Erster Blick auf das PineTab »Early-Adopter« von Pine64

Erster Blick auf das PineTab »Early-Adopter« von Pine64
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Das Linux-Tablet PineTab» Early-Adopter« von Pine64 ist eingetroffen. Der DHL-Bote brachte es an die Tür, ohne dass weitere Kosten für Steuern oder Zoll angefallen sind. Verwundert mich zwar etwas, aber erfreulich ist es allemal. Auf der Verpackung war nicht zu erkennen, wo das Paket abgeschickt wurde. Andere Empfänger waren nicht so glücklich, also muss mein Paket durchgerutscht sein.

Tablet mit Tastatur-Cover

Die Hardware habe ich bereits im Juli beschrieben, für Tablet und Tastatur-Cover habe ich 119 US-Dollar gezahlt. Das 10-Zoll Tablet selbst mit den Maßen 175 × 260 × 11 mm und einem Gewicht von 575 g macht einen soliden Eindruck. Das über einen magnetischen Steckverschluss angeschlossene Tastatur-Cover erfüllt seine beiden Aufgaben, natürlich kann man bei dem Preis nicht zu viel verlangen. Die Tastatur, die ohne Zahlenblock, aber ansonsten vollständig ist, erlaubt auch das Schreiben längerer Texte, allerdings möchte man den Arbeitsalltag nicht damit zubringen, falls dieser viel Tipparbeit beinhaltet.

Drei Updates nötig

Der Akku war zu 80 Prozent geladen, also konnte es gleich losgehen. Gleich nach dem Einschalten klärte ein Text mich darüber auf, dass im Auslieferungszustand einige Dinge aufgrund des Beta-Status der Software Ubuntu Touch nicht funktionieren würden und ich das Gerät ohne verbundene Tastatur über die Einstellungen zweimal aktualisieren sollte. Dabei waren leider einige Funktionen, deren Zustand ich bereits im Mai beim ersten Test mit dem PinePhone unter Ubuntu Touch bemängelt hatte. Vor der Aktualisierung funktionierte Folgendes nicht:

  • der freie Speicher wird mit 14 GByte falsch angezeigt, da die Partition nicht erweitert wurde
  • das Touchpad funktioniert nicht
  • eine angeschlossene Maus ist mittig in einem Kasten von 800 × 800 px gefangen
  • die Kameras funktionieren nicht
  • Bluetooth lässt sich nicht aktivieren
  • die Bedienung des Touchscreen ist sehr hakelig
  • die Rotation aus der Landscape-Ansicht funktioniert nicht
  • das Gerät macht kratzende Geräusche beim Start
  • Dienste wie Nextcloud oder WebDAV lassen sich nicht einbinden

Nach drei Updates war Ubuntu Touch 16.04 (2020-W41) installiert und einige der Probleme verschwanden. Einige recht limitierende Probleme sind aber immer noch vorhanden:

  • der Cursor des nun ab und zu funktionierenden Touchpads sowie einer alternativen Maus sind immer noch mittig in einem Kasten von 800 × 800 px gefangen, was sie ziemlich nutzlos macht
  • die knarzenden Geräusche sind beim Update und beim Start zu hören
  • Dienste wie Nextcloud lassen sich nicht einbinden
  • Bluetooth lässt sich aktivieren, scannt aber nicht nach Geräten
  • Screenshots lassen sich nicht erstellen (Patch ist da, aber noch nicht im Update)

Unsichtbare Folie

Das Problem mit der hakeligen Touchscreen-Bedienung hatte allerdings einen anderen Grund, den ich nirgends erwähnt fand. Auf dem Screen ist eine dicke Schutzfolie, die man allerdings erst mühsam mit dem Fingernagel anheben muss, um sie abzuziehen. Man nimmt sie vorher in keinster Weise als Folie wahr. Ich stieß zufällig im Telegram-Kanal auf diese Information.

Macht Spaß, aber nicht mit Ubuntu Touch

Das PineTab gefällt mir bisher gut, allerdings werde ich, wie auch beim PinePhone, mit Ubuntu Touch nicht warm. Das Tablet kaufen sollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nur, wer bereit ist, mit Workarounds zu arbeiten und mit zeitweiligen Unzulänglichkeiten zu leben.

Ich werde in den nächsten Wochen sowohl Mobian als auch AVMultiPhone darauf testen. Das ist auch hier recht einfach, da Ubuntu Touch auf der eingebauten eMMC installiert ist. Weitere Distributionen können einfach per SD-Karte ausprobiert werden. Weitere Informationen zum PineTab vermittelt das Pine64-Wiki.

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