Mit dem in Rust geschriebenen Vykar erweitert der Backup-Hosting-Anbieter BorgBase sein Ökosystem um ein neues Backup-Werkzeug. Der neue Client positioniert sich konzeptionell zwischen klassischem BorgBackup und moderneren, stärker integrierten Backup-Lösungen. Ziel ist es, bekannte Einschränkungen klassischer Borg-Workflows zu adressieren, ohne dabei deren grundlegende Sicherheitsprinzipien wie clientseitige Verschlüsselung aufzugeben.
Borg als Fundament
Das primär für die Kommandozeile ausgelegte BorgBackup, meist einfach Borg genannt, zählt zu den effizientesten Open-Source-Backup-Werkzeugen. Es arbeitet chunkbasiert, speichert nur veränderte Datenblöcke und verschlüsselt Sicherungen bereits auf dem Client, bevor Daten übertragen werden.
Borg folgt dabei bewusst einer minimalistischen Unix-Philosophie: Automatisierung, Zeitplanung oder Komfortfunktionen gehören nicht zum Kernumfang. In der Praxis ergänzt daher häufig Borgmatic Borg um deklarative Konfiguration, Scheduling und Wartungsaufgaben. Für den Komfort einer grafischen Bedienung kommt optional eine Oberfläche wie Vorta hinzu.
Vykar mit eigenständigem Ansatz
Vykar verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Statt Borg zu erweitern, implementiert die Software einen eigenständigen Backup-Client mit eigenem Repository-Format. Dadurch werden unter anderem parallele Backup-Uploads mehrerer Systeme möglich, was bei Borg durch Repository-Locks eingeschränkt ist.
Auch bei Anwendungssicherungen unterscheidet sich das Konzept deutlich. Während Borg Datenbanken oder laufende Dienste üblicherweise zunächst in temporäre Dateien exportiert, die anschließend gesichert werden, setzt Vykar auf sogenannte Command Dumps. Dabei wird die Standardausgabe (stdout) eines Befehls wie etwa pg_dump direkt in den Backup-Stream geschrieben. Temporäre Dump-Dateien entfallen dadurch vollständig.
WebDAV und Desktop-GUI
Als Backupziele unterstützt Vykar lokale Dateisysteme, S3-kompatiblen Objektspeicher, SFTP sowie einen dedizierten REST-Server. Die Kompression erfolgt wahlweise über LZ4 oder Zstandard. Im Unterschied zu Borg-Setups benötigt Vykar weder Cron-Jobs noch systemd-Timer, denn die Zeitplanung und Ausführung übernimmt ein integrierter Daemon. Zusätzlich bringt Vykar eine Desktop-GUI mit, über die sich Backups per WebDAV durchsuchen und wiederherstellen lassen. Der Client steht plattformübergreifend für Linux, macOS und Windows bereit.
Laut veröffentlichten Benchmarks erreicht Vykar dabei höhere Sicherungsgeschwindigkeiten als etablierte Werkzeuge wie Borg, Restic oder Rustic. Weitere Informationen liefert die Dokumentation, die derzeit noch vor dem produktiven Einsatz der Software warnt.

Und aus der Dokumentation:
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No lock-in
The repository format is documented, the source is open under GPL-3.0 license, and the REST server is optional. The config is plain YAML with no proprietary syntax.
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Wäre evtl gut zu erwähnen:
Vykar ist freie Software und unter GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 3, 29 June 2007 lizensiert.
https://github.com/borgbase/vykar
Naja, BorgBackup geht halt bei rücksicherung einfach mit der Kommandozeile direkt nach einer Neuinstallation, ohne dass man den Benutzer vorher grafisch starten muss.
Auch läuft es sehr robust und datensparsam (über das Netz, was bei limitierten upload sehr angenehm ist) die Dauer spielt meist bei automatischen Backups eine untergeordnete Rolle.
Schauen wir mal ob Vykar sich durchsetzen kann. Bleibe erst mal bei meiner Kombi aus clonen, StoreBackup und BorgBackup.
Vykar soll ja BorgBackup nicht ersetzen, sondern eher das Angebot verbreitern. Ich bin mit Borg/Vorta auch sehr zufrieden.