Fedora: die Anaconda häutet sich

Fedora: anaconda häutet sich
Photo by David Clode on Unsplash

Anaconda, der Installer für Fedora, RHEL und dessen Klone ist einer der sperrigsten Distributions-Installer, die ich kenne. Besonders für Neulinge, wenn diese den einfachsten Installationspfad verlassen und individuelle Einstellungen vornehmen wollen, kann es haarig werden. Davon abgesehen lassen sich mit Anaconda auch komplexe Partitions-Szenarien erstellen, wenn man das Prinzip einmal verstanden hat.

Doch das könnte sich bald ändern, denn Anconda häutet sich, um im Bild zu bleiben. Mit anderen Worten, das User-Interface erhält eine längst fällige Generalüberholung der bisher auf GTK basierenden Oberfläche, wie jetzt dem Fedora Community Blog zu entnehmen ist.

Installer im Browser

Die neue UI wird als Webbrowser-basierte Benutzeroberfläche unter Verwendung der bestehenden Cockpit-Technologie völlig neu geschrieben. Cockpit ist ein bei Red Hat entstandenes, web-basiertes Interface zur Steuerung von Servern, das in den letzten Jahren dank stetiger Entwicklung immer mehr Funktionalität erlangt.

Derzeit existiert von der Oberfläche lediglich ein Prototyp, während im Backend auf der Ebene darunter bereits seit geraumer Zeit die Modularisierung von Anaconda implementiert wird. Dazu wurde Anaconda in verschiedene Module aufgeteilt, die per DBus kommunizieren. Hier kommt dann Cockpit ins Spiel, das laut den Entwicklern eine gute Unterstützung für DBus bietet.

Remote Installation

Mit der Umstellung auf einen web-basierten Installer entfällt auch die Notwendigkeit zum Einsatz von VNC, wenn es darum geht, eine entfernte Maschine zu installieren, die über kein Display verfügt oder physisch nicht erreichbar ist. Ein interessanter Aspekt in diesem Zusammenhang ist Cockpit Client, eine App, die die Verbindung zu Servern per SSH erlaubt und dabei ohne die Webserver-Komponente von Cockpit auf dem Server auskommt. Des Weiteren gibt es Cockpit-Desktop, das einen Web-Browser (webkit) in einem isolierten Network-Namespace startet und damit vermutlich die Grundlage der neuen Oberfläche darstellt.

Weitere technische Erläuterungen sollen demnächst folgen. Die Schlussworte des Artikels lassen allerdings vermuten, dass es noch eine Weile dauern könnte, bis alle Teile gut genug zusammenspielen, um eine Veröffentlichung im Rahmen eines Fedora-Releases zu erlauben.

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