Connections

Linksy macht KDE Connect Konkurrenz

Mit Linksy ist ein neues Open-Source-Projekt angetreten, das die Verbindung zwischen Linux-Rechnern und Android-Geräten vereinfachen will. Die Software orientiert sich an KDE Connect und dessen GNOME-Ableger GSConnect, erweitert deren Funktionsumfang jedoch um Bildschirmfernsteuerung, Webcam-Nutzung und zusätzliche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen Geräten. Seit dem 24. Oktober steht neben der GTK-Oberfläche auch eine speziell für KDE Plasma entwickelte Variante auf Basis von Qt 6 und Kirigami bereit.

KDE Connect und mehr

Wie KDE Connect ermöglicht Linksy den Austausch von Dateien, die Synchronisation der Zwischenablage und die Steuerung der Medienwiedergabe. Mit Linksy lassen sich Dateiübertragungen nach Verbindungsabbrüchen fortsetzen und werden anschließend auf ihre Integrität überprüft. Die Software unterstützt nicht nur Verbindungen zwischen Android und Linux, sondern auch zwischen mehreren Linux-Rechnern.

Deutlich über die Möglichkeiten von KDE Connect hinaus gehen einige zusätzliche Funktionen. So kann Linksy die Kamera eines Android-Smartphones als Webcam unter Linux bereitstellen. Dabei sollen Auflösungen bis 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde möglich sein. Auch das Mikrofon des Smartphones lässt sich als Audioquelle verwenden. Überdies können Anwender den Linux-Desktop auf einem Mobilgerät anzeigen und fernsteuern oder ein Tablet als zusätzlichen Bildschirm nutzen. Selbst der Zugriff auf ein Terminal des Linux-Rechners ist vom Smartphone aus möglich.

Für die Kommunikation setzt Linksy auf QUIC mit TLS 1.3 und gegenseitiger Authentifizierung. Die Kopplung erfolgt über einen QR-Code oder einen sechsstelligen Bestätigungscode. Im lokalen Netzwerk kommunizieren die Geräte direkt miteinander.

Abgesichert auch unterwegs

Eine Besonderheit von Linksy ist eine Funktion namens Unterwegs. Einmal im lokalen Netzwerk gekoppelte Geräte können sich damit auch über das Internet erreichen. Diese Möglichkeit besteht jeweils sieben Tage nach dem letzten gemeinsamen Aufenthalt im selben Netzwerk. Bei erneuter Begegnung verlängert sich die Frist automatisch. Für die Übertragung verwendet Linksy auch hier QUIC mit TLS 1.3 und überprüft die bei der Kopplung ausgetauschten Geräteschlüssel.

Befinden sich die Geräte in unterschiedlichen Netzwerken, versucht Linksy zunächst, eine direkte Verbindung herzustellen. Scheitert dies, übernimmt ein auf iroh basierender Relay-Server die Vermittlung und Weiterleitung. Dieser kann nach Angaben des Entwicklers ausschließlich verschlüsselte Datenpakete weiterleiten, nicht aber deren Inhalte einsehen. Die Übertragungsrate über den Relay-Server ist auf 16 KiB/s begrenzt, sodass sich auf diesem Weg lediglich kleinere Datenmengen austauschen lassen.

Sicherheitsrelevante Funktionen wie Bildschirmfernsteuerung, Kamera- und Mikrofonzugriff sind über das Internet standardmäßig gesperrt und müssen für jedes Gerät ausdrücklich freigegeben werden. Die technischen Grundlagen des Relay-Servers erläutert der Entwickler auf der Linksy-Webseite. Wer die Funktion Unterwegs nicht benötigt, kann sie vollständig deaktivieren.

Installation

Technisch basiert Linksy überwiegend auf Rust. Ein Hintergrunddienst übernimmt die Geräteerkennung und Kommunikation, während die grafischen Oberflächen darauf zugreifen. Die neue Plasma-Variante verwendet Qt 6 und Kirigami und fügt sich damit gut in den KDE-Desktop ein.

Aktuell liegt Linksy in Version 0.9.1 vor. Der unter der AGPLv3 veröffentlichte Quellcode ist auf GitHub verfügbar. Dort stehen DEB- und RPM-Pakete für verschiedene Distributionen bereit. Alternativ bietet das Installationsskript auch die Einrichtung als Flatpak an. Die native Qt-Version setzt mindestens Qt 6.8 und KDE Frameworks 6.13 voraus und lässt sich deshalb nicht auf allen älteren Distributionen unmittelbar installieren. Die Aufnahme in Flathub und das Arch User Repository ist geplant.

Am einfachsten erfolgt die Installation mittels curl -fsSL https://linksy.diary.mg/install.sh | sh. Das Skript erkennt die Distribution und Desktop-Umgebung, zeigt die verfügbaren Installationsvarianten an und bietet sie zur Installation an. Wer das Skript vor der Ausführung überprüfen möchte, kann es mit folgendem Befehl zunächst herunterladen: curl -fsSL https://linksy.diary.mg/install.sh -o install.sh. Anschließend lässt es sich in einem Texteditor einsehen und bei Bedarf mit sh install.sh ausführen.

Ein erster Test mit der neuen Qt-Version 0.9.1 auf zwei Linux-Rechnern und einem Google Pixel 7 verlief erfolgreich. Die Geräte ließen sich miteinander verbinden, und die getesteten Funktionen arbeiteten wie vorgesehen. Lediglich bei einem Notebook war eine manuelle Kopplung über die IP-Adresse erforderlich, da Linksy das Gerät über dessen Tailscale-Adresse erkannte. Abgesehen von dieser Besonderheit verlief der erste Praxistest ohne Probleme.

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