Mullvad VPN

Mullvad VPN setzt verstärkt auf WireGuard

Der in vielen Tests bei den Sicherheitsstandards stets als sehr gut bewertete schwedische VPN-Anbieter Mullvad wird ab dem 15. Januar die Unterstützung für OpenVPN abschalten und setzt fortan nur noch auf das moderne WireGuard-Protokoll. Des Weiteren führt Mullvad mit Lightweight WireGuard Obfuscation (LWO) eine weitere Verschleierungstechnik (Obfuscation) ein, nachdem im September mit QUIC-Tunnel für WireGuard bereits ein ähnlicher Ansatz übernommen wurde.

QUIC und LWO

Beide Techniken helfen in restriktiven und VPN-blockierenden Netzwerken, sichere Verbindungen aufzubauen. Beide Ansätze sind dabei für verschiedene Szenarien optimiert. QUIC basiert auf dem UDP-Protokoll gemäß RFC 9298 und emuliert HTTP/3-Webverkehr, um VPN-Datenverkehr als gewöhnlichen Internettraffic zu tarnen. Dies erschwert die Erkennung und Blockade durch Firewalls und Zensurmaßnahmen erheblich und eignet sich laut Mullvads Liste restriktiver Länder besonders für Regionen mit sehr strenger Internetzensur und tiefer Paketanalyse, wie China, Russland oder Iran. Ab Mullvad 2025.9 der Desktop-Version kann QUIC zugeschaltet werden. Die Android- und iOS-Apps werden in zukünftigen Versionen eine QUIC-Verschleierung enthalten.

LWO manipuliert dagegen speziell die Header einzelner WireGuard-Pakete, um deren charakteristischen Fingerabdruck zu verwischen, ohne gleich den gesamten Verkehr zu tarnen. Diese Methode ist ressourcenschonend und schnell, somit geeignet für Geräte mit begrenzter Leistung wie mobile Endgeräte. LWO eignet sich in Ländern mit moderater Zensur oder gelegentlichen Blockaden, in denen keine umfassende Deep-Packet-Inspection (DPI) stattfindet, zum Beispiel in der Türkei oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. LWO ist seit Version 2025.13 der Desktop-App und Version 2025.9 auf Android verfügbar.

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