Vom Rest das Beste – Woche 32

Vom Rest das Beste – Woche 32
Vom Rest das Beste

Gestern wurde Debian GNU/Linux 11 »Bullseye« veröffentlicht, aber nicht nur das, auch das seit 31 Jahren in Entwicklung befindliche Debian GNU/Hurd 2021 als die inoffizielle Portierung von Debian auf den GNU Hurd-Mikrokernel wurde freigegeben. Das dürfte ein Rekord sein, was Software-Entwicklung ohne ein stabiles Release angeht. Hut ab vor so viel Enthusiasmus! Wir backen lieber kleine Brötchen und kümmern uns erst mal nur um die vergangene Woche.

Distributionen

Neben Debian 11 und Elementary OS 6.0 haben weitere Projekte neue Versionen ihrer Distribution vorgelegt. Dazu zählt Tails 4.21, hier steht demnächst Tails 5.0 auf Basis von Debian 11 an. Weiterhin gab es Mabox Linux 21.08, einen Manjaro-Klon mit Openbox als Fenstermanager, das auf Arch aufsetzende ArcoLinux 21.09.8 sowie das aus Japan stammende Live-System Fugulta 6.9, das auf OpenBSD 6.9 basiert und bei i386 nur 64 MByte RAM zum Booten braucht. Wer auf Enlightenment als Desktop steht, wird sich vermutlich über Elive 3.8.22 Beta zum Testen freuen, das E16 als Grundlage nutzt. Neu in der Pen-Testing-Szene ist Predator OS. Der Universal Media Server erschien in Version 10.9, das Network Security Toolkit als NST 34.

Anwendungen

Wer gerne mit Kerneln experimentiert mag Gefallen an Tilck finden, einem monolithischen x86-Kernel für den Bildungsbereich, der auf Binärebene Linux-kompatibel ist. Langfristig könnte das noch recht junge Projekt Tilck für eingebettete Systeme geeignet sein, für die ein vollständig deterministisches System mit extrem niedriger Latenz erforderlich ist.

Die E-Book-Verwaltung Calibre ist als 5.25 erschienen, die Digital Audio Workstation Ardour in Version 6.9. Wenn es des Öfteren vorkommt, dass ihr irgendwo einen Song hört und wissen möchtet, wie er heißt oder wer der Interpret ist, dem hilft Mousai vielleicht künftig beim Identifizieren. Es setzt das Konzept von Shazam für Linux um. NetworkManager 1.32.8 behebt einige Fehler des Vorgängers. Der Logical Volume Manager LVM erhielt ein Update auf Version 2.03.13, das einige interne Systemaufrufe vereinfacht.

Bei KDE wurde neben KDE Gear 21.08 auch KDE Frameworks 5.85 freigegeben. KDE-Frameworks besteht aus derzeit 83 Zusatzbibliotheken zu Qt, die eine Vielzahl von häufig benötigten Funktionen bieten. In der KDE-Kolumne von Nate Graham geht es in dieser Woche um Bugfixing und Verbesserungen für Geräte mit Touchscreen. Der Berkeley Packet Filter (BPF) wurde 1992 für Unix vorgestellt und zog 2014 als extended BPF (eBPF) in den Linux Kernel ein und hat sich mittlerweile auf den Weg zu Windows gemacht. Um diesem wichtigen Tool eine adäquate Entwicklung zu gewährleisten, wird es künftig in einer eigenen Stiftung gepflegt.

Lesestoff

Martin Kepplinger, bei Purism mit Kernentwicklung befasst, skizziert in einem kurzen Report den aktuellen Stand der Unterstützung für das Librem 5 im Mainline-Kernel. Um Linux-Phones geht es auch im nächsten Tipp, der beschreibt, wie man ein PinePhone in einen mobilen Hotspot verwandelt. wieder einmal plädiert ein Artikel dafür, das Ubuntu die jeweils drei Veröffentlichungen zwischen zwei LTS-Ausgaben als Rolling Release gestalten sollte. Zu guter Letzt noch zwei Artikel mit eher historischem Anspruch: Richard Stallman and The History of Free Software and Open Source, das als Text und Podcast vorliegt und Why I Wrote PGP, das erzählt, was Phil Zimmerman zu PGP bewegte. Bleibt gesund!

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