Plasma Login

Neuer Plasma-Log-in-Manager vorgestellt

In der letzten Woche hat KDE-Entwickler David Edmundson einen Vorschlag für einen neuen Plasma-Log-in-Manager vorgelegt, der langfristig SDDM ablösen soll.

SDDM übernimmt

SDDM, der Simple Desktop Display Manager, erschien erstmals 2013 und wurde zunächst in Fedora 21 integriert und später von Kubuntu übernommen. Mit Plasma 5 hat KDE im Jahr 2014 seinen eigenen maßgeschneiderten, aber veralteten Display-Manager KDM zugunsten von SDDM aufgegeben. Mit der Zeit stellte sich die einschränkende Architektur von SDDM, die auf Leichtgewichtigkeit ausgelegt ist, als Problem dar. Die Zusammenarbeit mit Entwickler Pier Luigi Fiorini stellte sich zudem als schwierig heraus. So dauerte das Release von SDDM 0.20 über 2,5 Jahre, obwohl bereits eine große Anzahl an Fixes und Erweiterungen auf GitHub bereitstanden.

Nur schwer anpassbar

Mit Plasma 6 wurde SDDM näher an die KDE-Entwicklung gebunden, jedoch machte die zugrundeliegende Architektur die Erweiterung um Funktionen wie unter anderem Netzwerkmanagement, Energiesteuerung und Unterstützung für virtuelle Tastaturen schwierig bis unmöglich, ohne die entsprechenden Plasma-Backends zu anzupassen. Laut Edmundson wünscht sich das Team eine Reihe von Funktionen, die mit SDDM nicht einfach umzusetzen sind:

  • Out-of-Box-Erfahrung mit mehreren Monitoren, hohen DPI-Werten und HDR
  • Umschalten des Tastaturlayouts
  • Virtuelle Tastaturen
  • Einfache Eingabe von Chinesisch/Japanisch/Koreanisch/Vietnamesisch (CJK)
  • Helligkeitsregelung von Bildschirm und Tastatur
  • Vollständige Energieverwaltung
  • Bildschirmlesegeräte für Blinde (was wiederum eine Lautstärkeregelung bedeutet)
  • Kopplung vertrauenswürdiger Bluetooth-Geräte
  • Anmeldung bei bekanntem Wi-Fi für entferntes LDAP
  • Fernunterstützung (VNC/RDP)

Plasma Log-in Manager

Das Plasma-Team hat einen neuen Multiprozess-Greeter entwickelt, der den gleichen Startmechanismus wie der Plasma-Desktop verwendet. Der neue Anmeldebildschirm soll, ähnlich wie GNOMEs GDM einer Mini-Sitzung ähneln, die es Entwicklern ermöglicht, direkt auf Plasmas etablierte Netzwerkverwaltung, Display-Konfiguration, Helligkeitssteuerung zuzugreifen, ohne diese Komponenten anpassen zu müssen.

Für die optische Anpassung soll der neue Login-Manager an den thematischen Ansatz des Plasma-Arbeitsbereichs angepasst werden. Einfache Anpassungen wie die Auswahl des Hintergrundbildes sollen über die Steuerelemente angeboten werden, die auch auf dem normalen Plasma-Desktop verwendet werden.

Noch nicht in Stein gemeißelt

Der neue Code ist in den Repositories Plasma Login Manager und Plasma Login aufgeteilt, die zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht zusammengeführt werden. Der Code funktioniert zwar, Edmundson möchte aber derzeit noch nicht, dass der Code von Distributionen gepackt und ausgeliefert wird. Obwohl der Code funktioniert, ist laut Edmundson noch nichts in Stein gemeißelt. Die Diskussion zum neuen Log-in-Manager findet unter anderem im Plasma-Matrix-Raum statt.

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4 Kommentare

  1. Wahrscheinlich bedeutet dies ein Anfang vom Ende der Idee, jede beliebige GUI mit ein und dem selben Login-Manager starten zu können.
    Das erscheint mir spontan nur konsequent zu sein und würde einiges vereinfachen. Aber natürlich ist das ein Eingriff der erst einmal diskutiert werden sollte.

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    1. Nein, das glaube ich nicht. Diesen Stand hatten wir ja schon mal mit KDM (Für KDE 3 und 4) und GDM für Gnome. Trotzdem gibt es / gab es auch immer alternativen, LightDM beispielsweise oder eben SDDM. Ausserdem kannst du auch aus GDM Plasma starten und aus KDM konnte man Gnome starten.
      Der Vorteil für Benutzer, die nur einen Desktop installiert haben, bietet es sich jedoch an den passenden DisplayManager zu verwenden, denn wenn dein DisplayManager die gleichen Libraries nutzt wie dein Desktop, dann kannst du Einstellungen teilen. Das Beispiel mit der Tastatur wurde ja schon im Artikel erwähnt. Wenn dich mein Tastaturlayout ändern möchte, dann muss ich das zweimal machen, einmal extra in SDDM eben, und es gibt ja eben keinen Umschalter. Natürlich gibt es da dann extra Tools, die genau das machen, aber intuitiv ist es halt nicht.

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