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KDE Linux auf der Akademy 2026

Am gestrigen Sonntag hielten Harald Sitter und Nate Graham vom KDE-Projekt einen Vortrag unter dem Titel „KDE Linux at 2: what we’ve learned and how it can help you“ über das kommende KDE Linux auf der Akademy-Konferenz in Graz. Dabei ging es in erster Linie um den Entwicklungsstand nach zwei Jahren und welche Unzulänglichkeiten des Konzepts noch auszubügeln sind.

Für und wider

Der monatliche Statusbericht von Nate sah den Beta-Milestone im Juni als zu 78% erfüllt. Derzeit steht die Entwicklung diesbezüglich bei 85 %. In der ersten Hälfte des Vortrags ging es einerseits um die Vorteile der gewählten Basis wie Snapshots von /home und / und Rollback auf ältere Systemstände. Zudem soll es einen Factory-Reset geben. Als Elefant im Raum wurde das Fehlen eines Paketmanagers gesehen, denn damit lassen sich leicht potenzielle Mitstreiter abschrecken, die in einem immutable system wie KDE Linux nur auf Umwegen die für Entwicklungsarbeit notwendigen Tools installieren können.

Auch das designierte Paketformat Flatpak wurde von Nate als durchaus in Teilen kritikwürdig eingestuft, wobei Hoffnung auf eine Lösung der Unzulänglichkeiten mit Flatpak 2.0 besteht. Kritikpunkte sind etwa das Berechtigungssystem, das je nach App beim Sandboxing zu viel oder zu wenig einschränkt und somit dem Anwender Nacharbeit abverlangt. Auch der Start von Flatpaks im Terminal via kryptischer Dateinamen wurde kritisiert.

Der technische Unterbau

Ab Minute 20:05 gibt Harald unter dem Titel „Technobabble“ einen Einblick in den Unterbau von KDE Linux. Gleich in der ersten Zeile des Slides steht hinter Base OS der Begriff Arch/Buildstream. Derzeit stellt Arch Linux rudimentär den Unterbau des Systems. Das soll sich aber bereits mit der Beta ändern, wo Buildstream ins Spiel kommt.

Was ist Buildstream?

BuildStream ist ein quelloffenes, kommandozeilenbasiertes Integrationswerkzeug zum Erstellen und Zusammenführen von Software-Stacks und Betriebssystemen. Es wird unter dem Dach der Apache Software Foundation entwickelt. Im Gegensatz zu klassischen Build-Systemen wie Make oder CMake kompiliert BuildStream die Software meist nicht selbst, sondern koordiniert und automatisiert den gesamten Prozess über bestehende Build-Tools hinweg. Das Tool trennt den Build-Prozess strikt von der Verteilung. Es kann aus demselben Quellcode verschiedene Ausgabeformate erzeugen, wie z. B. Debian-Pakete, Flatpak-Runtimes oder vollständige System-Images für virtuelle Maschinen, wie sie bei GNOME OS genutzt werden. Diese Vorteile will KDE Linux nutzen, um aus demselben Quellcode verschiedene Editionen zu erstellen.

EROFS anstatt SquashFS

Aus dem Slide wird auch klar, dass KDE Linux sich ausgiebig bei systemd bedient und viele von dessen Diensten nutzt. Neben Btrfs als Dateisystem kommt auch das nur lesbare EROFS zum Einsatz. Das steht für Enhanced Read-Only File System. Ursprünglich von Huawei entwickelt, unterstützt es im Gegensatz zu älteren komprimierten Dateisystemen wie SquashFS die sogenannte In-Place-Dekomprimierung. Komprimierte Datenblöcke werden dabei so aufbereitet, dass bei Lesevorgängen keine zusätzlichen Speicherseiten (Pages) im Arbeitsspeicher zugewiesen werden müssen, was die Leistung erhöht. EROFS dient zunehmend als effizienter Unterbau, etwa im Zusammenspiel mit composefs, um Anwendungsdaten und Runtimes von Flatpak oder OCI-Containern speicherplatzsparend zu mounten, die Integrität zu validieren und Dateiduplikate systemweit zu vermeiden.

Delta-Upgrades dank desync

Ein weiterer Baustein ist desync, eine alternative Implementierung von Lennart Poetterings casync und stellt ein inhaltsadressiertes System zur Verteilung und Synchronisation von Binärdaten dar. Es teilt unter anderem Images in Chunks auf, die dann als Delta-Upgrade verteilt werden können. Als Bindeglied zwischen systemd und dem desync store dient das Wortungetüm KDE-Linux-Systemd-Sysupdate, das eine smarte Downloadverwaltung der Deltas garantieren soll.

Wann die erste Beta-Version zu KDE Linux erscheinen soll, ist noch nicht bekannt. Mehr als ein coming soon ließ sich Nate nicht entlocken.

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