Vom Rest das Beste – Woche 3

Woche 3 des nicht mehr so ganz neuen Jahres liegt hinter uns und die anhaltende Pandemie schlägt aufs Gemüt. Aber davon wollen wir uns nicht unterkriegen lassen und schauen uns an, was in dieser Linux-Woche bisher keine Beachtung fand.

Bemerkenswert fand ich, dass zwei große Online-Portale aus einer SUSE-Verlautbarung herauslasen, dass SUSE die Veröffentlichung eines weiteren RHEL-Klons plane, um Anwender des eingestellten CentOS aufzusammeln, wenn es doch gar nicht um eine Distribution, sondern um ein übergreifendes Support-Angebot geht.

Distributionen

Die Woche verlief relativ ruhig, was die Veröffentlichung von Distributionen angeht. ArchLabs, einer der vielen Arch-Ableger, erschien als 2022.01.19 und bringt mit dk und Sway zwei neuen Fenstermanager mit. deepin 20.4 bietet Linux 5.15.6 und 5.10.83 LTS als Kernel zur Auswahl. Die Datenschutzrichtlinie im Installer wurde aktualisiert und die Logik zur Erstellung von Partitionen optimiert.

Qubes OS nähert sich mit dem vierten Release-Kandidaten der stabilen Veröffentlichung von Qubes OS 4.1.0 an. Die neue Version bringt unter anderem durch das Hinzufügen einer GUI-Domain eine Architekturänderung, um aus Sicherheitsgründen die GUI-Funktionalität aus dom0 auslagern zu können. Absolute Linux basiert auf Slackware64-current, ist auf den Desktop fokussiert und ersetzt in Version 20220117 Firefox ESR mit dem regulären Firefox und tauscht spacefm gegen qtfm als Dateimanager. GhostBSD 22.01.12 erkennt ältere AMD Radeon-Grafikkarten, die den Radeon KMS/DRM-Treiber anstatt AMDGPU benötigen, jetzt automatisch.

Anwendungen

VirtualBox 6.1.32 ist ein Wartungs-Release und behebt Fehler der Vorgängerversionen, unter anderem bei der Erkennung von USB-Geräten unter Linux. Flatpak 1.12.4 dient ebenfalls der Wartung und nimmt wegen Regressionen die Lösung für CVE-2022-21682 zurück. Das Problem wird nun in einer neuen Version von flatpak-builder gelöst. Ein großes Release hat nach einem Jahr Entwicklung und über 9.100 Änderungen dagegen WINE mit Version 7.0 hingelegt. Die meisten Module wurden zum PE-Format konvertiert und es gibt unter anderem bessere Unterstützung für Theming inklusive eines moderneren Standard-Themes.

Bei KDE drehte sich in dieser Woche alles um Fehlerbereinigung. Das betrifft die Beta von Plasma 5.24, aber auch generell Fehler im Bugtracker. Hier hatte Nate Graham in der Vorwoche zur 15-Minute Bug Initiative aufgerufen. Im Umfeld von KDE bewegt sich der auf KDE Frameworks basierte Finanzmanager Skrooge, der in Version 2.27.0 erschienen ist.

Neil Mc. Govern berichtet als Vorsitzender der GNOME Foundation über die Verwendung von Zuwendungen von Endless Network aus den Jahren 2020/21, mit deren Überschuss jetzt drei Projekte aufgelegt wurden. Eines davon soll Strukturen schaffen, um Entwicklern per Flathub zu ermöglichen, Apps per Spenden oder Abo zu monetarisieren. die beiden anderen Projekte beschäftigen sich mit der Integration von Progressive Web Apps und der Adaption von GTK4 und Adwaita in GNOME.

Lesestoff

Lesenswert fand ich in dieser Woche eine Abhandlung über die Geschichte der GUI. Im Blog von NGINX wird Gründer Igor Sysoev verabschiedet, der sich aus der Entwicklung und dem Unternehmen zurückzieht. Wer lieber schauen anstatt lesen möchte, der findet im Vortrag von Brian Kernighan die kurzweilige Geschichte »Early Days of Unix at Bell Labs«. Eher in der Gegenwart argumentiert YouTuber Jay, dass Flatpak die Zukunft der Verteilung von Apps bei Linux sei. Und damit wünsche ich eine entspannte neue Woche und bleibt bitte gesund.

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