Tag bis zu einer Woche festlegen. Optional kann der Link mit einem Passwort geschützt werden.

Der Empfänger klickt einfach auf den Link und kann auf die übertragenen Daten zugreifen. Er muss dazu weder Firefox noch bisher ein Firefox-Konto haben. Mozilla hat den Dienst nach den gleichen Sicherheitsprinzipien entwickelt, denen auch Firefox Sync folgt, wie es damals in der Ankündigung hieß.

Quellcode einsehbar

Im Rahmen der Bedingungen für die Firefox Cloud Services hat Mozilla für den neuen Dienst eine Datenschutzerklärung verfasst, in der auch ein Link auf den Quellcode verweist. Laut der Erklärung kann Mozilla weder den Namen noch den Inhalt der verschlüsselten Datei sehen. Für die Speicherung der übertragenen Dateien nutzt Mozilla die Google Cloud Platform.

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