Die Entwicklung von KDE Linux schreitet weiter voran. Im Monatsbericht für Oktober berichtet Nate Graham über zahlreiche Verbesserungen an der Infrastruktur und kleinere Neuerungen am System. Der Weg zur ersten Beta-Version ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Infrastruktur auf KDE-Server umgezogen
Ein Schwerpunkt der Arbeiten lag im Oktober auf der technischen Infrastruktur. Die Entwickler haben die Speicherung der Systemabbilder und den Update-Mechanismus auf einen neuen, S3-basierten Dateiserver von KDE umgestellt. Gleichzeitig wurde das automatisierte Testsystem OpenQA von einem privaten Server des Entwicklers Harald Sitter auf einen dedizierten Server innerhalb der KDE-Infrastruktur verlagert.
Beide Maßnahmen sollen den Betrieb langfristig auf eine zuverlässigere Grundlage stellen und die Abhängigkeit von privat betriebener Infrastruktur reduzieren. Für Anwender sollen die Änderungen weitgehend unbemerkt bleiben. Allerdings kann es nach der Umstellung vereinzelt zu einem protocol error beim Aktualisieren kommen. Für diesen Fall stellt das Projekt eine Anleitung zur Wiederherstellung bereit.
Verbesserungen am Installer und System
Auch an der Bedienung wurde gearbeitet. Der Installer verfügt jetzt über eine einfache Slideshow, die während der Installation Informationen einblendet. Zudem wurde ein Fehler behoben, durch den die Anzeige des Tastaturlayouts beim Entsperren eines vollständig verschlüsselten Datenträgers unleserlich dargestellt wurde.
Das KDE-Infozentrum zeigt künftig an, welche Edition von KDE Linux gerade verwendet wird. Das erleichtert insbesondere Testern die Zuordnung ihrer Installation.
Eine weitere Neuerung betrifft Spieler: Das Kernel-Modul NTSYNC ist jetzt standardmäßig aktiviert. Es stellt Synchronisationsmechanismen bereit, die insbesondere Windows-Spielen unter Wine und Proton zugutekommen und deren Leistung verbessern können.
Erleichterungen für Entwickler
Für die Softwareentwicklung enthält das Basis-Image jetzt das Paket wayland-protocols. Damit entfällt eine bisherige Hürde beim Kompilieren bestimmter KDE-Projekte direkt unter KDE Linux. Außerdem wurden zusätzliche Prüfmechanismen eingeführt, die eingereichten Code künftig automatisch auf häufige Fehler, Unstimmigkeiten und Tippfehler untersuchen.
Beta weiterhin in Vorbereitung
Trotz der Fortschritte liegt der Entwicklungsstand auf dem Weg zur Beta nach Angaben des Projekts weiterhin bei 85 Prozent, wie bereits im September-Report. Gegenüber dem Vormonat hat sich dieser Wert somit nicht verändert. Ein konkreter Termin für die Beta-Version steht noch aus.
