Mit Multipass bietet Canonical ein quelloffenes Werkzeug, mit dem sich virtuelle Linux-Maschinen schnell und unkompliziert erstellen, starten und verwalten lassen. Die Software richtet sich insbesondere an Entwickler und Administratoren, die isolierte Test- und Entwicklungsumgebungen benötigen. Ein einfacher Terminalbefehl genügt, um eine einsatzbereite virtuelle Maschine aufzusetzen. Multipass steht für Linux, macOS und Windows zur Verfügung und bietet neben der Kommandozeile auch eine grafische Oberfläche. Bisher konzentrierte sich das Werkzeug auf Ubuntu. Mit der jetzt veröffentlichten Version 1.17 ändert sich das.
Debian und Fedora offiziell unterstützt
Die wichtigste Neuerung ist die offizielle Unterstützung von Debian und Fedora. Damit öffnet Canonical Multipass erstmals für weitere Linux-Distributionen. Während Multipass bei den unterstützten Gastsystemen offener wird, hält Canonical bei der Installation unter Linux an Snap fest. Wer Multipass unter Debian oder Fedora einsetzen möchte, muss deshalb entweder Snap nachinstallieren oder auf eine selbst kompilierte Version ausweichen.
Die Grundlage dafür wurde bereits mit Version 1.16 geschaffen, die das Einbinden eigener Betriebssystemabbilder ermöglichte. Gleichzeitig wurde der Image-Katalog der grafischen Oberfläche überarbeitet. Die verfügbaren Versionen werden jetzt übersichtlich nach Betriebssystemen gruppiert.
Getrennte virtuelle Netzwerke
Neu sind außerdem sogenannte Availability Zones. Damit lassen sich virtuelle Maschinen in verschiedene Gruppen aufteilen, die jeweils über ein eigenes, von den anderen Gruppen getrenntes Netzwerk verfügen. Administratoren können einzelne Zonen gezielt deaktivieren und wieder aktivieren, um etwa Ausfallszenarien in einer Cloud-Umgebung lokal nachzustellen. Die Verwaltung erfolgt über neue Befehle wie multipass zones, multipass enable-zones und multipass disable-zones.
Aufräumarbeiten und Verbesserungen
Mit Version 1.17 entfernt Canonical einige Funktionen, deren Wegfall bereits mit Version 1.16 angekündigt worden war. Dazu zählen die Virtualisierungstreiber für LXD und libvirt. Die Mindestanforderungen neuer virtueller Maschinen steigen auf 512 MByte Arbeitsspeicher und 1 GByte Festplattenplatz.
Für die Automatisierung gibt es den neuen Befehl multipass wait-ready, mit dem Skripte warten können, bis der Multipass-Dienst einsatzbereit ist. Zudem liefert multipass exec künftig den Exit-Code des innerhalb der virtuellen Maschine ausgeführten Befehls zurück. Auch bei der Verwaltung von Zertifikaten, der Netzwerkkommunikation und der grafischen Oberfläche wurden Verbesserungen vorgenommen.
Multipass 1.17 ist über die GitHub-Release-Seite verfügbar. Dort dokumentieren die Entwickler auch sämtliche Änderungen und mögliche Inkompatibilitäten zu älteren Versionen.
