Firefox soll durch Tab Unloading stabiler werden

Bildquelle: Mozilla

Mit dem gestern freigegebenen Firefox 93 versucht Mozilla erneut, dem Problem OOM (out of memory) Herr zu werden. Die entsprechende Funktion namens Tab Unloading wurde bereits mit Firefox 67 eingeführt, aber schnell wieder eingestellt, da keine Balance zwischen der Verringerung des Speicherbedarfs des Browsers und der Verärgerung des Benutzers, weil es eine leichte Verzögerung gibt, wenn der Tab neu geladen wird, gefunden werden konnte, wie ein aktueller Blogeintrag auf Mozilla Hacks zum Thema verrät. Jetzt wurde Tab Unloading für Windows wieder aktiviert, Linux und macOS sollen mit Firefox 94 folgen.

Algorithmus verfeinert

Dazu wurde der Algorithmus zur Erkennung von niedrigem Speicherplatz und zur Auswahl von Tabs verfeinert. Unloading soll nur eingreifen, wenn der Browser wegen Speichermangel kurz vor dem Absturz steht. Experimente in den vergangenen Nightlies geben zu der Hoffnung Anlass, dass die Anwender nun von der Funktion profitieren können. Wenn der Arbeitsspeicher des Systems kritisch niedrig ist, beginnt Firefox nun automatisch damit, Tabs zu entladen, um Abstürze zu vermeiden.

Im Idealfall werden nur Tabs entladen, die vermutlich nicht mehr benötigt werden, und der Benutzer wird schließlich den Browser neu starten oder nicht geladene Tabs schließen, bevor er sie erneut lädt. Dazu wird ermittelt, wann der Benutzer einen Tab zuletzt benutzt hat und dann die am seltensten benutzten Tabs zuerst entladen. Tabs, die Ton abspielen, Bild-im-Bild verwenden, angeheftete Tabs oder Tabs, die WebRTC verwenden, werden stärker gewichtet, sodass es weniger wahrscheinlich ist, dass sie entladen werden. Tabs, die aktuell benutzt werden, sind vom Unloading ausgenommen.

Neue Übersichtsseite

Mit Firefox 94 soll unter about:unloads eine neue Seite hinzukommen, die dokumentiert, in welcher Reihenfolge Tabs entladen werden, falls es nötig ist. Zudem kann der Anwender dort Tabs manuell entladen. Die Seite ist derzeit in der Testphase, und kann in einer frühen Form in Firefox 94 Beta ausprobiert werden. Es gibt bereits einige Erweiterungen, mit denen Anwender Tabs entladen können. Die Entwickler gehen davon aus, dass beide Methoden sich nicht stören, da sie das gleiche tabs.discard() API verwenden. Nützlich können die Erweiterungen weiterhin sein, da sie zum Teil andere Metriken oder aggressivere Heuristiken einsetzen, um mehr Speicher zu sparen.

Firefox crasht bei zu vielen offenen Tabs

Das Thema tangiert mich persönlich, da ich mit meinem Workflow mit Firefox bisher nicht arbeiten kann. Ich habe üblicherweise am Desktop 300 – 500 Tabs in ~ 10 Browser-Instanzen geöffnet, in denen ich meine aktuelle und die Arbeit der nächsten Monate organisiere und abarbeite.

Das hat sich über die Jahre als der beste Workflow für mich etabliert, da ich bei der täglichen Arbeit oft über Links stolpere, die für künftige Projekte interessant sind. Die verschiebe ich dann einfach in die entsprechende Browser-Instanz, bis sie benötigt werden. Das erspart oft einiges an Recherche, wenn dann das entsprechende Thema ansteht. Ist das Thema erledigt, wird die Instanz einfach geschlossen.

Mit Firefox habe ich bereits einmal bei einem der bei dieser Last nicht gerade seltenen Crashes des Browsers fast alle Tabs verloren, obwohl genügend RAM vorhanden war. Seitdem arbeite ich am Desktop-Rechner mit Chrome, der das klaglos schafft. Zudem setze ich Session Buddy ein, um für den Fall der Fälle meine Arbeitsgrundlage nicht zu verlieren. Eine gute Alternative ist Workona, dass es wie Session Buddy auch für Chrome und Firefox gibt. Vielleicht wird Firefox ja nun künftig auch für solche Workloads benutzbarer.

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