Heute erscheint zwar Firefox 101, bringt aber kaum berichtenswerte Neuerungen. Deshalb berichte ich lieber über ein anderes Mozilla-Projekt. Bereits im Januar und im Juni letzten Jahres hatte ich über das Bergamot-Projekt berichtet, an dem neben Mozilla und der koordinierenden University of Edinburgh auch die Charles University in Prag, die University of Sheffield und die University of Tartu in Litauen beteiligt sind.
Übersetzung direkt im Browser
Bei Bergamot geht es um client-side machine translation, also um die maschinelle Übersetzung von Texten im Webbrowser, ohne dass die Texte den heimischen Rechner in Richtung eines entfernten Cloud-Rechners verlassen, der die eigentliche Arbeit macht. Somit kann auch niemand Profile erstellen und daraus Kapital schlagen, welche Texte übersetzt werden, die Privatsphäre bleibt gewahrt.
Neue Version – weitere Sprachen
Das von der Europäischen Union mit drei Millionen Euro geförderte Bergamot-Projekt hat ziemlich genau ein Jahr nach der Veröffentlichung von Firefox Translations 0.4 die neue Version 1.1.2 vorgelegt, wie Sören Hentzschel auf seinem Blog berichtet. Bisher wurden nur Übersetzungen von Estnisch und Spanisch nach Englisch und zurück sowie einseitig von Englisch nach Deutsch unterstützt. Im Hintergrund läuft das so ab, dass eine angeforderte Übersetzung das jeweilige Sprachpaket zur Laufzeit herunterlädt, falls es noch nicht existiert. Die Pakete haben je nach Sprache eine Größe von etwa25 MByte.
In der neuen Version funktioniert auch die Übersetzung von Deutsch nach Englisch. Als neue Sprachen kamen Bokmål (Norwegen), Bulgarisch, Italienisch und Portugiesisch sowie in Beta-Qualität Isländisch, Nynorsk (Norwegen), Persisch sowie Russisch hinzu. Zudem wird neben Linux, Windows und macOS jetzt auch Apple Silicon unterstützt.
Weitere neue Funktionen umfassen die automatische Übersetzung von Tabs sowie die Kenntlichmachung von möglichen Übersetzungsfehlern. Ein neuer Button führt zu einer Umfrage, die das Feedback der Benutzer einsammeln möchte. Wichtig zu wissen ist, dass weiterhin, falls aktiviert, auch diese Erweiterung Telemetrie-Daten an Mozilla sendet.
Installation nur in Nightly
Wird eine Seite nicht automatisch als übersetzbar erkannt, kann die Übersetzungsleiste durch einen Klick auf ein Symbol in der Adressleiste hervorgeholt werden. Die Installation der neuen Version gelingt derzeit nur mit einer Nightly- oder Entwickler-Version. Per about:config wird zunächst der Schalter xpinstall.signatures.required auf false und danach extensions.experiments.enabled auf true gesetzt. Anschließend kann die Datei firefox_translations.xpi von GitHub installiert werden.

Endlich, hoffentlich bald stable & ESR!
Moin,
Firefox Translations steht zum Download bereit. Hat auf meiner Testinstallation mitFirefox 101 geklappt.
Die Überschrift ist irreführend, denn die Nightly-Releases kommen für die breite Mehrheit nicht infrage.
Wenns mal als Beta kommt guck ich mir das mal an. Nightly is mir zu fummelig. 🙂 Freu mich schon drauf. Aber Englisch kann ich. Warum soll ich mir das übersetzen lassen?
Vivaldi bietet das schon länger die Übersetzung, allerdings gibt es Grenzen und ich muss gestehen, dass es mich oftmals stört. Mag dann lieber in original Sprache lesen. An sich aber ein nettes Feature.
Ja, Englsch kann ich auch selber. Aber es gibt andre Benutzer die sich über so ein Feature freuen würden…
Funktioniert das auch unter einer Mobile Version, Android?
Firefox ist mir doch das liebste. Benutze die ESR Version.
Wo haste die ESR heruntergeladen?
Diese kommt sicherlich aus dem Debian Repository.
Jo,aus Debian stable. Bin damit zufrieden.
Dazu muss ich sagen, dass mir nur Berichte wie diese überhaupt noch etwas Hoffnung geben Firefox weiterhin zu verwenden.
Die meisten anderen Entwicklungen waren ja durchaus kontraproduktiv für den Browser. Wobei man genauer sagen muss, dass es hier ja um ein Addon geht und nicht um den eigentlichen Kern des Browsers.