Wir sind weit gekommen seit den »Linux is a cancer…« Vorwürfen die Steve Ballmer, der Unternehmensstrategie embrace, extend and extinguish folgend im Jahr 2001 in seiner trolligen Art und Weise äusserte . Die plakative Aussage »Microsoft Loves Linux« der letzten Jahre findet derzeit Umsetzung in Form einer Anleitung zur Installation von Linux auf der Webseite von Microsoft.
WSL, Virtuell oder Bare Metal
Das Dokument beschreibt drei Wege, eine Installation von Linux vorzunehmen. Neben dem Windows Subsystem for Linux (WSL), einer Virtuellen Maschine in der Azure-Cloud oder auf dem heimischen Rechner wird auch eine Bare-Metal-Installation beschrieben. Der Autor geht recht ausführlich darauf ein, was Virtualisierung in der Cloud oder zu Hause bedeutet. Für Einsteiger wird Ubuntu empfohlen, aber auch Arch Linux, da es dem Anwender zwar mehr abverlangt, dafür aber auch einen tieferen Einblick in die Innereien von Linux verschafft und dadurch einen höheren Lerneffekt erzielt. OpenSUSE wird als Urgestein erwähnt.
CentOS lebt?
Für Unternehmen, Organisationen und Bildungseinrichtungen empfiehlt Microsoft Red Hats RHEL oder Oracle Linux. Der Satz »CentOS is another popular enterprise distro that is community-supported but still compatible with RHEL.« entspricht dagegen wohl kaum noch der Realität und lässt vermuten, dass das Dokument zumindest zum Teil aus älteren Texten zusammengestellt wurde.
Relativ guter Überblick
Vor der Installation auf Bare Metal steht das Kopieren des Linux-Abbilds auf einen danach bootbaren USB-Stick. Auch das wird ausführlich beschrieben. Nach der Bare-Metal-Installation als Dual-Boot oder als alleiniges Betriebssystem wird APT als Mittel zum Aktualisieren des Systems vorgestellt. Snap wird dabei nicht erwähnt. Insgesamt bekommen Windows-User mit Microsofts Anleitung einen relativ guten Überblick darüber, wie die ersten Schritte in Richtung Linux aussehen könnten.
Bild: Microsoft CEO Satya Nadella | Bildquelle: Microsoft

Irgendwie schräg.
Stimmt, denn wenn MS sogar offizziell empfiehlt, dann ….. kann sich jeder selbst denken, was da ist.
Nur mal so etwas rumgesponnen.
Manchmal könnte man meinen die Gesetze des Kapitalismus spielen Linux in die Hände.
Die Entwicklung eines eigenen OS ist sehr teuer, erst recht dann, wenn das Geld gar nicht mehr damit verdient wird. Verdient wird mit Linux in der cloud und der Anwendersoftware. Was wäre da naheliegender als den NT Kernel gegen ein Linux einzutauschen. Die Aufgabe bestünde darin die Software dafür zur Verfügung zu stellen, was ja bereits im großen Stil getan wird, ich denke da z.B. an den SQL-Server. Ohne Azure nicht vorstellbar. Damit die ganzen Windowsentwickler nicht völlig durchdrehen, gibt es dann .NET für Linux (läuft ja auch schon) oder ein “NT Subsystem für WIndows” als Kompatibilitätsschicht.
Die Folge wären z.B. dass Microsoft viele Mitarbeiter entlassen kann (Gesetz des Kapitalismus), während die Linux Spezialisten bei Microsoft auf z.B. Wayland oder andere Baustellen angesetzt werden. Reines Eigeninteresse natürlich, aber dann letztlich gut für Linux überhaupt.
Andererseits könnte man aber auch denke, dass Windows – Achtung Verschwörung – als schierer Kontrollmechanismus [von Jenen die gerne alles wissen und kontrollieren wollen] gesehen und erhalten bleiben soll. Microsoft wäre bzw. ist ja jetzt schon praktisch der “Maschinenführer” der die Hebel bedient und Reporte erstellt. Ich denke da an PRISM[1]. Dass die Arbeitsgeräte, also die Rechner mit Windows aus diesem Konstrukt entfallen sollen, kann ich mir nicht so recht vorstellen. Angenommen es gäbe einen Microsoft-Desktop für Linux, wäre ein Wechsel auf einen anderen Desktop ja kein Problem mehr. Damit würde (theoretischer, oder auch praktischer) Zugriff auf ziemlich viele konkrete Geräte verloren sein. Und ich denke das dies aus Sicht [Derer die alles wissen und kontrollieren wollen] nicht passieren darf. PRISM liegt schon ein paar Jahre zurück. Die Frage lautet, hat man beschämt über die Offenlegung die Sache eingestellt oder arbeitet man schwer an der Perfektionierung und Resilienz gegen künftige Offenlegungen? Persönlich denke, dass letzteres zutrifft.
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/PRISM
Das ist eben alles nicht gut fuer Linux.
Linux ist aus einem bestimmten Grund entstanden und der Linux Spirit (ich bezeichne das mal so) ist heilig.
Gerade das macht Linux ja aus.
Ich verwende auch nach 30 Jahren Linux keine bezahl Software.
Die die wirklich Linuxer sind und nicht nur das System benutzen weil es nix kostet, die nehmen keine kommerziellen OS.
Bei Linux wird das Geld durch customizing, support und service verdient im bussiness Bereich.
Verrückte Zeiten…
Den Gedanken hatte ich auch. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als Steve Ballmer wie ein Rumpelstilzchen herumgetobt ist und Linux als “Krebsgeschwür” betitelt hat.
So ändern sich die Zeiten, wenn Wirtschaftlichkeit über Ideologie gestellt wird, wird auch über den eigenen Schatten gesprungen. Zumal MS in der Vergangenheit oft falsche Entscheidungen getroffen hatte und dann wurde versucht, das durch hohen finanziellen Aufwand auszubügeln. Siehe Windows Phone und das Ökosystem dahinter. Heute alles Geschichte.
In wie weit nun MS Einfluss auf den Kernel und Linux im Allgemeinen nimmt, lässt sich als nur Anwender schlecht einschätzen. Ich bin aber der festen Überzeugung, das die Linux Foundation auch in Zukunft, an dem festhält, so wie es in den letzten Jahren war. Auch wenn MS darin Mitglied ist.
Und L. Torvalds, trotz das er “nur” Fellow ist, hat immer noch ein großes Mitspracherecht. Das er in der Richtung einen klaren Standpunkt hat und diesen auch verteidigt, wissen wir alle.
Also ich persoenlich habe schon einige von MS zum Univention Corporate Server von Univentiongebracht. Finde ich auch besser wie den MS AD.
https://www.univention.de/produkte/ucs/