Fedora 36

Fedora Linux 36 mit GNOME 42 freigegeben

Eigentlich sollte Fedora Linux 36 am 19. April erscheinen, der Termin musste jedoch zweimal um eine Woche verschoben werden. Das erinnert stark an frühere Zeiten, in denen Fedora üblicherweise ein paar Wochen später erschien als geplant. In den letzten beiden Jahren hatte sich das stark gebessert.

20 Jahre RHEL und Fedora 36

Während vor 20 Jahren die erste Version von RHEL erschien, erblickte Fedora Linux jetzt in stabiler Version 36 das Licht der Welt. Die neue Fedora-Version ist nach Ubuntu 22.04 die zweite Distribution, die das Ende März veröffentlichte GNOME 42 als Standard-Desktop für die Workstation-Ausgabe ausliefert. Im Gegensatz zu Canonical, dass eine angepasste GNOME Shell ausliefert, liefert Fedora das Original aus. Als Kernel kommt Linux 5.17 vom 20. März zum Einsatz, selbstredend ist Wayland Herr über die Sitzungen.

Während Ubuntu auf Wunsch von NVIDIA die Unterstützung für deren Grafikkarten mit proprietärem Treiber sehr kurzfristig vor Veröffentlichung entfernt hat, behält Fedora 36 diese Unterstützung bei. Wer Probleme damit hat, kann bei der Anmeldung auf X11 ausweichen.

LXQt als offizieller Spin

Als neue Desktop-Variante wurde LXQt in den Reigen der Spins aufgenommen, die ansonsten neben GNOME 42 als Standard der Fedora Workstation bereits Desktops wie KDE Plasma 5.24, Xfce 4.16, MATE Compiz, Cinnamon, LXDE, SOAS (Sugar on a Stick) und den i3 Tiling WM bietet.

Snapshot-Handling erleichtert

Auch unter der Haube hat sich einiges getan. In Fedora Linux 36 wird die RPM-Datenbank von /var nach /usr verschoben. Die Verlagerung der RPM-Datenbank nach /usr erleichtert verschiedene Arten von Snapshot- und Rollback-Operationen. Der Schritt, Daten nach /usr zu verschieben und /usr zu einem separaten Subvolume zu machen, wurde bereits vor einiger Zeit für die Fedora-Varianten umgesetzt, die rpm-ostree verwenden, insbesondere Silverblue, Kinoite, CoreOS und IoT. Dort liegt rpmdb in /usr/lib/sysimage. Diese Anordnung wurde für Fedora Workstation übernommen, sodass die Standard-Fedora-Versionen diese Funktionen zu gegebener Zeit ebenfalls nutzen können.

Kein fbdev mehr

Eine weitere Änderung betreibt das Abschneiden alter Zöpfe weiter, bei dem Fedora oft den Vorreiter gibt. Die Framebuffer-Gerätetreiber (Fbdev) des Kernels werden nicht mehr ausgeliefert. Somit kommen nur noch Direct Rendering Manager (DRM) und Kernel Mode Settings (KMS) zum Einsatz. Möglich wird das durch die arbeit von SUSE-Entwickler Thomas Zimmermann, der den simpledrm-Treiber beisteuerte, der den System-Framebuffer, der von der Firmware eingerichtet wurde, als DRM-Gerät ausgibt, auch wenn es für das Gerätr keinen DRM-Treiber gibt.

Bei den Fonts erfolgt die Umstellung auf Noto als Standard für verschiedene Sprachen, um die Konsistenz der Textdarstellung zu gewährleisten. Bei der Software folgt Fedora weitgehend den GNOME-Vorgaben und liefert somit auch den neuen GNOME Text Editor anstatt dem gewohnten Gedit aus. Ansonsten werden unter anderem Firefox 99, LibreOffice 7.3 beigelegt.

Reichlich Auswahl

Wie üblich legt auch die neue Version Wert auf die Aktualisierung von Programmiersprachen, Tools und Anwendungen wie GCC12 und Glibc 2.35Ruby on Rails 7.0, Django 4.0, PHP 8.1.x, PostgreSQL 14. Podman 4.0 feiert ebenfalls sein Debüt in Fedora 36. Fedora 36 Workstation steht auf GetFedora zum Download bereit. Spins und Labs dürfen natürlich auch nicht fehlen. Fedora Server und Cloud sowie die Spins mit alternativen Desktops für die ARM-Plattform, für die Power Architektur und für s390x sind auf einer eigenen Seite zum Herunterladen gelistet.

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