Omarchy gehört zu den jüngeren Linux-Distributionen und entstand aus der persönlichen Arbeitsumgebung von David Heinemeier Hansson (DHH), dem Schöpfer von Ruby on Rails und Mitgründer von 37signals. Das System kombiniert Arch Linux mit dem Wayland-Compositor Hyprland und Quickshell zu einem stark vorkonfigurierten, tastaturzentrierten Desktop. Omarchy richtet sich primär an Entwickler und Power-User und verfolgt dabei bewusst einen eigenwilligen Ansatz: Statt möglichst viele Konfigurationsmöglichkeiten anzubieten, liefert die Distribution einen weitgehend festgelegten Arbeitsablauf samt ausgewählter Anwendungen und Werkzeuge.
Gründung der Omacom Foundation
Nachdem das Projekt im vergangenen Jahr deutlich gewachsen ist, stellt DHH Omarchy nun auf ein finanziell ungewöhnlich solides Fundament. Dazu gründet er die gemeinnützige Omacom Foundation, die mit einem Startkapital von acht Millionen US-Dollar ausgestattet wird. Die Stiftung soll künftig unter anderem die Markenrechte an Omarchy halten, die Infrastruktur finanzieren, das Projekt bekannter machen und Open-Source-Projekte sowie deren Entwickler unterstützen, von denen Omarchy abhängig ist.
Das Kapital stammt von acht Gründungsförderern, die jeweils eine Million US-Dollar beisteuern. Neben DHH selbst sind dies Shopify-CEO Tobi Lütke, Stripe-CEO Patrick Collison, Dell-Gründer Michael Dell, Block-, Twitter- und Bluesky-Mitgründer Jack Dorsey, Cloudflare-CEO Matthew Prince, Oculus-Mitgründer Brendan Iribe und 37signals-CEO Jason Fried.
Geld fließt bereits zu Hyprland
Wie die Stiftung das Geld einsetzen will, zeigt eine praktisch zeitgleich angekündigte Vereinbarung mit Hyprland. Die Omacom Foundation wird exklusiver Sponsor des Projekts und damit auch dessen Hauptentwickler Vaxry finanziell unterstützen. Der Vertrag läuft zunächst drei Jahre und kann um weitere zwei Jahre verlängert werden. DHH begründet das Engagement damit, dass Hyprland neben Arch Linux und Quickshell zu den drei Kerntechnologien von Omarchy gehört. Die Finanzierung soll Vaxry ermöglichen, sich auf die Entwicklung zu konzentrieren, ohne sich um kommerzielle Projekte oder die Suche nach weiteren Geldgebern kümmern zu müssen.
Mit Beginn der Förderung soll zudem das kostenpflichtige Unterstützungsmodell Hyprperks eingestellt werden. Die bislang darüber angebotenen zusätzlichen Dienste sollen anschließend kostenlos verfügbar sein; individuelle Spenden an Hyprland bleiben weiterhin möglich.
»Year of Linux on the Desktop« fördern
Die Gründung der Omacom Foundation hebt Omarchy damit aus der Vielzahl kleiner, häufig von einzelnen Entwicklern getragener Linux-Projekte heraus. Acht Millionen US-Dollar garantieren zwar keinen langfristigen Erfolg einer Distribution, verschaffen dem Projekt aber erheblichen finanziellen Spielraum. Bemerkenswert ist zudem, dass zumindest ein Teil des Geldes nicht ausschließlich in Omarchy selbst fließen soll, sondern gezielt in Upstream-Projekte, auf denen die Distribution aufbaut. DHH formuliert das Ziel gewohnt ambitioniert: Mit Omarchy und der neuen Stiftung will er dem seit Jahrzehnten beschworenen »Year of Linux on the Desktop« zum Durchbruch verhelfen.
