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Linux From Scratch gibt SysVinit-Unterstützung auf

Linux From Scratch (LFS) bietet seit 1999 eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Erstellung eines Linux-Systems nach eigenen Vorstellungen von Grund auf aus den Quelltexten. Bisher wurden die beiden Varianten LFS und BLFS (Beyond Linux From Scratch) jeweils mit Systemd und SysVinit angeboten. Jetzt kündigt das Projekt die Sysvinit-Variante ab.

Sachzwänge

Bruce Dubbs, der Managing Editor des Projekts, nennt auf der Mailingliste des Projekts zwei Gründe für die Entscheidung. Zunächst ist da die Arbeitsbelastung. LFS ist ein Projekt von Freiwilligen ohne Bezahlung. Im aktuellen Release-Zyklus, der am 1. September 2025 begann, gab es bisher 70 Commits für LFS und 1155 Commits für BLFS. Bei der Aktualisierung von Paketen müssen viele Pakete sowohl für System V als auch für systemd überprüft werden. Bei der Vorbereitung einer Veröffentlichung müssen alle Pakete für jedes Init-System überprüft werden. Diese Arbeitslast ist zu viel für das Projekt.

systemd mehr und mehr obligatorisch

Als zweiten Grund führt Dubbs an, dass Desktop-Umgebungen wie GNOME und bald auch KDE Plasma Anforderungen enthalten, die Funktionen in systemd erfordern, die in System V nicht gegeben sind. Das könne möglicherweise mit einem anderen Init-System wie OpenRC umgangen werden. Dies würde weiterhin nicht das anhaltende Problem der Arbeitslast beseitigen.

Version 13.0 ohne SysVinit

Die nächste Auflage von LFS / BLFS mit der Versionsnummer 13.0 ist für den 1. März geplant und wird ohne die Ausgabe für SysVinit erscheinen. Die aktuelle Ausgabe 12.4 wird für System V weiterhin verfügbar bleiben und somit den Bau von Linux-Systemen mit System V ermöglichen. Allerdings wird es keine Tests durch LFS-Editoren mehr geben. Dubbs betont, dass ihm die Entscheidung nicht gefällt, aber leider lassen die Sachzwänge keine andere Lösung zu.

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10 Kommentare

  1. Tja, hindert niemanden daran das Projekt zu unterstützen welches einem am meisten Passt.

    Wenn man nicht programmieren kann, gehen Spenden um Entwickler zu finanzieren.

    Und so wie ich es sehe, gehen die meisten Spenden an an Distributionen und DEs welche systemd nutzen. Und die dortigen Community unterstützen systemd.

    Ich für mein Teil betrachte es als klassisches “die breitere Unterstützung gewinnt”. Etwas was die Linux-Welt viel zu wenig hatte und nun endlich Fahrt aufnimmt. Nur deswegen haben wir mittlerweile einen enormen Fortschritt in Endanwenderfreundlichkeit usw.

    Ein Projekt das klagt “wir haben zu wenig Manpower” und ein Kommentar der sagt “mir egal, ihr habt mein alternatives init system zu untertützen!!!!111”. Wen unterstütze ich wohl… wirklich äußerst schwer…

    Ich empfehle immer über den Tellerrand zu schauen und nicht so idealistisch zu sein. Also mal genauer hinzusehen wer alles aktiv an systemd arbeitet und das ist nicht nur Pöttering.

    Dazu dann noch die Meinung DES Entwicklers schlechthin (Linus Torvalds). Pragmatischer Ansatz.

    linux-magazin.de/news/linus-torvalds-stoert-sich-nicht-an-systemd/#:~:text=ITWire%20hat%20den%20Kernelchef%20Linus%20Torvalds%20interviewt,schillernde%20Meinung%20zu%20Systemd%2C%20lie%C3%9F%20Torvalds%20wissen.

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  2. Die feindliche Übernahme der GNU/Linux Distributionen durch das systemd Geschwür schreitet fort und GNU/Linux entfernt sich immer mehr von seinen Wurzeln und Paradigmen. Das ist sehr schade und die einstige Freiheit schränkt sich immer mehr ein. Monokultur ist nie gut, weder in der Landwirtschaft noch in der Software. Windows ist doch schon schlimm genug.

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    1. Ich verstehe die Sorge vor Monokultur. Der Artikel beschreibt jedoch eine pragmatische Wartungsentscheidung eines kleinen Projekts und eine feindliche Übernahme ist bei GPL-lizenzierter Software ausgeschlossen; nebenbei: Linux selbst ist seit jeher ein monolithischer Kernel 😛

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