SUSE ALP mit MicroOS testen

Im Juni berichtete ich über die Pläne für SUSEs Adaptable Linux Platform (ALP). Allzu viel Konkretes gab es nicht zu berichten. Klar wurde, dass ALP ähnlich Distributionen wie Fedora Silverblue oder Kinoite künftig als unveränderliches (immutable) System konzipiert wird. Das bedeutet unter anderem, dass das Root-Dateisystem schreibgeschützt eingehängt wird und transaktionale Updates als Image mit der Möglichkeit des Rollback eingespielt werden. Bei Suse kommt schon sehr lange Btrfs als Dateisystem zum Zug, mit dem die Snapshots erstellt werden. Fedora wechselte erst letztes Jahr zu Btrfs als Standard.

Bisher nur Umrisse erkennbar

Auf der openSUSE Conference 2022 Anfang des Monats erläuterte Michal Svec, SUSE Product Manager for SLES etwas näher, worum es geht. Demnach ist ALP ein zweigeteilter Ansatz, der sich aus einem die Hardware aktivierenden Host-System und einer Benutzerschicht zusammensetzt. Das Host-System soll so minimalistisch wie möglich ausgelegt sein und noch weniger Funktionalität bieten wie das derzeitige SLE Micro. Die Benutzerschicht soll die Pakete bereitstellen, etwa in Form von Flatpaks, VMs oder Containern.

Jetzt verdichtet sich die Information, dass MicroOS die Basis für ALP bilden wird. Suse stellt Abbilder für x_86 von MicroOS vom 19. 7. mit KDE Plasma oder GNOME für Desktop, Container und als Virtual Appliances für verschiedene Virtualisierer wie KVM, VMware, VirtualBox, Vagrant und HyperV bereit, damit Interessierte sich ein Bild machen können. Auch ein Image für ARM ist verfügbar.

Zunächst alles wie gewohnt

Die Installation läuft wie bei SUSE gewohnt ab, wenn man davon absieht, dass man sich eingangs für eine System Role entscheiden muss. Neben einem minimalen System, den Optionen für KDE Plasma und GNOME und einem Container Host gibt es zwei Varianten mit einem Measured Boot mit TPM.

System Roles bei der Installation

Dateisystem nur lesbar

Nach der Installation sieht das System zunächst wie ein übliches SUSE aus, bis man versucht, zusätzliche Software per Zypper zu installieren. Da erfahren wir, dass das Dateisystem nur lesbar eingehängt ist. Seltsamerweise konnten wir das gleiche Paket mit dem Software-Shop Discover ohne weitere Änderungen aus dem Tumbleweed-Repository (repo-oss- 7.6.0.3.2) installieren. Dort lässt sich auch Flathub als Quelle einbinden.

Ein weiterer Weg, Software zu installieren, ist das von Fedora übernommene Toolbox, das durch den Aufruf von toolbox einen Container erstellt, in dem weitere Software installiert werden kann.

Das funktioniert schon mal nicht
Mit Toolbox geht’s dann ganz einfach

Das ist auch unausweichlich, denn neben den notwendigsten Plasma-Apps ist keine Software vorinstalliert, nicht mal ein Browser. Firefox, per Discover installiert, konnte nicht gestartet werden. Per Flathub installiert, funktionierte er dann. Man merkt dem System an, dass es noch in einem sehr frühen Stadium ist. Aber es könnte ein Ausblick auf openSUSE im nächsten Jahr sein. Äußerlich nicht zu erkennen, tickt unter der Oberfläche dann vielleicht ein anderes Herz.

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