KDE-Entwickler Nate Graham hat seinen monatlichen Statusbericht zu dem in Entwicklung befindlichen Linux-basierten Betriebssystem KDE Linux veröffentlicht.
KDE Linux ist ein derzeit noch im Alpha-Stadium befindliches, mit Btrfs als Dateisystem erstelltes modernes, unveränderliches Basissystem nach dem A/B-Prinzip mit doppelt redundanten Root-Dateisystemen und Wayland sowie UEFI als Voraussetzung. Die Basis bildet Arch Linux, es wird allerdings kein Pacman-Paketmanagement und auch keinen Zugriff auf das AUR geben.
Umstellung des Build-Systems
Ein größeres Infrastrukturprojekt wurde abgeschlossen: Während bisher im Rahmen des Build-Prozesses Arch-Pakete erstellt und dann mit mkosi zu einem Abbild zusammengefügt wurden, wurde der Build-Prozess durch Hadi Chokr auf das hauseigene Tool kde-builder umgestellt, das KDE-Software nun direkt aus dem Quellcode kompiliert. Das bringt eine bessere Übereinstimmung mit dem Entwickler-Workflow, mehr Distro-Unabhängigkeit und dank verbessertem Caching deutlich schnellere Build-Zeiten.
Kernel ausgewechselt
Im Bereich QA arbeiten Bhushan Shah und Thomas Duckworth an einem OpenQA-basierten Testsystem, das automatisch fehlerhafte Builds abfangen soll, bevor sie veröffentlicht werden. Einen breiten Raum nimmt der Sicherheitsbereich ein. Nach mehreren Sicherheitslücken im Linux-Kernel führten Adrian Vovk, Hadi Chokr und Nate Graham ein Mini-Audit durch. Dabei wurde unter anderem auf den Vanilla-Kernel zurückgewechselt, da der Zen-Kernel kaum noch Mehrwert bot.
Kernel-Module entfernt
Außerdem wurden unsichere oder ungenutzte Kernel-Module entfernt, darunter die NTFS- und CDemu-Module zugunsten ihrer FUSE-Userspace-Varianten sowie die Out-of-Tree-Module OpenRazer und APFS. Auch Fuse2 fliegt raus, da es nicht mehr gewartet wird und bekanntermaßen unsicher ist. Ältere AppImages nehmen das übel und verweigern den Start. Bei den vorinstallierten Apps ersetzt KeepSecret künftig den oft kritisierten KWalletManager samt dessen Einstellungsseite in den Systemeinstellungen.
Kapsule für Entwickler und Enthusiasten
Für die Nutzung von Tools auf einer tieferen Systemebene für Entwickler und Enthusiasten wird weiterhin an Kapsule gearbeitet, einer auf Incus basierenden, containerbasierten Erweiterungsschicht für KDE Linux. Kapsule ist ein Tool zur Installation von Software in langlebigen Containern, das sich hervorragend in Konsole und das übrige Betriebssystem integrieren lässt. Integrationen in Kate, Systemsettings und Discover sind bereits angedacht. Kapsule wird in einigen Blogposts von Entwickler Lasath Fernando näher vorgestellt.
Die Roadmap für eine erste Beta-Version von KDE Linux weist noch einiges an Arbeit auf, ein Termin ist bisher nicht absehbar.
