Pros und Cons Zusammenfassung
Schauen wir uns also nochmal die beiden Tools im Vergleich an.
| Feature | Joplin | Zim |
|---|---|---|
| Installation | — Nur als Snap oder AppImage | + Paketmanager |
| Installationsgröße | – 126 MB | + 7,7 MB |
| Synchronisation | + intern (z.B. Dropbox) | + extern (z.B. Nextcloud Client) |
| Mobiler Client (Android) | + ja | – nein |
| Datenspeicherung | – SQlite Datenbank | + Textfiles |
| Design | + modern | – etwas altbacken |
| Dateneingabe | + Markdown | + Rich Text |
| Projektaktivität | + hoch (307 Contributors) | + hoch (96 Contributors) |
| Letzer Release | + Vor 3 Tagen | + Vor 1 Monat |
| Verbreitung | + 20k Stars bei Github | + 1,1k Stars bei Github |
| Übersichtlichkeit | – OK | + Gut |
| Anhänge möglich | + ja | + ja |
| Links möglich | + ja (aber umständlich) | ++ ja |
| Plugins und Diagramme | ++ mittels Mermaid | + mittels Ditaa oder Diagram Editor |
| Versionskontrolle | + ja | + ja mittels git Integration |
| Papierkorb | – nein | + ja |
| Tabellen | ++ per Markdown | + per Plugin |
| Lizenz | + MIT | + GPL-2.0 |
| Trennung von Privat und Beruf | – nein | + ja |
| Suche | + ja | + ja |
Fazit
Wie sieht nun mein Fazit aus, was das Thema Zim und Joplin angeht? Ich bin grundsätzlich nicht der absolute Power-User von Desktop-Wikis. Meine Notizen sind eher kurz und keine vollständige Wissensdokumentation. Also eher, was man sonst auf einen Post-it schmieren würde. Ein paar Linux Kommandos, die ich mir einfach nicht merken kann, weil ich sie nur selten verwende, ein paar Notizen zu Artikelideen usw.
Joplin ist wirklich eine interessante Alternative zu Zim und mein erstes Fazit nach den ersten Gehversuchen war: Ich werde in Zukunft Joplin verwenden. Joplin bietet viele Funktionen wie die integrierte Synchronisation, die ich jedoch nicht brauche und wird insgesamt ein wenig moderner. Markdown ist eine praktische Sache, aber für ein Desktop-Wiki kein K.O.-Kriterium. Zum Teil mag dies eventuell sogar umständlicher sein. Dass Joplin hauptsächlich nur über AppImages oder Snaps verteilt wird, ist dafür schon ein gravierender Nachteil. Die Verwendung auf Android ist für mich nicht so wichtig. Mein aktuelles Fazit ist also:
Beide Applikationen sind grundsätzlich sehr gut geeignet. Einen klaren Sieger gibt es nicht. Nach nun zweiwöchiger Nutzung von Joplin und anfänglicher totaler Begeisterung werde ich wieder zu Zim zurückkehren. Das gesamte Konzept ist etwas schlanker und für mich runder und entspricht mehr dem KISS-Prinzip. Keep it simple and stupid.
Lizenz: CC-BY-SA

Ich bin Zim Powernutzer. Ich nutze es privat und beruflich für profane und tägliche Notizen, tägliche ToDo Listen, Kalender/Mini-Tagebuch (allerdings nicht das eingebaute Journal) und um mehrere “Datenbanken” mit sortiertem, strukturiertem Wissen zu füllen, also als Nachschlagewerke. Dabei sind oft auch mehrere Notebooks parallel geöffnet.
Ich arbeite stets im Darkmode mit dunkelgrauem Hintergrund, habe die styles.conf angepasst (zB hellgrüne Links, hellblauer Code-text, Hervorhebungen in Gelb, dazu 5 verschiedene Überschriften styles, usw). Genug um alles Notwendige angenehm hervorzuheben. Übersichtlich – ohne zu bunt zu werden.
Das mit Abstand wichtigste Feature für mich ist die Speicherung als txt File. Fantastisch. Man hat die Inhalte jederzeit und überall (wenn man synct) ohne dass man spezielle Software dazu braucht. Ein simpler Texteditor reicht. Bei Handy+Tablet (iOS) nutze ich die Goodreader-App, da sie Inhalte verschlüsselt und über eingbaute Synctechnologie verfügt, zB Samba. Ein Klick am Handy > alles gesynct > und in Zim noch kurz Ctrl-R, um den Index zu aktualisieren. Fertig – und das ohne dass man Zim schließen muss!
Das txt Format erlaubt ebenso, dass man parallel zu Zim die Inhalte auch mit externen Skripten oder durch andere Programme verändern kann: zB Templates erzeugen, Text-Bausteine einfügen, komplizierte Search-and-Replace Sachen u.v.m. Einfach danach wieder Ctrl-R und fertig – ohne dass man Zim schließen muss.
Und unabhängig dazu auch noch die umfangreiche Plugin Datenbank. Sogar Support für GnuPlot uvm.
Was mich etwas stört, ist die etwas seltene Syntax: Arbeiten mit normalem Editor, zB am Handy, ist ok, aber besser, wenn man die Syntax kennt (Nebenbei: Markor, s.o., kannte ich noch nicht, werde ich mir sicher ansehen)
Was mir fehlt, ist dass man zwei Instanzen öffnen kann, also das gleiche Notebook nebeneinander. Wenn man sehr lange Text hat, ist das ein sinnvolles Feature. So schwer zu realisieren kann das nicht sein, denn vor ein paarMonaten war nach einem Update genau das möglich – und hat wunderbar funktioniert. Aber das war wohl nicht beabsichtigt, denn es stand nicht im Changelog, und nach einem sehr schnellen neuen Update war es wieder weg. Zu früh gefreut!
Was mir wirklich, wirklich fehlt, wäre ein Template zum Lesen von Contact und Calenderfiles, zB vcf-Dateien, deren Inhalte dann menschlich leichter lesbar angezeigt und berbeitet werden könnten. Dann hätte Zim -neben seinen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten- auch so ziemlich den Status eines vollwertigen “Personal Information Managers” erreicht! – Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja demnächst, ein Script dafür zu schreiben.
Danke für diese hilfreiche Kommentarsektion hier!
Bin mittlerweile auch am verzweifeln, aber irgendwie auch kurz vor einer Lösung:
Ich möchte Zim Desktop Wiki auf ubuntu 20.04 nutzen, was ich aktuell testweise auch tue.
Die Synchronisation zwischen zwei Rechnern sollte ja via Seafile-Client (einfach die Notizbücher im Seafile Ordner anlegen) nicht das Problem sein.
Wie bekomme ich es allerdings auf meinem Handy (iOS) hin, dass ich unterwegs mein Wiki sehen und auch bearbeiten kann?
Sind euch hierfür gute Apps bekannt unter iOS, die auch mit Seafile (yoursecurecloud) harmonieren?
Falls nein, würde mir auch “view only” reichen, sodass ich wenigstens unterwegs mein Zim Wiki sehen und darin nachschlagen kann.
Sollte all das nicht möglich sein, würde ich mich dann nur auf meine zwei Rechner (1 Desktop, 1 Notebook) beschränken, was auch okay wäre.
Nach einiger Recherche würde ich unter Umständen auch CherryTree in Betracht ziehen, was mir aber da nicht gefällt ist, dass alles in einer Datei abgelegt wird, und dass mir die ganzen Einstellmöglichkeiten relativ überladen erscheinen.
Da gefällt mir das Zim Wiki mit seinen dezenten Plugins schon wesentlich sympathischer.
Ich freue mich über jeden Beitrag von euch hierzu!
Danke für den Input!
Notizenverwaltung is ein Thema, wo ich auch schon echt viel Zeit reingesteckt hab. Manchmal recherchiert man ja lieber zu Produktivitätstools, anstatt produktiv zu sein…
Ich kann ebenfalls QownNotes empfehlen. Dafür braucht man auch übrigens gar keine Nextcloud oder Owncloud. Sofern man mit dem Smartphone synchronisieren möchte, geht das auch super mit Syncthing.
QownNotes wird auch sehr aktiv weiterentwickelt und bietet sehr viele Einstellmöglichkeiten, um das Programm an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das braucht am Anfang vielleicht etwas Zeit. Achja, wem das noch nicht reicht, es gibt auch ein Repository mit Nutzerskripts zur weiteren Anpassung bzw. Funktionserweiterung.
Auch dem Smartphone benutze ich derzeit Markor. Will man beim F-Droid-Store bleiben, gibt es da sonst gerade nicht viel anderes vom Funktionsumfang her.
Das Einzige, was mich an diesem Setup stört, ist, dass Markdown nicht wirklich standardisiert ist bzw., dass es viele verschiedene Standards gibt. Je nachdem, welche Markdown-Editoren man benutzt, kann es da einem die Formatierung etwas verhauen. Ein Beispiel: Einrücken von Listen. Manche Editoren fügen beim Druck der TAB-Taste zum Einrücken hier tatsächlich ein TAB ein, andere zwei Leerzeichen, wieder andere 4 Leerzeichen. Markor hat z. B. standardmäßig 2 Leerzeichen. Das ist mir als Einrückung aber zu undeutlich. Man kann zwar auf 4 Leerzeichen umstellen, aber dann wird der Text ich glaube ab der 3. Ebene als Codeblock in Markor dargestellt.
Ich bin daher am Überlegen, ob ich wegen solcher “Kleinigkeiten” langfristig auf Org-Mode wechsle. Das ist einheitlich definiert und kann Tabellen viel besser. Auch finde ich das Programm aufgrund seiner zahllosen Möglichkeiten sehr faszinierend. Außerdem hat man da die Möglichkeit, Aufgabenverwaltung und Notizverwaltung in einem zu haben. Aber egal, ob man es lieber mit Spacemacs oder Doom-Emacs oder vanilla Emacs benutzt, hat es aufgrund der Tastaturbedienung ne steile Lernkurve. Es gibt sehr gute Videotutorials dazu, womit wir wieder beim Beginn meines Kommentars wären … 😉
Achja, bei meinen Recherchen fand ich auch Tiddlywiki und Mindforger ganz interessant.
Zu guter Letzt: Falls man lieber leichtgewichtige Markdown-Editoren wie z. B. Ghostwriter oder einfach Texteditoren ohne integrierte globale Suche benutzt, finde ich eine gute Desktop-Suche als Ergänzung sinnvoll. Z. B. Fsearch oder Recoll (falls Volltextsuche und mächtige Such-Syntax gewünscht).
nb ist auch recht spannend, habe ich letztens im Rahmen eines Artikels getestet: https://github.com/xwmx/nb
Danke! Das sieht auch wirklich sehr interessant aus! Wundert mich, dass ich da bei meinen Recherchen nie drauf gestoßen bin…
Ich verwende https://github.com/pimterry/notes für alles Mögliche. Das Ding läuft in der Shell, verwendet einen vernünftigen Texteditor 😉 und lässt sich einfach mittels Nextcloud synchronisieren, wenn man das Wurzelverzeichnis in dessen Ordner erstellt.
Unterverzeichnisse werden selbstverständlich unterstützt.
Viel mehr benötige ich nicht.
Bin mit Joplin sehr zufrieden. Der ausschlaggebende Punkt für mich war, dass es eine integrierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet, und ich meine Notizen über eine nicht selbst-gehostete NextCloud auf alle meine Geräte synchronisieren kann. Die Android-App und die Desktop-App unterscheiden sich etwas in den Funktionalitäten, in der Regel schreiben ich meine Notizen aber auf dem Desktop. Ansonsten mach Joplin einen aufgeräumten Endruck und bietet einen für mich mehr als ausreichenden Funktionsumfang.
Wer keine integrierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung braucht aber dennoch auf (NextCloud-)Synchronisation Wert legt, dem sei ein Blick auf die Markdown-Notizanwendung QOwnNotes empfohlen:
https://www.qownnotes.org/
Auf der Android-Seite müsste man die Notizen aber mit einer anderen freien Markdown-App verwalten.
Notable ist sicher einen Blick wert mit Seafile lange mein Werkzeug.
Habe etwas probiert da ich einen Sync zu Android wollte.
Alles erstklassige Projekte allerdings waren mir Nextcloud und Joplin zu träge und zu guter Letzt ist es nun Zim mit Seafile und Markor.
Keine freie Software. Für so etwas sollte man keine Werbung machen.
Ich habe auch lange nach einer passenden Notizbuch-Lösung ala OneNote gesucht und einiges ausprobiert inkl. diversen (Desktop)Wikis. Schlussendlich bin ich bei Joplin gelandet. Vorteile ganz klar: Open Source, plattformübergreifend inkl. Mobile Clients, Markdown, Sync via Nextcloud, WebDAV & Co, Versionierung, Verschlüsselung, …
Ja, Electron finde ich auch nicht gerade elegant, aber zur Not kann ich Joplin auch im Terminal laufen lassen 😉
Import/Export kann sich ebenfalls sehen lassen. Für mich bis jetzt die beste Lösung.
Ja, ich bin auch bei Joplin gelandet. Der Client zeigt sogar eingebettete pdf’s an, was für mich sehr praktisch ist. Zudem verwende ich onenote wegen der Unterstützung für handschriftliche Eingaben und der Sychronisation zwischen Android und Linux.
Sprich: ich habe eine Stift-Tablet und ein Linux-Laptop und arbeite auf beiden.
Zim mit Markor schaue ich mir mal an, aber bevor ich nicht problemlos von Jolin zu zim migrieren kann, ist es keine echte Option.
Xournal++ scheint sich auch gut zu entwickeln, auch gibt es eine Android-App und eine iPadOs-App ist in Aussicht gestellt. Das wird wohl langfristig bei mir onenote ersetzen.
Hallo,
ich suche nach einer Server Client Lösung. Optimal wäre Linux Desktop und Android Unterstützung. Zur Zeit nutze ich DS Note. Möchte aber mittelfristig von Synology weg.
Org Mode kann das zusammen mit Syncthing. Du kannst aber zum Synchronisieren auch rsync, Git usw. verwenden.
PS: DS Note ist grausam – wie auch die anderen Diskstation-Tools. Bei Synology frage ich mich immer, ob die Leute dafür bezahlen, GNU/Linux benutzerunfreundlich zu machen.
Ich bin bei cherrytree gelandet. Läuft auf allen 3 Plattformen und nutzt gtkmm3. Auf dem Smartphone kommt es nun auch zum Zuge auf mobian.
bin ebenfalls seit langem mit cherrytree zufrieden.
Mobian sagt mir aber leider nix – würde mich interessieren.
Gibt’s ein Link?
“Abgesehen davon, dass es für Linux nicht verfügbar ist” ist nicht richtig: https://github.com/patrikx3/onenote
Aktuell “klebe” ich noch in OneNote – beruflich sowieso (MS365) – privat habe ich auch noch Nextcloud Notes auf der Testliste – ich schaue nach Lösungen, die ich auch im Familienumfeld anbieten kann (9-78 Jahre).
Ja als Electron App, das zählt nicht wirklich als Linux Programm. Ist einfach nur n eigenes Browserfenster für die Onlinewebsite. Unter dem Argument gibts viele Programme selbst Powerpoint auf Linux, ne Website läuft unter jedem Betriebssystem. Die Frage hingegen ist, ob es nativ unter Linux läuft.
Seit der Aufgabe meines Blogs nutze ich Zim ausgiebig beruflich und privat auch deshalb, weil die angelegten Texte einfach zu synchronisieren sind. Man muss nur die .zim samt der .txt-Dateien plus Anlagen in den Synchronisierungsordner werfen. Dann die .zim auf anderen Rechnern importieren.
Joplin ist halt in JavaScript geschrieben – kein Wunder, dass es schwerfällig ist. Zim nutzt Python, das passt auch besser zu freier Software. Es gilt aber ohnehin: Für ernsthaftes Arbeiten nimmt man Org-mode.
Wenn man bei freier Software auch noch wählerisch bei der eingesetzten Programmiersprache ist, bleiben noch weniger gute Programme übrig.
Markor unterstützt ZIM-Wiki-Syntax, damit hat man auch einen mobilen Client
Es gibt Bemühungen auf beiden Seiten, d.h. Markor hat die taufrische Unterstützung der ZIM Wiki Syntax und bei ZIM wird an der nativen Unterstützung von Markdown gearbeitet.
Markor kann ZIM Wiki seit dem 20.12., das war offenbar zu neu für diesen Blogbeitrag. Auf der ZIM Seite gehen die Bemühungen wesentlich langsamer voran, das System ist eben um die Wiki Syntax herum gestrickt worden, siehe: https://github.com/zim-desktop-wiki/zim-desktop-wiki/issues/26
Es gibt übrigens auch einen ZIM Feature Request für die Unterstützung von todo.txt, leider aber ohne relevante Aktivität: https://github.com/zim-desktop-wiki/zim-desktop-wiki/issues/147. Da Markor bereits todo.txt unterstützt, hätte man damit das volle Paket an Funktionalität.
Synchronisieren lässt sich zwischen Markor und ZIM prima mit Syncthing, damit hat man tatsächlich eine sehr brauchbare und datenschutztechnisch optimale Lösung.
Beim Datenschutz punktet Markor auch mit Verschlüsselung.