Volla Phone Gen1

UPDATE: Das erste Volla Phone hat mit Ubuntu Touch 24.04 vorerst noch keine Verschlüsselung der Benutzerdaten erhalten

Dieser Beitrag wurde aufgrund des Feedbacks von Volla aktualisiert!

Die Verschlüsselung der Anwenderdaten in Ubuntu Touch ist seit der Version 24.04 (OTA 2.0) für unterstützte Geräte nicht mehr im “Experimental” Status. Ein Feature, für das sich die Besitzer des Volla Phone erster Generation noch gedulden müssen. Das Gerät sollte so nicht in falsche Hände geraten, alle Anwender von Ubuntu Touch sollten die Verschlüsselung nutzen, sobald sie zur Verfügung steht.

Allerdings wird bei bestehenden Installationen die Verschlüsselung nicht automatisch via Update nachgerüstet, da fscrypt eine leere oder komplett neu strukturierte Datenpartition benötigt, um fehlerfrei initialisiert zu werden. Man muss also ein Backup seiner Daten erstellen und das OS komplett neu mit der Option “Wipe User Data” installieren. Das ist über den UBports Installer im Recovery Mode eigentlich sehr einfach.

Android wurde lange “ohne” ausgeliefert

Fairerweise hat das auch die Anbieter von Android-Geräten und deren Kunden viel zu lange nicht interessiert. Android unterstützt die Verschlüsselung von Anwenderdaten optional ab Android 3.0 (Honeycomb) für Tablets und ab Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) für Smartphones. Standardmäßig ab Werk aktiviert ist sie jedoch erst seit Android 6.0 (Marshmallow). Erst mit Android 7.0 (Nougat) wurde die moderne dateibasierte Verschlüsselung (File-Based Encryption, FBE) eingeführt.

Die Situation um das Volla Phone Gen. 1

Das erste Volla Phone läuft hardwarebedingt (MediaTek Helio P23) mit einem älteren Linux-Kernel (Version 4.4 / Halium 9 oder Halium 10 Stack). Auf die erste Version des Artikels hin erfuhren wir, dass die Verschlüsselung von Benutzerdaten auch mit diesem Gerät funktioniert, sobald eine Firmware-Aktualisierung ausgerollt sein ist welche die Verschlüsselung erlaubt. Bis dahin bleibt die Option in den Einstellungen für dieses spezifische Gerät komplett ausgeblendet, die sonst unter Sicherheit & Datenschutz/Verschlüsselung angezeigt würde

Die Entscheidung von UBports ist nachvollziehbar

Anstelle einer klassischen Full-Disk-Verschlüsselung (wie LUKS) auf fscrypt (v2) zu setzen, ist sicher eine gute Entscheidung. Die Verschlüsselung ist direkt in Dateisysteme wie ext4 oder f2fs für bestimmte Verzeichnisse (wie den Benutzer-Home-Bereich) eingebunden. Das System kann normal booten, verlangt aber beim Start in einer minimalistischen Benutzeroberfläche nach dem PIN oder Passwort, um die Benutzerdaten zu entschlüsseln. So kenne ich das schon von meinem täglichen Begleiter, einem FuriPhone. Hier bewährt sich die Zusammenarbeit mit Volla, während andere ältere Geräte das Feature nicht mehr erhalten werden, wird auch das erste Smartphone von Volla, das längst nicht mehr verkauft wird, in den Genuss dieser wichtigen Funktion kommen.

Volla & UBports haben einen wichtigen Meilenstein erreicht

Damit erreicht Ubuntu Touch in Kombination mit dem richtigen Gerät den Reifegrad zum Einsatz als primäres Smartphone-Betriebssystem. Volla bietet dann aufgrund der engen Zusammenarbeit mit der UBports Foundation für alle eigenen Geräte die Verschlüsselung unter Ubuntu Touch. Das Unternehmen damit leistet wertvolle Beiträge zur Entwicklung von Alternativen zu Android, AOSP Derivaten (wie VollaOS) oder iOS. Dies beschränkt sich nicht auf Ubuntu Touch, davon profitieren auch Droidian, PostmarketOS, SailfishOS uvm. Einige davon können über den UBports Installer einfach installiert werden.

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13 Kommentare

  1. Mir fällt beim Lesen des Artikels wieder einmal auf, wie krank dieses ganze Android Ökosystem ist und wie begrenzt all die Versuche sind, daraus auszubrechen.
    Wann gibt es endlich das Phone mit freiem Linux Kernel das man natürlich dann auch upgraden kann?

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    1. Es gibt meines Wissens 3 Geräte’* die für Linux und nicht für Android konzipiert wurden und nur wenige, die einen teilweise Mainline Support** bieten, teilweise mit Unterstützumg der Hersteller, andere ausschließlich durch die Community.

      *PinePhone, Pine Phone Pro und Librem 5, alle veraltet!

      ** Fairphone 4/5/6, SHIFTphone 8, Volla Phone 22/X23/Quintus, FuriPhone FLX1, OnePlus 6 / 6T, Pocophone F1, Xiaomi Redmi 2 / Mi Note 2, Sony Xperia XA2 / XA2 Ultra / XA2 Plus (wer weitere kennt, bitte gerne ergänzen!

      Nicht unerwähnt soll hier ein Meilenstein bleiben, der zeigte, dass es schon früh hätte anders laufen können: Das Nokia N900 (OMAP3430) – historisches Gerät (2009) mit Mainline-Device-Tree im Kernel, noch mit Maemo. Kurz darauf 2010 entstand MeeGo durch die Fusion von Maemo (Nokia) und Moblin (Intel) unter dem Dach der Linux Foundation. Bereits 2011 wurde MeeGo eingestellt, Nachfolger: Tizen (Intel + Samsung) + Sailfish OS (ehemalige Nokia-Mitarbeiter), beide ohne Mainline Support.

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      1. Das Problem ist, dass die Hardware nicht das Problem ist. Sobald jemand die Chance sieht, große Mengen an Linux-Smartphones abzusetzen, wird es entsprechende Angebote geben. Wenn man von Android/iOS wegkommen will, braucht man aber erst mal ein Software-Ökosystem, das die Leute auch nutzen wollen. Und das gibt es aktuell einfach nicht. Und solange das so bleibt, wird es auch keine vernünftige Hardware geben.

        Da ist es dann wahrscheinlich sogar besser auf Halium zu setzen, damit die Leute wenigsten ihr altes Android-Gerät aus der Schublade holen und damit herumspielen können, alter Kernel hin oder her.

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          1. Bis man dann mit dem Smartphone irgendwo bezahlen, ein Paket aus der Packstation holen will usw. Die Zielgruppe wäre aktuell auch unter Linux-Nutzern nur eine winzige Nische und so klein, dass man es auch gleich lassen kann.

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            1. Wenn man wie du auf Google Earth lebt, dann solle man natürlich auch alles mit Google OS machen, das ist doch klar. 😉
              Ich sprach von den wenigen Milliarden Menschen die sich ein Leben ohne Google noch vorstellen können.

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              1. Hier mal auf den letzten Post zur Sache: Ich hatte Herrn Dr. Wurzer, den Gründer und Geschäftsführer auf den Beitrag aufmerksam gemacht. Volla hat das Thema heute im “Daily Standup” besprochen. Die Verschlüsselung von Benutzerdaten von Ubuntu Touch auf dem Volla Phone der ersten Generation funktioniert derzeit nur intern. Volla hat jedoch bereits die Firmware aktualisiert, die eine Verschlüsselung auf auch auf dem ersten Volla Phone erlauben wird. Diese Funktion wird also auch für alle Anwender verfügbar sein. Volla OS verwendet eine ältere Verschlüsselungsmethode, die unter Ubuntu Touch nicht verwendet wird. Daher ist ein Firmware-Update erforderlich.

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  2. Wie genau würde ein Dieb denn die fehlende Verschlüsselung ausnutzen? Bei einem Laptop ist mir klar, dass die Festplatte recht leicht ausgebaut werden kann oder man ein live System bootet. Aber bei einem Smartphone an den Speicher dran zu kommen stelle ich mir schwieriger vor. Und dann braucht man doch eine Art Adapter um den ehemals internen Handyspeicher an einen PC anzuschließen?

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      1. Ein einmal entsperrter Bootloader bleibt so lange offen, bis er manuell im Fastboot-Modus über einen PC mit einem spezifischen Befehl (fastboot flashing lock) wieder gesperrt wird.
        https://forums.ubports.com/topic/5966/installing-volla-os-on-volla-phone-from-ubuntu-touch

        In der UBports-Community wird darauf hingewiesen, dass man den Bootloader unter Ubuntu Touch niemals manuell sperren sollte. Da Ubuntu Touch keinen signierten Android-Kernel und kein “Verified Boot” nutzt, würde das Gerät nach dem Sperren nicht mehr starten (Brick).
        https://forums.ubports.com/topic/11288/unlocking-oem-on-ut

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    1. Das ist eine durchaus gute Frage, die so pauschal einfach nicht zu beantworten ist. Richtig ist, dass nicht jeder Mensch einfach in dein Handy reingucken kann. Ein seriöser Hersteller wie Volla wird dir auch nicht einfach ein komplett offenes Produkt in die Hand drücken. Ein Telefon ist halt kein Laptop. Aus meiner Sicht ist eine Verschlüsselung des Dateisystems einfach nur ein bisschen zusätzliche Sicherheit – mehr nicht.

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