Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz Microsoft Build hat Microsoft in einer Keynote (YouTube) von CEO Satya Nadella das Paket Coreutils vorgestellt, eine in Rust geschriebene Multi-Call-Binärdatei, die über 75 Unix-/Linux-Befehle direkt in der Windows-Eingabeaufforderung (CMD) und in PowerShell verfügbar macht. Darunter befinden sich Klassiker wie cat, ls, grep und head, die sich nun zu den bereits früher integrierten Befehlen curl und sudo gesellen.
GNU-Coreutils in Rust
Technische Grundlage ist das Open-Source-Projekt uutils, das die GNU-Coreutils in Rust neu implementiert – mit dem Ziel, Speichersicherheit und plattformübergreifende Portierbarkeit zu gewährleisten. Für Microsoft war außerdem praktisch, dass uutils unter der permissiven MIT-Lizenz steht und damit die GPL-Anforderungen der GNU-Coreutils umgangen werden.
Vereinheitlichung über Plattformen hinweg
Microsofts erklärtes Ziel ist die Vereinheitlichung der Befehlszeilen-Erfahrung über alle unterstützten Plattformen wie Windows CMD, PowerShell, WSL, macOS und Container-Umgebungen hinweg. Wer bisher zwischen Windows und Linux wechselte, musste sich zum Beispiel merken, dass ls unter CMD nicht funktioniert und stattdessen dir notwendig ist. Das gehört nun der Vergangenheit an.

Wir dürfen hier nicht rein
Allerdings gibt es Einschränkungen: Befehle, die mit bestehenden CMD- oder PowerShell-Kommandos kollidieren, wie etwa date oder rmdir, können je nach Shell, PATH-Reihenfolge oder Alias-Tabelle zu Konflikten führen. Komplett außen vor bleiben die Linux-Rechteverwaltungsbefehle wie chmod, chown oder chgrp, da Windows auf ACLs statt POSIX-Berechtigungen setzt. Auch dd fehlt vorerst noch. Installieren lässt sich das rund 4,6 MB große Paket bequem per WinGet: winget install Microsoft.Coreutils. Die Software wird auf GitHub entwickelt.
WSL Containers: Docker Desktop bekommt Konkurrenz
Auf der Build 2026 hat Microsoft eine weitere Neuerung mit Bezug zu Linux vorgestellt. Es geht um WSL Containers. Microsoft integriert damit die native Container-Plattform WSLC direkt in WSL (Windows Subsystem for Linux). Das Herzstück ist das CLI-Tool wslc.exe. Dazu gibt es eine API und ein SDK. Linux-Container laufen so direkt unter Windows, ohne Drittanbieter-Software wie Docker Desktop. Technisch setzt Microsoft auf Overlay-Dateisysteme, VHD-basierte Volumes, Virtiofs für den Dateiaustausch und optionale GPU-Beschleunigung. Die Public Preview soll mit einem der nächsten WSL-Updates kommen, ein genauer Termin wurde nicht genannt.
