GIMP 3.0, die mit Spannung erwartete nächste Ausbaustufe des GNU Image Manipulation Program ist seit einigen Jahren in der Entwicklung, eine erste Entwicklungsversion erschien mit GIMP 2.99.2 im November 2020. Jetzt wurde mit GIMP 2.99.12 ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu GIMP 3.0 freigegeben. Gleichzeitig wurden Babl 0.1.94/0.1.96 und GEGL 0.4.38 veröffentlicht.
Schleppende Entwicklung
Die Entwicklung von GIMP 3.0 scheint einen hohen Tribut zu fordern, denn die letzten beiden stabilen Veröffentlichungen GIMP 2.10.28 und GIMP 2.10.30 brachten nicht allzu viel Neues. In der Ankündigung war die Rede von Bugfix-Releases. Die Entwicklung von GIMP im Allgemeinen leidet meiner Meinung nach unter anderem auch daran, dass sich das Projekt anscheinend keinen Vollzeit-Entwickler leisten kann, was ich für ein Projekt dieser Größe und Tragweite seltsam und bedauerlich finde.
Release-Kandidat in Sichtweite
Aber zum Positiven: In ihrer ausführlichen Ankündigung der neuen Version sprechen die Entwickler von einem Meilenstein, der die Entwicklung nahe an einen ersten Release-Kandidaten heranführt. Einige der in der Ankündigung ausführlich erläuterten Highlights der neuen Version sind:
- Größe der Pinsel auf der Leinwand änderbar
- Anpassbare Modifikatoren auf der Leinwand
- Test neuer Zoom-Verhaltensweisen
- Verbesserte Tools-Pointer
- Anpassbare Farben im Schachbrettmuster
- Pinching-Geste kann Leinwand rotieren
- CMYK-Unterstützung stark erweitert
- Script-fu-server ist jetzt ein eigenes Plugin
- Verbesserte Unterstützung für die Dateiformate PSD, SVG, GIF, PNG, DDS, FLI, RAW und weitere
- Neue Dateiformate: WBMP und ANI
- Exportformate mit neuer oder verbesserter CMYK-Unterstützung
- Verbesserter Welcome Dialog
- Neues Plugin-API
- Wayland-Unterstützung verbessert
- An GTK 3 angepasste Themes
Lassen wir uns überraschen, vielleicht bekommen wir ja 2022 zumindest noch einen ersten Release-Kandidaten zu GIMP 3.0. Dem Projekt würde die damit erzeugte Aufmerksamkeit bestimmt nicht schaden.

Irgendwie muss ich mich doch wundern.
Wir sprechen immer noch von einem freien und vor allem von Freiwilligen die das Projekt betreuen, oder? Es klingt ein wenig anders wie ich finde. Da schwingt eine Erwartungshaltung mit. “Es läuft schleppend …” und so weiter. Da wird keiner bezahlt, oder? Was darf und kann ich von einem solch freien Projekt erwarten? Vielleicht verstehe ich das alles ganz falsch und bin auf dem Holzweg!
GIMP ist ja nicht eine kleine Software, die von 3 Hanseln genutzt wird, sondern ein Projekt, auf das viele User setzen. Daraus entsteht aus meiner Sicht auch eine gewisse Verantwortung. Ich würde ja auch nicht siduction morgen aufgeben, da ich weiß, dass viele Anwender das teils seit über 10 Jahren nutzen. Es gibt ja durchaus die Möglichkeit einer Finanzierung, die wenig Aufwand bedeutet, z.B. über OpenCollective.
Ich wollte auch keine Erwartungshaltung ausdrücken, sondern eher sorge um das Projekt. Die Commits gehen seit ~ 2 Jahren zurück, 3.0 kommt nicht so richtig wseiter…
Es ist eben eine “Spezialsoftware”, die nicht von jedem der Linux nutzt gebraucht wird. Das schränkt den Interessentenkreis ein.
Wenn es jetzt die “vielen” user oder Firmen gibt, die ggf auch darauf angewiesen sind, können speziell die ja jedes Jahr eine handvoll Dollar in den Topf werfen.
Blender ist auch eine Spezialsoftware und die bekommen 180.000 Euro pro Monat. Die haben aber auch mit Ton jemanden, der sich Hauptamtlich darum kümmert.
Oh Blender hat nicht nur Ton sondern eine Handvoll von Vollzeitentwicklern + Community (Er selbst schreibt keine Zeile mehr). Die Software ist aber auch dabei zu einem Industriestandard zu werden, hat Features die andere Editoren nicht haben und betreiben aktives Marketing, Kommunizieren regelmäßig über den Stand der Dinge, Showcases, Meetings, Lernkurse vor Ort und haben ein Abo Modell sowie LTS Versionen für den Profisektor. Auch können Plugin Entwickler damit gutes Geld verdienen. Das kann man mit GIMP nicht vergleichen. Würden die mal mehr nach vorne Preschen und aktiver werden, was Marketing angeht und SocialMedia mehr präsenz zeigen, würde sich das vielleicht auch mal so entwickeln.
Bei Blender war von Anfang an eine Firma mit Kunden (Support und Aufträge) dahinter, vor OpenSource und als OpenSource.
Es gibt drei gute Möglichkeiten dem Projekt finanziell zu helfen:
Jehan und Pippin würden gerne 100% für GIMP arbeiten, die zu geringen Spenden lassen es allerdings nicht zu.
Spenden an das Projekt allgemein werden für Entwicklertreffen (Flüge, Unterbringung,…) und Hardware verwendet.
Meiner Meinung nach sollte jeder der GIMP benutzt einen kleinen Obolus an Jehan oder Pippin spenden.Das oder selber mit programmieren hilft dem Projekt am meisten.
Habt ihr mal daran gedacht, sowas wie Open Collective zu nutzen? Das bindet die Community ein und kann damit die Spendenbereitschaft erhöhen. Natürlich muss man etwas Zeit investieren, um die Community über Fortschritte zu informieren. Ich bin selbst mit einem Projekt bei Open Collective und es funktioniert besser als alles, was wir vorher probiert haben.
Wenn jemand (ferdi?!) bei gimp ein Ticket einstellen würde und genau das vorschlahen, mit entsprechenden Erfahrungen. Dann könnte das gimp das evtl. mal genauer prüfen.