Notizen: Zim & Joplin im Vergleich

Versionsverwaltung

Was ist nun aber, wenn man nur einen einzelnen Eintrag verändert hat und die Änderungen verfolgen bzw. Rückgängig machen möchte? In Joplin geht man beim jeweiligen Artikel auf das (i)-Info-Icon oben rechts.

[metaslider id=21583 cssclass=””]

Dann kann man durch alle Versionen springen und die Änderungen entsprechend verfolgen. Die Erstellung der Versionen erfolgt automatisch.

Zim verfolgt einen anderen Ansatz. Hier wird die Versionsverwaltung über Git (oder auch Bazaar und Mercurial)realisiert. Entweder kann hier natürlich einfach nur Git in der Commandline verwendet werden oder aber man verwendet die Integration direkt in Zim. Über “File –> Save Version…” wird ein neuer Commit erzeugt. Und mittels “File –> Versions…” kann man sich die einzelnen Commits anzeigen lassen. Die Zim-Variante ist zwar sicherlich mächtiger, jedoch für den Hausgebrauch auch ein wenig sperrig.

Sollte es “Save Versions” nicht geben, dann ist das Versioncontrol Plugin in Zim nicht aktiviert. Dies kann über “Edit –> Preferences –> Plugins –> Version Control” erfolgen. Absolut sinnvoll: Öffnet man dort die Konfiguration des Plugins, kann man dort ein Autosave einstellen. Ansonsten erfolgen Commits (Versionierung) nur manuell. Mehr hierzu kann man auch hier nachlesen: Zim Wiki Version Control

[metaslider id=21585 cssclass=””]

Für den Anfänger ist Joplin hier sicher einfacher. Aber dafür kann es natürlich niemals so mächtig sein wie Git.

Papierkorb

Joplin hat keinen Papierkorb. Gelöschte Notizen sind gelöscht. Es gibt hier zwar Diskussionen und Feature-Wünsche, aber bis jetzt keine Umsetzung. Bei Zim haben wir sogar zwei Möglichkeiten gelöschte Notizen wiederherzustellen:

  • Zim verschiebt Notizen, die gelöscht werden in den Papierkorb des Systems. Die Notiz kann also aus dem System-Papierkorb einfach wiederhergestellt werden.
  • Mit aktivierter Versionsverwaltung, lässt sich die gelöschte Notiz natürlich auch einfach per Git & Co wiederherstellen.

Synchronisation & Android

Um ehrlich zu sein, ist dies für mich nicht wirklich relevant, da ich das Desktop-Wiki nur lokal auf meinem privaten Notebook verwende. Auf dem Smartphone hatte ich bis jetzt nicht den Bedarf.

Für Joplin gibt es sowohl eine eigene Android- als auch eine iOS-App. Die Synchronisationsmöglichkeiten z. B. mit Dropbox sind direkt in Joplin integriert, es wird also kein Dropbox-Client benötigt. Aber auch Webdav (z. B. für mailbox.org) und viele weitere Anbieter/Protokolle sind möglich. Zudem lassen sich die Notizbücher verschlüsseln. Nicht schlecht.

  • Bei Zim muss man hier auf externe Lösungen zurückgreifen. Also z. B. den Zim-Ordner per Seafile oder Nextcloud synchronisieren. Wer mobil unterwegs ist: Pech gehabt. Ein Android-Client ist zwar seit 2016 in der Planung. Wirklich passiert ist hier aber nichts. Man kann sich noch grob damit behelfen, dass die Txt-Dateien mit jedem Editor gelesen werden können. Schön ist anders, aber für die gelegentliche Verwendung ist das in Ordnung. Als App bietet sich hier z. B. Simple Notes Pro an.
[metaslider id=21587 cssclass=””]

Die Lizenz

Zim unterliegt der GPL-2.0 und Joplin der MIT-Lizenz. Beide Applikationen sind also frei und vollkommen unkritisch. Der Sourcecode liegt jeweils bei Github:

Joplin bei Github

Zim bei Github

Die Installation

Die Installation bei Zim ist einfach. Alle relevanten Distributionen bringen Zim in ihren Paketquellen mit. Eine Installation erfolgt also einfach über APT, YUM oder PACMAN.

Bei Joplin gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Der offizielle Weg per AppImage, wie auf der Internetseite beschrieben
  • Snap (von mir genutzt)
  • AUR (unter Arch / Manjaro)

Joplin ist mit 126 MB allerdings schon ein ganz schönes Schwergewicht, während Zim mit 7,7 MB auskommt. Die Verwendung des Paketmanagers der Distribution hat zudem natürlich immer der Vorteil, dass man sich um Updates keine Gedanken machen muss. Bei Snap und AppImage muss man sich selbst kümmern. Hier gehen die Punkte also an Zim.

Teilt den Beitrag, falls ihr mögt

23 Kommentare

  1. Ich bin Zim Powernutzer. Ich nutze es privat und beruflich für profane und tägliche Notizen, tägliche ToDo Listen, Kalender/Mini-Tagebuch (allerdings nicht das eingebaute Journal) und um mehrere “Datenbanken” mit sortiertem, strukturiertem Wissen zu füllen, also als Nachschlagewerke. Dabei sind oft auch mehrere Notebooks parallel geöffnet.
    Ich arbeite stets im Darkmode mit dunkelgrauem Hintergrund, habe die styles.conf angepasst (zB hellgrüne Links, hellblauer Code-text, Hervorhebungen in Gelb, dazu 5 verschiedene Überschriften styles, usw). Genug um alles Notwendige angenehm hervorzuheben. Übersichtlich – ohne zu bunt zu werden.
    Das mit Abstand wichtigste Feature für mich ist die Speicherung als txt File. Fantastisch. Man hat die Inhalte jederzeit und überall (wenn man synct) ohne dass man spezielle Software dazu braucht. Ein simpler Texteditor reicht. Bei Handy+Tablet (iOS) nutze ich die Goodreader-App, da sie Inhalte verschlüsselt und über eingbaute Synctechnologie verfügt, zB Samba. Ein Klick am Handy > alles gesynct > und in Zim noch kurz Ctrl-R, um den Index zu aktualisieren. Fertig – und das ohne dass man Zim schließen muss!
    Das txt Format erlaubt ebenso, dass man parallel zu Zim die Inhalte auch mit externen Skripten oder durch andere Programme verändern kann: zB Templates erzeugen, Text-Bausteine einfügen, komplizierte Search-and-Replace Sachen u.v.m. Einfach danach wieder Ctrl-R und fertig – ohne dass man Zim schließen muss.
    Und unabhängig dazu auch noch die umfangreiche Plugin Datenbank. Sogar Support für GnuPlot uvm.

    Was mich etwas stört, ist die etwas seltene Syntax: Arbeiten mit normalem Editor, zB am Handy, ist ok, aber besser, wenn man die Syntax kennt (Nebenbei: Markor, s.o., kannte ich noch nicht, werde ich mir sicher ansehen)

    Was mir fehlt, ist dass man zwei Instanzen öffnen kann, also das gleiche Notebook nebeneinander. Wenn man sehr lange Text hat, ist das ein sinnvolles Feature. So schwer zu realisieren kann das nicht sein, denn vor ein paarMonaten war nach einem Update genau das möglich – und hat wunderbar funktioniert. Aber das war wohl nicht beabsichtigt, denn es stand nicht im Changelog, und nach einem sehr schnellen neuen Update war es wieder weg. Zu früh gefreut!

    Was mir wirklich, wirklich fehlt, wäre ein Template zum Lesen von Contact und Calenderfiles, zB vcf-Dateien, deren Inhalte dann menschlich leichter lesbar angezeigt und berbeitet werden könnten. Dann hätte Zim -neben seinen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten- auch so ziemlich den Status eines vollwertigen “Personal Information Managers” erreicht! – Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja demnächst, ein Script dafür zu schreiben.

    0
    1. Danke für diese hilfreiche Kommentarsektion hier!
      Bin mittlerweile auch am verzweifeln, aber irgendwie auch kurz vor einer Lösung:

      Ich möchte Zim Desktop Wiki auf ubuntu 20.04 nutzen, was ich aktuell testweise auch tue.

      Die Synchronisation zwischen zwei Rechnern sollte ja via Seafile-Client (einfach die Notizbücher im Seafile Ordner anlegen) nicht das Problem sein.
      Wie bekomme ich es allerdings auf meinem Handy (iOS) hin, dass ich unterwegs mein Wiki sehen und auch bearbeiten kann?
      Sind euch hierfür gute Apps bekannt unter iOS, die auch mit Seafile (yoursecurecloud) harmonieren?

      Falls nein, würde mir auch “view only” reichen, sodass ich wenigstens unterwegs mein Zim Wiki sehen und darin nachschlagen kann.

      Sollte all das nicht möglich sein, würde ich mich dann nur auf meine zwei Rechner (1 Desktop, 1 Notebook) beschränken, was auch okay wäre.

      Nach einiger Recherche würde ich unter Umständen auch CherryTree in Betracht ziehen, was mir aber da nicht gefällt ist, dass alles in einer Datei abgelegt wird, und dass mir die ganzen Einstellmöglichkeiten relativ überladen erscheinen.

      Da gefällt mir das Zim Wiki mit seinen dezenten Plugins schon wesentlich sympathischer.

      Ich freue mich über jeden Beitrag von euch hierzu!
      Danke für den Input!

      0
  2. Notizenverwaltung is ein Thema, wo ich auch schon echt viel Zeit reingesteckt hab. Manchmal recherchiert man ja lieber zu Produktivitätstools, anstatt produktiv zu sein…

    Ich kann ebenfalls QownNotes empfehlen. Dafür braucht man auch übrigens gar keine Nextcloud oder Owncloud. Sofern man mit dem Smartphone synchronisieren möchte, geht das auch super mit Syncthing.
    QownNotes wird auch sehr aktiv weiterentwickelt und bietet sehr viele Einstellmöglichkeiten, um das Programm an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das braucht am Anfang vielleicht etwas Zeit. Achja, wem das noch nicht reicht, es gibt auch ein Repository mit Nutzerskripts zur weiteren Anpassung bzw. Funktionserweiterung.
    Auch dem Smartphone benutze ich derzeit Markor. Will man beim F-Droid-Store bleiben, gibt es da sonst gerade nicht viel anderes vom Funktionsumfang her.

    Das Einzige, was mich an diesem Setup stört, ist, dass Markdown nicht wirklich standardisiert ist bzw., dass es viele verschiedene Standards gibt. Je nachdem, welche Markdown-Editoren man benutzt, kann es da einem die Formatierung etwas verhauen. Ein Beispiel: Einrücken von Listen. Manche Editoren fügen beim Druck der TAB-Taste zum Einrücken hier tatsächlich ein TAB ein, andere zwei Leerzeichen, wieder andere 4 Leerzeichen. Markor hat z. B. standardmäßig 2 Leerzeichen. Das ist mir als Einrückung aber zu undeutlich. Man kann zwar auf 4 Leerzeichen umstellen, aber dann wird der Text ich glaube ab der 3. Ebene als Codeblock in Markor dargestellt.

    Ich bin daher am Überlegen, ob ich wegen solcher “Kleinigkeiten” langfristig auf Org-Mode wechsle. Das ist einheitlich definiert und kann Tabellen viel besser. Auch finde ich das Programm aufgrund seiner zahllosen Möglichkeiten sehr faszinierend. Außerdem hat man da die Möglichkeit, Aufgabenverwaltung und Notizverwaltung in einem zu haben. Aber egal, ob man es lieber mit Spacemacs oder Doom-Emacs oder vanilla Emacs benutzt, hat es aufgrund der Tastaturbedienung ne steile Lernkurve. Es gibt sehr gute Videotutorials dazu, womit wir wieder beim Beginn meines Kommentars wären … 😉

    Achja, bei meinen Recherchen fand ich auch Tiddlywiki und Mindforger ganz interessant.

    Zu guter Letzt: Falls man lieber leichtgewichtige Markdown-Editoren wie z. B. Ghostwriter oder einfach Texteditoren ohne integrierte globale Suche benutzt, finde ich eine gute Desktop-Suche als Ergänzung sinnvoll. Z. B. Fsearch oder Recoll (falls Volltextsuche und mächtige Such-Syntax gewünscht).

    0
  3. Ich verwende https://github.com/pimterry/notes für alles Mögliche. Das Ding läuft in der Shell, verwendet einen vernünftigen Texteditor 😉 und lässt sich einfach mittels Nextcloud synchronisieren, wenn man das Wurzelverzeichnis in dessen Ordner erstellt.

    Unterverzeichnisse werden selbstverständlich unterstützt.

    Viel mehr benötige ich nicht.

    1
  4. Bin mit Joplin sehr zufrieden. Der ausschlaggebende Punkt für mich war, dass es eine integrierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet, und ich meine Notizen über eine nicht selbst-gehostete NextCloud auf alle meine Geräte synchronisieren kann. Die Android-App und die Desktop-App unterscheiden sich etwas in den Funktionalitäten, in der Regel schreiben ich meine Notizen aber auf dem Desktop. Ansonsten mach Joplin einen aufgeräumten Endruck und bietet einen für mich mehr als ausreichenden Funktionsumfang.

    Wer keine integrierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung braucht aber dennoch auf (NextCloud-)Synchronisation Wert legt, dem sei ein Blick auf die Markdown-Notizanwendung QOwnNotes empfohlen:
    https://www.qownnotes.org/
    Auf der Android-Seite müsste man die Notizen aber mit einer anderen freien Markdown-App verwalten.

    0
  5. Notable ist sicher einen Blick wert mit Seafile lange mein Werkzeug.
    Habe etwas probiert da ich einen Sync zu Android wollte.
    Alles erstklassige Projekte allerdings waren mir Nextcloud und Joplin zu träge und zu guter Letzt ist es nun Zim mit Seafile und Markor.

    0
  6. Ich habe auch lange nach einer passenden Notizbuch-Lösung ala OneNote gesucht und einiges ausprobiert inkl. diversen (Desktop)Wikis. Schlussendlich bin ich bei Joplin gelandet. Vorteile ganz klar: Open Source, plattformübergreifend inkl. Mobile Clients, Markdown, Sync via Nextcloud, WebDAV & Co, Versionierung, Verschlüsselung, …
    Ja, Electron finde ich auch nicht gerade elegant, aber zur Not kann ich Joplin auch im Terminal laufen lassen 😉
    Import/Export kann sich ebenfalls sehen lassen. Für mich bis jetzt die beste Lösung.

    3
    1. Ja, ich bin auch bei Joplin gelandet. Der Client zeigt sogar eingebettete pdf’s an, was für mich sehr praktisch ist. Zudem verwende ich onenote wegen der Unterstützung für handschriftliche Eingaben und der Sychronisation zwischen Android und Linux.

      Sprich: ich habe eine Stift-Tablet und ein Linux-Laptop und arbeite auf beiden.

      Zim mit Markor schaue ich mir mal an, aber bevor ich nicht problemlos von Jolin zu zim migrieren kann, ist es keine echte Option.
      Xournal++ scheint sich auch gut zu entwickeln, auch gibt es eine Android-App und eine iPadOs-App ist in Aussicht gestellt. Das wird wohl langfristig bei mir onenote ersetzen.

      0
    1. Org Mode kann das zusammen mit Syncthing. Du kannst aber zum Synchronisieren auch rsync, Git usw. verwenden.

      PS: DS Note ist grausam – wie auch die anderen Diskstation-Tools. Bei Synology frage ich mich immer, ob die Leute dafür bezahlen, GNU/Linux benutzerunfreundlich zu machen.

      0
    1. Ja als Electron App, das zählt nicht wirklich als Linux Programm. Ist einfach nur n eigenes Browserfenster für die Onlinewebsite. Unter dem Argument gibts viele Programme selbst Powerpoint auf Linux, ne Website läuft unter jedem Betriebssystem. Die Frage hingegen ist, ob es nativ unter Linux läuft.

      2
  7. Seit der Aufgabe meines Blogs nutze ich Zim ausgiebig beruflich und privat auch deshalb, weil die angelegten Texte einfach zu synchronisieren sind. Man muss nur die .zim samt der .txt-Dateien plus Anlagen in den Synchronisierungsordner werfen. Dann die .zim auf anderen Rechnern importieren.

    0
  8. Joplin ist halt in JavaScript geschrieben – kein Wunder, dass es schwerfällig ist. Zim nutzt Python, das passt auch besser zu freier Software. Es gilt aber ohnehin: Für ernsthaftes Arbeiten nimmt man Org-mode.

    0
    1. Es gibt Bemühungen auf beiden Seiten, d.h. Markor hat die taufrische Unterstützung der ZIM Wiki Syntax und bei ZIM wird an der nativen Unterstützung von Markdown gearbeitet.

      Markor kann ZIM Wiki seit dem 20.12., das war offenbar zu neu für diesen Blogbeitrag. Auf der ZIM Seite gehen die Bemühungen wesentlich langsamer voran, das System ist eben um die Wiki Syntax herum gestrickt worden, siehe: https://github.com/zim-desktop-wiki/zim-desktop-wiki/issues/26

      Es gibt übrigens auch einen ZIM Feature Request für die Unterstützung von todo.txt, leider aber ohne relevante Aktivität: https://github.com/zim-desktop-wiki/zim-desktop-wiki/issues/147. Da Markor bereits todo.txt unterstützt, hätte man damit das volle Paket an Funktionalität.

      Synchronisieren lässt sich zwischen Markor und ZIM prima mit Syncthing, damit hat man tatsächlich eine sehr brauchbare und datenschutztechnisch optimale Lösung.

      0

Kommentar hinterlassen