ChatGPT: Fluch oder Segen?

ChatGPT ist ein Chatbot, der vom Forschungsunternehmen OpenAI entwickelt wird und auf künstlicher Intelligenz nach dem Modell GPT 3.5 basiert. GPT steht dabei für Generative Pre-Trained Transformer. Elon Musk gehört zu den Gründern, Microsoft mit rund einer Milliarde USD zu den Finanziers von OpenAI. Die öffentliche Diskussion seit der Erstveröffentlichung von ChatGPT am 20. November reißt nicht ab, im Gegenteil, sie nimmt ständig zu.

Funktionierender Code

Das Sprachmodell hinter ChatGPT, das auf Deep Learning basiert, vereint einen großen Teil des Weltwissens, immerhin wurde es während des Trainings nicht nur mit den gigantischen Datenmengen aller verfügbaren Webseiten, sondern auch denen der Wikipedia und von GitHub gefüttert. So ist es ChatGPT ein Leichtes, auf Zuruf einfache Scripte zu erstellen, die meist auf Anhieb funktionieren. Ein WordPress-Entwickler erstellte damit ein Plugin, das ohne weitere Änderungen funktionierte.

Von den einen als eine der wichtigsten Erfindungen seit der Einführung des Internets in den Himmel gelobt, sehen andere die Entwicklung mit sehr gemischten Gefühlen. Einerseits liefert der Bot sehr eloquent korrekte und elegant formulierte Antworten auf die meisten Fragen, die man ihm stellt. Bei manchen Fragen ist die Antwort aber auch völlig falsch oder unsinnig.

Keine Gefahr für Google

Das Problem damit ist, dass man, wenn man mit dem Thema der Frage nicht vertraut ist, nicht unterscheiden kann, ob die Antwort korrekt ist, denn im Gegensatz zu einer Google Suche gibt es bei ChatGPT keine Quellenangaben. ChatGPT formuliert seine Antworten aus den ihm verfütterten Daten und führt dabei unter Umständen Auszüge aus vielen verschiedenen Quellen zusammen. ChatGPT ist dabei perfekt, die Grenzen zwischen den Quellen zu verwischen.

Es antwortet in einer Art Dialog sogar auf Nachfragen. Deshalb sehe ich das prognostizierte Ende der Google Suche durch ChatGPT auch als völlig verfrüht an. Allerdings kann man vermuten, dass Microsoft ChatGPT eines Tages in seine Suchmaschine Bing einbauen wird. Auch Google verfügt über den gleichen Stand bei der AI, nutzt diese aber derzeit nicht in der Suchmaschine, da die Verantwortlichen dies für zu gefährlich halten.

Testen macht Spaß

Zugegebenermaßen macht es unheimlichen Spaß, mit ChatGPT zu spielen und es in verschiedenen Themenbereichen zu testen. Hilfreich beim Einstieg sind dabei etwa ChatGPT-Prompts auf GitHub, die man dem Bot so oder in angepasster Form vorsetzen kann. Über eine Million Tester haben das Sprachmodell mit den unterschiedlichsten Aufgaben gefüttert. Der Bot hat mittlerweile zusammen mit der AI-Software Midjourney ein Kinderbuch verfasst und illustriert, einige Filmscripts entworfen, ein Lizenzabkommen über die kommerzielle Verwendung eines von ihm erstellten Songtextes aus dem Hut gezaubert und die Prüfung als Anwalt der US-amerikanischen Rechtsanwaltskammer bestanden.

Auch mal völlig daneben

Bei anderen Aufgaben versagt ChatGPT jedoch völlig. So antwortete der Bot auf die Bitte, eine neue Zahl zu erfinden, mit der Antwort »Ich erfinde die Zahl ‘Siebenundneunzig’ (97)«. Wie gesagt, wenn man es nicht besser wüßte… Zudem kann man ChatGPT leicht dazu animieren, Fakten und Quellen zu erfinden, wie die Wissenschaftlerin Teresa Kubacka feststellen musste. Dabei darf man nicht vergessen, dass ChatGPT noch am Anfang seiner Entwicklung steht.

Für mich ist es spannend zu beobachten, wo dies hinführt, jedoch nicht, ohne dass sich die Haare auf meinen Unterarmen aufrichten. Wer Interesse daran hat, der sollte ChatGPT testen, solange es in der Testphase kostenlos verfügbar ist. Wie schätzt ihr diese Entwicklung ein?

Photo by DeepMind on Unsplash

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