Das KDE-Projekt hat Marknote 1.6 freigegeben. Die quelloffene WYSIWYG-Notiz-App speichert Notizen standardmäßig als Markdown-Dateien und lässt sich mit eigenen Icons und Akzentfarben pro Notizbuch personalisieren.
Unterordner eingeführt
Das größte neue Feature ist die initiale Unterstützung für Unterordner, mit der sich Notizen besser strukturieren lassen. Noch ist die Implementierung allerdings nicht komplett, wie Entwickler Carl Schwan in seiner Vorstellung des Updates schreibt. Unterordner müssen derzeit noch außerhalb von Marknote angelegt werden, etwa in Dolphin oder einem anderen Dateimanager. Das soll sich in künftigen Versionen ändern. Neu ist außerdem, dass jedes Notizbuch jetzt anzeigt, wie viele Notizen es enthält. Die Kommandoleiste von Marknote durchsucht nun notizbuchübergreifend alle vorhandenen Notizen.
Standardmäßig speichert Marknote Notizen in ~/Dokumente. Jedes Notizbuch ist dort ein eigener Unterordner im Ordner Notes. Die neuen Unterordner werden innerhalb des jeweiligen Notizbuch-Ordners angelegt. Seit Marknote 1.2 lässt sich allerdings auch ein eigener Ordner für die Notizen festlegen.
Blur und Emojis
Im Editor gibt es jetzt einen optionalen Hintergrund-Blur-Effekt, wie man ihn aus anderen KDE-Apps wie NeoChat kennt. Dazu kommt eine Emoji-Vervollständigung direkt im Texteditor, die das schnelle Einfügen von Emojis erleichtert. Abgerundet wird das Release durch diverse Bugfixes, Code-Aufräumarbeiten und verbesserte Übersetzungen.
Weg vom reinen Notiz-Tool
Die neuen Funktionen der letzten Updates von Marknote deuten auf eine Entwicklung weg vom einfachen WYSIWYG-Notiztool hin zu einem Markdown-basierten Wissenssystem mit Verlinkung und schneller Navigation und damit als potenzielle Alternative zu etablierten proprietären Werkzeugen wie Obsidian.
Auf Flathub ist bereits die aktuelle Version 1.6 verfügbar, ebenso in den Archiven von Arch Linux, Debian Unstable und Kaos. Weitere Distributionen werden zeitnah folgen. Der Quellcode liegt auf GitLab.

Für Notizen kann ich Zettlr wärmstens empfehlen, gibts für Linux, Mac und Windows:
https://www.zettlr.com/
Für größere Texte, annotierte PDFs und Webseiten-Snapshots Zotero (ebenfalls für alle Plattformen, incl. iOS und Android):
https://www.zotero.org/
Wer nach einem leichtgewichtigen Markdown Editor Ausschau hält, dem möchte ich an dieser Stelle retext ans Herz legen.
Mit den integrierten Verzeichnisbaum für Markdowndateien lassen sich eigene Notizbücher incl. Unterordner bestens verwalten.
Mein Eindruck von marknote ist positiv, aber die Anwendung erscheint mir vergleichsweise etwas unausgereift.
Marknote ist noch jung und in intensiver Entwicklung. Aber die Richtung stimmt meiner Meinung nach.
Herzlichen Dank!
Das sieht ja wunderbar aus.
> Mein Eindruck von marknote ist positiv, aber die Anwendung erscheint mir vergleichsweise etwas unausgereift.
Es ist ja noch jung. aber “vergleichsweise” passt schon.
Dass man dort jetzt auch Unterverzeichnisse benutzen kann ist schon mal super, allerdings kann man über das GUI (“+”) keine Dateien darin anlegen, nur auf der obersten Ebene. Die Funktionen im Drei-Punkt-Menü (rechts vom Verzeichnisnamen) sind auf Dateien gemünzt, nicht für Verzeichnisse. Umbenennen fügt z.B. eine `.md`-Endung an den Verzeichnisname 🙂 Und es ist mir schon mehrfach abgeschmiert. (größere (~30 Verzeichnisse ~1.000 Dateien) Dateibäume kopiert, umbenennen, löschen, etc. > crash)
reText hat im Gegenzug schon einiges zu bieten, das marknote noch lernen muss bzw. könnte, falls für die Autoren relevant.
– Scrollrad > Schriftgröße
– live-Vorschau
– Eigenes CSS möglich. Für z.B. Code-Hervorhebung
– mermaid-Diagramme darstellbar
FrontMatter-Blöcke blendet marknote in der Vorschau einfach aus, obwohl später im Export dann doch vorhanden (allerdings nicht schön.), während reText alles unformatiert zeigt. Da könnten beide noch was schöneres machen.
Ein mir wichtiger Punkt ist die Notierung von links. Das Standardformat z.B. `[../verzeichnis/datei.md](siehe andere Datei)`, wird von reText akzeptiert und die entsprechende Datei wird im Editor geöffnet. Marknote delegiert das an den Browser, weil es einen eigenen Tag `[[name-der-datei-auf-gleicher-ebene]]` verwendet. Das gefällt mir nicht so sehr.
Danke für diese Info. Nachdem ich vor einiger von Joplin weg bin, da mir das zu überladen war, sieht das sehr gut aus. Werde ich definitiv testen. Jetzt brauche ich nur noch etwas für Android, das mit der Datenstruktur von Marknote klarkommt.
btw: openSUSE Tumbleweed verteilt ebenfalls bereits Version 1.6 via Paketmanager.
Moin,
also das Joplin überladen ist finde nun gar nicht.
Klar, kann man Joplin mit 1000Erweiterungen vollstopfen.
Nutze Joplin seit Jahren und die Anwenung hat sich als der “Gamechanger” für meine sonst verstreut in verschiedenen Formaten “herumliegenden” Notizen erwiesen.
Da erfindet Marknote das Rad wohl gerade neu.
Um an Joplin und anderen auch nur annähernd heranzukommen wird wohl noch einige Zeit vergehen.
Ob es zur Konkurrenz wird – ich bin offen für neue Ideen.