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Linux Mint plant neue Anwendungen

Das Linux-Mint-Team hat in seinem Monatsbericht für Oktober einen Ausblick auf mehrere Neuerungen gegeben, die für die kommende Version der Distribution vorgesehen sind. Neben einer verbesserten Unterstützung für den Ruhezustand stehen drei neue Anwendungen sowie Erweiterungen des Dateimanagers Nemo auf dem Programm. Die vorgestellten Funktionen befinden sich noch in der Entwicklung.

Ruhezustand kehrt zurück

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Energieverwaltung. Linux Mint will den Ruhezustand (Hibernation) wieder einfacher zugänglich machen. Anders als beim gewöhnlichen Bereitschaftsmodus (Suspend), der weiterhin Strom benötigt, wird der Inhalt des Arbeitsspeichers beim Ruhezustand auf einen Datenträger geschrieben und der Rechner anschließend vollständig abgeschaltet. Beim nächsten Einschalten lässt sich die vorherige Sitzung wiederherstellen.

Da Ubuntu den Ruhezustand standardmäßig deaktiviert hat, war die Funktion bislang auch unter Linux Mint nicht ohne Weiteres verfügbar. Eine neue Seite im Systemverwaltungswerkzeug soll die Einrichtung vereinfachen. Zusätzlich werden Hybrid Sleep und Suspend-then-Hibernate unterstützt. Ersteres kombiniert den Bereitschaftsmodus mit einer Sicherung der Sitzung auf dem Datenträger. Letzteres versetzt den Rechner zunächst in den Bereitschaftsmodus und wechselt bei kritisch niedrigem Akkustand automatisch in den Ruhezustand.

Drei neue Anwendungen

Mit Superlight entwickelt das Team eine neue Anwendung zur Systemüberwachung. Sie zeigt die Auslastung von CPU, Arbeitsspeicher, GPU, Netzwerk und Datenträgern ebenso an wie Temperaturen und Lüfterdrehzahlen. Überdies lassen sich laufende Anwendungen und Prozesse hinsichtlich ihres Ressourcenverbrauchs untersuchen. Eine Speicheranalyse zeigt, welche Dateien und Verzeichnisse besonders viel Platz beanspruchen. Auch der Speicherbedarf von Flatpak-Anwendungen und Steam-Spielen wird gesondert aufgeschlüsselt.

Der neue Terminalemulator Velocitty bietet eine Tab-Übersicht und anpassbare Farbschemata, wie man sie von Ptyxis kennt. Ähnlich wie bei einem Webbrowser lassen sich Tabs zwischen Fenstern verschieben oder als eigenständige Fenster öffnen. Anwender können außerdem bevorzugte Shells und Startbefehle festlegen. Die Farbe eines Tabs signalisiert unter anderem, ob eine Root-Sitzung, eine SSH-Verbindung oder ein laufender Prozess aktiv ist. Häufig verwendete Sitzungen lassen sich mit individuellen Einstellungen speichern und über eine Lesezeichenfunktion aufrufen.

Als dritte Neuentwicklung kommt Unfold hinzu, ein bewusst einfach gehaltener Archivmanager zum Anzeigen, Erstellen und Entpacken von Archiven. Er verwendet 7-Zip und 7zip-RAR und unterstützt damit auch verschlüsselte und passwortgeschützte Archive.

Nemo erhält eine Vorschauleiste

Auch der Dateimanager Nemo wird erweitert. Eine neue Vorschauleiste lässt sich über die Taste F7 oder eine Schaltfläche in der Statusleiste einblenden. Sie unterstützt Bilder, Audio- und Videodateien und zeigt zusätzliche Metadaten an. Bei Fotos gehören dazu etwa das Aufnahmedatum und das verwendete Kameramodell.

Abseits dieser Neuerungen berichtet das Team über Xenity, einen Fork von Zenity 3.44 auf Basis von GTK3. Die Anwendung übernimmt Funktionsumfang, Aussehen und Aufrufsyntax des Originals. Xenity ist bereits in den Paketquellen von Linux Mint 22.x und LMDE 7 verfügbar. Die bislang von Zenity abhängigen Cinnamon-Erweiterungen wurden entsprechend angepasst. Die angekündigten Neuerungen sind für Linux Mint 27 »Adrien« vorgesehen, dessen Veröffentlichung für die Weihnachtszeit vorgesehen ist.

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