Gastbeitrag von linux-content.org
Harrison Audio Consoles ist ein Unternehmen mit Sitz in Nashville, das High-End-Mischpulte, digitale Audio-Workstations, Audio-Plug-ins und andere Audiotechnologien für die Postproduktion, Videoproduktion, Rundfunk, Beschallungs- und Musikaufzeichnungsindustrie herstellt.
Wie jetzt bekannt wurde, hat Audiotonix, u.a. Mutterkonzern von SSL, Harrison Consoles und damit die auf Ardour basierende DAW Mixbus gekauft. Offiziell soll es vorerst mit der DAW weitergehen, wie bisher geplant. Harrison ist neben SSL, Sound Devices, Slate Digital, Allen & Heath und anderen Audiofirmen nun Teil von Audiotonix. In der Pressemeldung wird sogar konkret auf die DAW und die Audio-Expertise von Harrison eingegangen – speziell Audio Processing in der Cloud und die Plug-ins.

Mixbus und Ardour ergänzen sich
Ardour ist das Grundgerüst von Mixbus. Mixbus erweitert in zwei Versionen die DAW um jeweils einen speziellen Mixer mit EQ, Compression, Limiter, Sättigung und Summierung, die den Vorbildern aus den Hardwaremixern mit proprietärem DSP-Code nachempfunden sind. Von der Entwicklung für Mixbus profitierte auch Ardour und hat über die Jahre viele Features von Mixbus übernommen.
Im Harrison-Forum schreibt Ben Loftis, Harrison Product Manager, dass er keine sofortigen Änderungen beim Linux-Support erwartet. Das »sofortig« und »erwarten”«hat einige User aufhorchen lassen. Im Ardour-Forum schreibt er allerdings, dass aktuell nur die Übernahme in trockenen Tüchern ist und Mixbus vermutlich auch ein Grund für die Übernahme war – und auch, dass der Entwicklungsplan erst einmal so weiter geht und an Mixbus 9.1 gearbeitet wird.
Auch Paul Davis, Hauptentwickler von Ardour, scheint aktuell keine Befürchtungen zu haben, dass es nun schlechter um Mixbus und dessen Symbiose mit Ardour steht. Zumindest für die nächsten 6–12 Monate. Im besten Fall wird laut Paul die DAW Mixbus nun mit mehr Geld und Tatkraft entwickelt, was auch positiv für Ardour wäre – der GPL-Lizenz und der Einstellung von Ben Loftis gegenüber Linux sei Dank.
Wie geht es weiter mit Mixbus?
Aktuell ist nur klar, dass der Mutterkonzern von Harrison Consoles nun Audiotonix ist. 2022 wurde Slate Digital gekauft, 2021 Sound Devices. Beides sind namhafte Firmen am Markt und bei beiden haben sich bisher keine negativen Auswirkungen bei den Produkten bemerkbar gemacht. Vielleicht gibt es demnächst sogar deswegen Linux-Support bei anderen Firmen? Immerhin läuft der Enterprise-Sektor bei Harrison auf Linux-Basis.
Mehr Infos: Pressemeldung bei SSL. Wer an der Erstellung von Inhalten wie Text, Audio und Video unter Linux interessiert ist, findet auf linux-content.org viele Informationen.
Bild: Harrison Consoles

Ardour ist super. Audio auf Linux auch. Mein billig-Interface von Behringer läuft mit Standardkerneltreibern und Pipewire bei 6 ms Eingabelatenz knitterfrei.
Musste nur zwei, drei Zeilen in der Wireplumber Konfiguration hinzufügen.
So, endlich Zeit gehabt, den Kommentar nochmal ein bisschen zu ergänzen, war damals nicht am Heimrechner zum Nachschauen der config.
Ardour läuft ja (wie die meisten “ordentlichen” Audioprogramme über JACK. Inzwischen unterstützt Pipewire auch Anwendungen, die JACK erfordern. D.h. der JACK-Server muss gar nicht mehr einzeln installiert werden. Unter Gentoo genügt es, das jack-sdk useflag aktiviert zu haben.
Kann mich dran erinnern, dass der JACK unter Tumbleweed auch automatisch aktiv war. Zu anderen Distris kann ich derzeit nichts sagen.
Jedenfalls hatte ich hier trotz wirklich kleiner Frames/Periods in QjackCtl beim Aufnehmen der Gitarre oder Herumspielen mit Guitarix solch hohe Eingabelatenzen, dass kein sinnvolles Arbeiten damit möglich war.
Nach ewiger Suche und Googelei bin ich dann endlich drauf gekommen, dass diese zusätzlichen Latenzen gar nicht von JACK verursacht, bzw. in den Griff bekommen werden können.
Die entstehen nämlich in ALSA!
Jetzt kann man aber über Pipewire, bzw. Wireplumber diese Latenzen abkürzen.
Je nach verwendeter Hardware mehr oder weniger gut, d.h. nicht zu weit runter gehen, sondern nur, wie es Eure Hardware erlaubt.
Meine hinzugefügten settings stehen zwischen “Beginn/Ende des relevanten Teils”,
ansonsten brauchte auf diesem System gar nichts zu verändern:
alsa_monitor.enabled = false alsa_monitor.properties = { -- Create a JACK device. This is not enabled by default because -- it requires that the PipeWire JACK replacement libraries are -- not used by the session manager, in order to be able to -- connect to the real JACK server. --["alsa.jack-device"] = false, -- Reserve devices via org.freedesktop.ReserveDevice1 on D-Bus -- Disable if you are running a system-wide instance, which -- doesn't have access to the D-Bus user session ["alsa.reserve"] = true, --["alsa.reserve.priority"] = -20, --["alsa.reserve.application-name"] = "WirePlumber", -- Enables MIDI functionality ["alsa.midi"] = true, -- Enables monitoring of alsa MIDI devices ["alsa.midi.monitoring"] = true, -- MIDI bridge node properties ["alsa.midi.node-properties"] = { -- Name set for the node with ALSA MIDI ports ["node.name"] = "Midi-Bridge", -- Removes longname/number from MIDI port names --["api.alsa.disable-longname"] = true, }, -- These properties override node defaults when running in a virtual machine. -- The rules below still override those. ["vm.node.defaults"] = { ["api.alsa.period-size"] = 128, ["api.alsa.headroom"] = 8192, }, } alsa_monitor.rules = { { matches = { { -- This matches all cards. { "device.name", "matches", "alsa_card.*" }, }, }, -- Apply properties on the matched object. apply_properties = { -- Use ALSA-Card-Profile devices. They use UCM or the profile -- configuration to configure the device and mixer settings. ["api.alsa.use-acp"] = true, -- Automatically select the best profile. This is the -- highest priority available profile. This is disabled -- here and instead implemented in the session manager -- where it can save and load previous preferences. ["api.acp.auto-profile"] = false, -- Automatically switch to the highest priority available port. -- This is disabled here and implemented in the session manager instead. ["api.acp.auto-port"] = false, -- Other properties can be set here. --["device.nick"] = "My Device", }, }, -- *** ANFANG DES RELEVANTEN TEILS *** matches = { { -- This matches the 'Behringer Audio Interface' { "device.name", "matches", "alsa_output.usb-BEHRINGER_UMC204HD*" }, }, }, apply_properties = { ["audio.format"] = "S32_LE", ["audio.rate"] = 48000, ["audio.allowed-rates"] = "44100,48000,88200,96000,192000", ["api.alsa.period-size"] = 64, ["api.alsa.period-num"] = 9 }, matches = { { -- This matches 'Mustang Micro Guitar Amplifier' { "device.name", "matches", "alsa_input.usb-FMIC_Fender_Mustang_Micro_375B38643331-00.pro-input-0" }, }, }, apply_properties = { ["audio.rate"] = 41000, ["audio.allowed-rates"] = "44100", ["api.alsa.period-size"] = 64, ["api.alsa.period-num"] = 9 }, { -- * * * ENDE DES RELEVANTEN TEILS * * * matches = { { -- Matches all sources. { "node.name", "matches", "alsa_input.*" }, }, { -- Matches all sinks. { "node.name", "matches", "alsa_output.*" }, }, }, apply_properties = { --["node.nick"] = "My Node", --["node.description"] = "My Node Description", --["priority.driver"] = 100, --["priority.session"] = 100, --["node.pause-on-idle"] = false, --["monitor.channel-volumes"] = false --["resample.quality"] = 4, --["resample.disable"] = false, --["channelmix.normalize"] = false, --["channelmix.mix-lfe"] = false, --["channelmix.upmix"] = true, --["channelmix.upmix-method"] = "psd", -- "none" or "simple" --["channelmix.lfe-cutoff"] = 150, --["channelmix.fc-cutoff"] = 12000, --["channelmix.rear-delay"] = 12.0, --["channelmix.stereo-widen"] = 0.0, --["channelmix.hilbert-taps"] = 0, --["channelmix.disable"] = false, --["dither.noise"] = 0, --["dither.method"] = "none", -- "rectangular", "triangular" or "shaped5" --["audio.channels"] = 2, --["audio.format"] = "S16LE", --["audio.rate"] = 44100, --["audio.allowed-rates"] = "32000,96000", --["audio.position"] = "FL,FR", --["api.alsa.period-size"] = 1024, --["api.alsa.period-num"] = 2, --["api.alsa.headroom"] = 0, --["api.alsa.start-delay"] = 0, --["api.alsa.disable-mmap"] = false, --["api.alsa.disable-batch"] = false, --["api.alsa.use-chmap"] = false, --["api.alsa.multirate"] = true, --["latency.internal.rate"] = 0 --["latency.internal.ns"] = 0 --["clock.name"] = "api.alsa.0" --["session.suspend-timeout-seconds"] = 5, -- 0 disables suspend }, }, }Um das bei Euch zu machen, müsst Ihr den Namen Eurer ALSA Geräte kennen.
Die findet man heraus mit
Ob da jetzt per Gerät alsa_output oder alsa_input rauskommt, war hier egal. Anscheinend wird da bei einigen Geräten nur ein input ODER ein output gelistet.
In QjackCtl steht das Behringer Interface bei mir auf samplerate 96000 / frames 32 / periods 9 – d.h. die interne Latenz von JACK Anwendungen liegt damit bei 3 ms. Die kommen auf die ALSA Latenzen oben drauf (streng genommen kommt auch noch Hardware-Latenz dazu, dass ist das, was die JACK-Leute mit so loopback Kabeln testen).
Reicht also, wenn ich’s richtig rechne (Kopfrechnen: schlecht, Sexualkunde: gut) je nach ALSA-Samplerate im besten Fall für eine Gesamtlatenz von 9 ms 😉
Ich Dussel hab natürlich vergessen, den Dateinamen anzugeben: