Im vergangenen November berichteten wir, dass KDE plant, mit Plasma 6.8 am 14. Oktober die Unterstützung für die X11-Sitzung fallen zu lassen. Erstmals wurde das Vorhaben vor 15 Jahren von Martin Gräßlin auf dem Desktop Summit 2011 angekündigt.

Plasma 6.7 letztmals mit X11-Sitzung
Dass es jetzt wirklich so weit ist, bestätigt ein Blogeintrag von KDE-Entwickler Dave Edmundson. Das am 16. Juni zur Veröffentlichung anstehende Plasma 6.7 wird die letzte Version sein, die eine X11-Session enthält. Mit Plasma 6.8 verschwindet die X11-Session aus dem Anmeldebildschirm. Übrig bleibt ausschließlich eine Wayland-Session. Parallel dazu werden alle X11-spezifischen Code-Pfade in Plasma Shell, den Systemeinstellungen und der Gerätekonfiguration entfernt.
XWayland bleibt
Die KDE-internen Metriken zeigen, dass bereits über 95 % der Nutzer von Plasma 6.6 auf Wayland unterwegs sind. X11-Anwendungen laufen weiterhin unter Wayland, und KDE-Apps funktionieren auf anderen Desktop-Umgebungen auch künftig im X11-Modus. Auch der KDE-Anmeldemanager kann weiterhin in X11-Sessions anderer Desktops einloggen, denn nur Plasmas eigene X11-Session fällt weg.

Fehler jetzt melden
Für die Zukunft verspricht Edmundson, dass der Wegfall der doppelten Code-Pflege den Weg für neue Performance-Verbesserungen, Speicheroptimierungen und neue Features freimacht. Die Entwickler gehen nicht davon aus, dass der Übergang für alle vollkommen reibungslos verlaufen wird. Benutzerdefinierte Skripte, verwendete Tools und sogar Arbeitsabläufe müssen möglicherweise angepasst werden. Das Ziel ist jedoch, einen Übergang zu ermöglichen, bei dem weiterhin alle täglichen Aufgaben erledigt werden können.
Wer noch Probleme mit Wayland unter Plasma 6.7 hat, ist aufgerufen, diese zeitnah zu melden. Plasma 6.7 erscheint in wenigen Tagen und ist das letzte Zeitfenster, um Rückmeldungen über Probleme vor dem endgültigen X11-Abschied zu geben.
