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Immich und FUTO: eine Bilanz

Entwickler können nicht von Luft und Liebe leben, auch wenn sie noch so viele Sterne auf GitHub haben. Als die selbst gehostete Fotoverwaltung Immich im Mai 2024 unter das Dach von FUTO, einer Organisation zur Förderung von FOSS, schlüpfte, war die Reaktion in der Community gemischt: Würde das den Ausverkauf bedeuten? Würde das Projekt seinen offenen Charakter verlieren? Würde es Paywalls geben? Zwei Jahre später zieht das Immich-Team nun öffentlich Bilanz – und das Ergebnis ist erfreulich.

Alle Versprechen eingehalten

In einem Blogpost geht das Immich-Team die ursprünglichen Versprechen, die FUTO bei der Übernahme gegeben hatte, Punkt für Punkt durch. Alle wurden demnach eingehalten:
Das Team ist von drei auf rund zehn bezahlte Vollzeit-Mitarbeitende gewachsen, verteilt über die ganze Welt. Projektleiter Alex ist nach wie vor der »benevolent dictator for life« (BDFL), an der Projektsteuerung hat sich nichts geändert. Die Lizenz ist weiterhin AGPL, und es gibt nach wie vor keine Features hinter einer Bezahlschranke.

Unterstützung freiwillig

Statt klassischer Monetarisierung setzt Immich auf freiwillige Product Keys: Wer die App nützlich findet, kann sie durch den Erwerb einer »Lizenz« unterstützen. Alle Funktionen bleiben für alle zugänglich. Ergänzend betreibt Immich sogar einen kostenlosen Tile-Server für die Community, der viele Millionen Anfragen pro Monat für die umgekehrte Geokodierung und die interaktive Weltkarte bedient.

Neue Funktionen seit dem FUTO-Beitritt

Zu den nennenswerten Funktionen, die seit dem FUTO-Beitritt geliefert wurden, zählen unter anderem: Ordneransicht, Tags, private Fotos, OCR-Texterkennung, Google-Cast-Unterstützung, HDR-Video-Unterstützung, granulare API-Berechtigungen, mobile Widgets und Chromecast-Support. Letztere wurden übrigens von Immichs erstem Praktikanten umgesetzt.

Was hat FUTO darüber hinaus ermöglicht?

FUTO hat den Immich-Entwicklern darüber hinaus die Teilnahme an Konferenzen wie der FOSDEM 2025 und 2026 sowie Spenden an abhängige Open-Source-Projekte wie libvips, FFmpeg und ExifTool ermöglicht. Zudem erhielt Immich Unterstützung bei der Personalbeschaffung sowie beim Aufbau eines eigenen Merch-Stores. Auch das Immich-Markenzeichen wurde inzwischen als Trademark eingetragen und erfolgreich durchgesetzt.

Community-Befürchtungen unbegründet

Das Fazit des Teams fällt klar aus: Keine der damals geäußerten Community-Befürchtungen hat sich bewahrheitet. Immich ist heute ein besseres Produkt, das Team ist größer, und die Zukunft scheint gesichert.

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