
Die kleine Linux-Distribution antiX pflegt derzeit die beiden Zweige antiX 19.x und antiX 21.x. Letztere wurde im November aktualisiert. Jetzt wurde antiX 19.5 veröffentlicht. Während antiX 21 auf Debian 11 »Bullseye« setzt, beruht antiX 19.5 noch auf dem Vorgänger Debian 10 »Buster«. Beiden gemeinsam ist der Verzicht auf Systemd. Ebenfalls für beide Zweige gilt: Die Distribution wird in 32- und 64-Bit in den Varianten antiX-full, antiX-base, antiX-core und antiX-net angeboten.
Geringe Hardware-Anforderungen
Acht Monate nach antiX 19.4 erscheint nun das 5. Update, das auf den Paketen für Debian 10.10 basiert und Kernel 4.9.0.-294 LTS mitbringt, der noch bis Anfang 2023 Sicherheitsaktualisierungen und Bugfixes erhält. Auf dem Desktop ist der Fenstermanager IceWM Standard und wird in der neuesten Version 2.9.5 ausgeliefert. Zudem sind Fluxbox, JWM und HerbstluftWM auf dem Abbild verfügbar. Alles in allem eine Zusammenstellung, die bei geringen Hardware-Anforderungen von 256 MByte RAM und 4 GByte freien Platz auf der Platte für ältere oder schwache Rechner prädestiniert ist.
Weitere Loslösung von Systemd
Weitere vorinstallierte Software umfasst Firefox ESR 91.5 und Seamonkey 2.53.10.2. Es wurden einige Pakete entfernt, darunter mps-youtube, elogind, libpam-elogind and libelogind0. An Stelle der elogind-Pakete kommen seatd und consolekit zum Einsatz. Modem-Manager wird durch Sakis3G ersetzt. Die Ankündigung klärt uns auf, dass viele Kernpakete von Debian umgebaut wurden, um eine feste Abhängigkeit von libsystemd0 und libelogind0 zu entfernen. Dazu gehören apt, cups, dbus, gvfs, openssh, policykit-1, procps, pulseaudio, rpcbind, rsyslog, samba, sane-backends, udisks2, util-linux, webkit2gtk und xorg-server.
Die Varianten von antiX in verschiedenen Größen stehen auf SourceForge zum Download in 32- und 64-Bit bereit, wobei deie 32-Bit-Version einen non-pae-Kernel verwendet. Bestandsanwender aktualisieren ihr System über das Debian-Paketmanagement.

Ich hab antix ein paar mal auf einem 32-bit laptop installiert. Es lief ordentlich, hakelte aber immer wieder bei einigen Sachen. So fand ich die Laufwerkseinbindung zwischendurch ziemlich Katastrophe, dann konnte es mal nur schwer wieder aus dem Schlafmodus geweckt werden. Trotzdem finde ich das Projekt interessant. Einfach vorkonfigurierte Windowmanager mit wenig Ressourcenverbrauch das hat was.
Natürlich kann man die Mintestanforderungen von 256 MB RAM schon alleine beim Betreiben von Firefox getrost knicken. Da geschehen auch keine Performance Wunder. Aber den 4.9.0. Kernel weiter anzubieten, wie es antix macht, könnte demnächst hier ein thinkpad t42 vor dem Schrotthaufen bewahren. Das läuft nämlich nur noch flüssig mit debian, weil ein oldstable buster mit einegebundenem 4.9.0er Kernel aus oldoldstable stretch drauf werkelt. Alle jüngeren Kernel unterstützen die alte Graka nicht mehr ordentlich, was zu deftigen Performanceinbußen führt. Daher behalte ich antix im Auge.
Wir haben hier in der Gemeinde im Lockdown alte Laptops eingesammelt und dann mit Antix wieder an Schüler*innen rausgegeben. Bin auf Antix gekommen, da auch einige 32-bit-“Schätzchen” dabei waren 😉 und kann die Distro auch empfehlen!
Die Distribution ist dermassen geil dass ich dafür fast keine Worte finde. Bootet auf meinem X230 mit 180 MB RAM(Antix Full, 64) in 5-10 Sek. Das Ding rennt wie eine Bergziege. Ich verwende Antix seit 2-3 Jahren als Hauptsystem, nur auf einem USB Stick (Encrypted/persistant). Habe immer alles dabei, kann überall damit booten, egal ob Legacy oder UEFI. IceWM ist so erfrischend schlicht, Ressourcen schonend und schnell, dass ich kaum mit dem Keyboard nachkomme. Antix bringt von Haus aus praktisch alles mit, was man benötigt. Ich hab sogar Citrix installiert und kann mich mit dem Büro verbinden, alles mit einem (verschlüsselten) 32 GB USB Stick in der Tasche. Probiert unbedingt den Live USB Mode aus. Hier liegt Antix volle Stärke.
Das X230 kann 16 GB RAM. Du solltest wirklich mal über Aufrüsten nachdenken.
Sorry, ich meinte der belegte Arbeitsspeicher beim frischen Boot liegt bei ca. 180 MB. Mein X230 hat 4 GB Ram, das reicht mir.
Danke für Deinen kurzen Bericht.
Sowas ähnliches (ext.USB-SSD im Caddy oder 64GB USB-Stick) schwebt mir auch vor.
Frage: Lassen sich mit antix19.5 Video-Musik-Kauf-DVDs/CDs damit abspielen? Oder muss man erst umständlich die Codecs zusammen suchen und installieren?
Hallo Uwe. Antix bietet einen eigenen Packet Manager (apt geht auch da Debian basiert). Dort lässt sich ganz einfach ein Packet mit “prop. Extras” installieren. Das beinhaltet praktisch alle Codecs. Ich kann dir aber nicht sagen, ob du auch geschützte DVDs abspielen kannst. Gekaufte CDs gehen definitiv.
“Gekaufte CDs gehen definitiv.” Darum gehts.
Ich danke Dir für die Antwort. Schönes Wochenende.
Der Unterschied zu Devuan würde mich interessieren. antiX und Devuan könnten scheinbar zusammenarbeiten …
Guckst Du Kommentare 😉
(ich gehe davon aus, dass Du auf SystemD abzielst?!)
https://linuxnews.de/2021/11/antix-21-grup-yorum-veroeffentlicht/#comments
Gruß
Devuan: Focus Debian ohne SystemD
AntiX: zwar auch ohne SystemD, Focus ist aber alte Hardware, d.h. geringe Hardwareanforderungen
Werde AntiX auf dem Thermomixer von meiner Frau installieren.
Liebe ist raus.