JingOS – Tablet OS auf Linux-Basis als Alpha-Version verfügbar

JingOS
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Seit einigen Wochen geistert JingOS aus China durch die Internet-Gazetten, ein Linux-Betriebssystem und seltener Vertreter der Gattung Tablet-OS. Es ist zwar in erster Linie für Tablets konzipiert, soll aber auch auf Convertibles und Notebooks eine gute Figur machen. Die Entwickler von JingOS gehen davon aus, dass es diese Art von Hardware ist, die künftig sowohl unsere Schreibtische bevölkert als uns auch unterwegs begleitet.

Von iPadOS gelernt, auf Ubuntu umgesetzt

Jetzt ist mit JingOS 0.6 eine erste Alpha-Version des von iPadOS inspirierten, aber auf Ubuntu basierten Betriebssystems erschienen. Bisher ist die Software nur auf wenigen Geräten getestet, unter ihnen das Huawei Matebook 14 Touch Edition. auch auf Microsofts Surface Pro 6 soll das OS initial laufen. Das nach der Devise Mobile First entwickelte System macht optisch einiges her, vieles davon bei iPadOS abgeschaut, woraus die Entwickler auch keinen Hehl machen. Realisiert wurde diese Oberfläche mit Qt und Plasma 5.20.

Linux Apps aus dem KDE-Store Discover

JingOS wird mit mehreren grundlegenden mobilen Linux-Apps ausgeliefert, darunter Benachrichtigungen, Kalender, Timer, Media Player, Photo-App und Taschenrechner. Darüber hinaus sind die KDE Konsole, Dolphin als Dateimanager, Chromium als Browser und WPS Office vorinstalliert. Weitere Desktop-Linux-Anwendungen können über den Discover-Web-Store oder per Konsole installiert werden. Da das OS auf Ubuntu basiert, ist auch Snapd standardmäßig mit an Bord.

Alpha-Version verfügbar

Die Entwickler dämpfen die Erwartungen an JingOS 0.6, denn es fehlt noch einiges an Funktionalität und der Desktop ist nicht so poliert, wie er das später sein soll. Touchpad und Touchscreen-Gesten funktionieren bisher nur auf den Referenzgeräten Surface Pro 6 und Huawei Matebook 14. Das virtuelle Keyboard fehlt, WLAN muss manuell eingerichtet werden.

Weitere Informationen im Forum

JingOS 0.8 soll im März erstmals die Stabilität für produktiven Einsatz bieten. Wer trotzdem bereits jetzt einen praktischen Eindruck gewinnen möchte, sollte das Forum von JingOS besuchen. Das jetzt veröffentlichte Abbild ist eine x86_64-Live-CD mit Calamares-Installer. Die Touch-Funktionalität ist erst nach der Installation gegeben. Der Download-Link wird derzeit nur per E-Mail verschickt. Die Credentials zum Einloggen lauten jingos:123456. Die Auflösung ist in dieser frühen Phase nur auf 2052 x 1368 optimiert. In VirtualBox oder anderen Hypervisoren kann man sich dem mit dem Setzen von 1920 x 1200 annähern.

Die Macher von JingOS arbeiten zeitgleich an einer Version für Smartphones. Auch eine Crowdfunding-Kampagne für ein Tablet namens JingPad ist geplant. Im Laufe des Jahres soll das Projekt auf GitHub zu 100 Prozent als Open Source freigegeben werden. Eine Roadmap für die nächsten Monate wurde veröffentlicht.

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13 Kommentare

    1. Die Frage ist doch immer nach def HW. Daran scheitert das immer wieder. Projekte für vereinzelte und leider auch in die Jahre gekommene HW gibt es ja durchaus. Auch das PineTab ist viel versprechend, aber…
      Vor allem nativ ohne Zwischenschichten. Custom ROMs wie LineageOS bieten ja auch einige Möglichkeiten, aber explizit dort ist die Installation oftmals alles andere wie trivial.
      Das wird bei JingOS auch interessant.

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  1. Interessant, aber zwei Dinge sind für mich noch offen:

    -Stimmt die Qualität? Oder ist das so wie mit den Bildern von den chinesischen Hochzeitskleidern, in dem Werbebild Hui und wenns ankommt Pfui? Unterstützt es eine gute deutsche Bedienung? Läuft es stabil? Optisch einigermaßen hochwertig verarbeitet? Da bin ich noch sehr skeptisch. Würde mir es erst kaufen, wenn ich mehrere Berichte lese, dass es wirklich gut idt?.

    -Wie ist das mit Tracking und Überwachung? alles freie Software, auch die Treiber. Bei Produkten aus China bin ich misstrauisch (Huawei oder Kinderspielzeug, die alles überwachen), ja ich weiß ist bei anderen Ländern ja ähnlich, aber trotzdem 😀

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      1. Ja, sie spannende Frage wird sein, wie frei die Hardware Treiber sind und ob auch der Bootloader geöffnet werden darf. Allein davon, dass da Linux drauf läuft weiß man noch nicht wirklich viel. Das kennt man ja von Android, das angeblich auch frei ist. Man wird noch bis Ende Juni warten müssen, bis man wirklich mehr weiß.

        Mir scheint, dass hier ein potenter chinesischer Hersteller Regie führt.
        Wenn man die US-Konzerne herausfordern möchte ginge das am besten mit der Kombination schickes Apple Design, leistungsfähige Hardware und auch tatsächlich ein freies Gerät. 1+2 bekommt man auch von den US-Konzernen.

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