Open Invention Network erweitert den Schutz von Linux-Patenten

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Das 2005 ins Leben gerufene Open Invention Network (OIN) ist ein Industrie-Konsortium, das Software-Patente kauft, um diese jedermann zur freien Verfügung zu stellen. Bedingung ist, dass der Nutzer sich verpflichtet, keine Patentansprüche gegen das freie Betriebssystem GNU/Linux zu stellen.

Über 3.600 Mitglieder

Die Gründungsmitglieder von OIN waren IBM, NEC, Novell, Philips, Red Hat und Sony. Es folgten Oracle, Google und mittlerweile über 3.600 weitere Unternehmen und Organisationen, die Patente für OIN freigeben. Im Jahr 2018 brachte Microsoft seine Patente mit Ausnahme derer von Windows und Microsofts Desktop-Applikationen in das OIN ein.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung verpflichtet sich jedes der mehr als 3.600 Community-Mitglieder formell, seine Linux-Systempatente und -Anwendungen mit allen OIN-Community-Mitgliedern weltweit ohne Lizenzgebühren zu teilen. Patente, die sich im Besitz von OIN befinden, werden in ähnlicher Weise lizenzgebührenfrei an jede Organisation weitergegeben, die sich bereit erklärt, ihre Patente nicht gegen das Linux-System geltend zu machen.

Definition aktualisiert

Von Zeit zu Zeit veröffentlicht OIN Informationen über neu hinzugekommene Mitglieder, Patente und geschützte Anwendungen. Um über die Entwicklungen in wichtigen Open-Source-Projekten auf dem Laufenden zu bleiben, aktualisiert OIN seine Definition des Linux-Systems regelmäßig in einem Zyklus von 18 bis 24 Monaten.

Gerade fand eine solche Aktualisierung statt, es ist die neunte Erweiterung der Softwarepakete und Bibliotheken, die unter der Cross-Lizenz des Open Invention Network geschützt sind. Mit der aktuellen neuen Definition werden der Definition des Linux-Systems 337 Anwendungen hinzugefügt, darunter unter anderem Helm, Nix, OpenEmbedded, Prometheus und Flutter. Damit sind 3.730 Pakete gegen Patent-Trolle und andere Angriffe auf Patente geschützt, wie es in der Ankündigung auf der Webseite des OIN heißt.

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12 Kommentare

  1. Offtopic:
    Könntet ihr mal einen Artikel darüber machen, dass es zunehmend ein Problem wird bei Open Source Projekten einen Bugreport abzugeben?

    Beim QEMU Projekt braucht man dazu bspw. einen Account bei Gitlab.
    Guckt man sich aber die Terms & Conditions von Gitlab an, was für einen Textschwall man da lesen muss, um sich zu registrieren, dann vergeht einem da völlig die Lust und damit auch der Wunsch einen Bugreport bezüglich QEMU zu posten.
    Siehe:
    https://gitlab.com/users/sign_up
    https://about.gitlab.com/terms/

    Und leider wandern zunehmen immer mehr Open Source Projekte zu diesen Sammelplattformen.
    Womit man zunehmend bei immer mehr Projekten keinen Bug mehr reporten kann, weil die Lizenzbedindungs-Wall zu groß wird.

    Können diese Open Source Projekte nicht einfache Bug Report Webseiten OHNE solche Lizenzhürden machen wo man für die Registrierung bei der Bug Report Webseite nur ganz wenig Text bezüglich der Nutzungsbedingungen lesen und unterschreiben muss und dann endlich mit dem Bug Reporten beginnen kann?

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    1. Das ist in der Tat ein Problem. Deshalb habe ich für alles Wegwerfadressen.

      Bei Github bin ich garnicht mehr seitdem der Laden Microsoft ist. Da melde ich keine Bugs mehr. 😀

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  2. Die Firmen erklären, sich gegenseitig bei der Nutzung der jeweils eingebrachten Software nicht auf Patentrechte zu verklagen.
    Ich interpretiere dies als Bündnis gegen freie Software. Denn die Patente bleiben bestehen.
    Anders wäre es, wenn man die jeweiligen Lizenzen der Software in GPL abändert.

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    1. Ferdinand:
      “Bedingung ist, dass der Nutzer sich verpflichtet, keine Patentansprüche gegen das freie Betriebssystem GNU/Linux zu stellen.”

      Und Du so:
      “Die Firmen erklären, sich gegenseitig bei der Nutzung der jeweils eingebrachten Software nicht auf Patentrechte zu verklagen.”

      Und ich so:
      Hä?

      Zwinkewinkegruß

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      1. Mit “Nutzer” bist nicht du oder ich gemeint sondern die Firmen, die sich zu dieser Allianz verbündelt haben. “Das Linux System” was hier gemeint ist, ist nicht GNU/Linux sondern ein, von dieser Allianz mit unfreier Software angereichertes Linux.

        Siehe:
        In other words, OIN protects essential Open Source technologies by facilitating freedom to operate in a patent cross-licensing network. The coverage area or scope of the OIN community cross-license is defined by a list of software packages and is called the Linux System. The Linux System includes core Linux and adjacent Open Source technologies.

        Und einen lieben Gruß zurück

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  3. Das ganze ist doch gift für wirkliche freiheit. siehe auch:

    > Im Jahr 2018 brachte Microsoft seine Patente mit Ausnahme derer von Windows und Microsofts Desktop-Applikationen in das OIN ein.

    Da wo es manchmal wichtig wäre am Linux Desktop Dinge wie Active Directory oder Active Push implementieren zu können.

    Oder dass auch die BSDs NTFS oder Exfat patentfrei implementieren dürfen, das ist beim OIN natürlich nicht drin, meines Wissens (ich lass mich gern vom gegenteil überzeugen, dass jedes freie betriebssystem die sachen die vom OIN geschützt sind, implementeiren und ausrollen darf)

    Ob sich das OIN wirklich für Freiheit der Nutzer interessiert oder nicht doch einfach nur um Geld, ist aus meiner Sicht nicht klar.

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        1. Es handelt sich dabei nicht um freie Software. Mit anderen Worten: Diese Art des freien Unternehmertums beschränkt deine Freiheit diese Software zu nutzen, sie zu verteilen und die Freiheit sie auf deine Bedürfnisse anzupassen.

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          1. Das ist doch nur theoretisches Gerede; sorry!
            Wieviele Menschen sind in der Lage, irgendeinen Quellcode zu lesen, zu verstehen, zu ändern wie sie es wollen, keine Fehler einzubauen und so weiter?
            Natürlich kennst Du einen, der das kann, toll, aber ich kenne hunderte, die das nicht können, und deshalb auch kein Problem damit haben, für gute Software zu bezahlen, auch wenn sie Patentgeschützt und Closed ist!

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