In letzter Zeit ist immer wieder zu lesen, Open Source sei in Schwierigkeiten, weil Entwickler sich bis zum Burn-out überlasten, während große Firmen die Früchte ernten und nichts zurückgeben. Um den Menschen, die aus Überzeugung oft viele Jahre in Open-Source-Projekte investieren, zumindest ein wenig Anerkennung zukommen zu lassen, hat Boris Hinzer im November eine Petition gestartet, die die Anerkennung von Open-Source-Arbeit als Ehrenamt in Deutschland zum Ziel hat. Bisher haben bereits 7.200 Menschen unterschrieben. Aber das reicht nicht aus, um dem Anliegen genügend Gewicht zu verleihen.
Über die Tech-Bubble hinaus
Wir halten dieses Anliegen aus langer Erfahrung und vielen Gesprächen mit Kollegen über die Mitarbeit in Open-Source-Projekten für bedeutungsvoll und halten es für wichtig, dass es auch über unsere Tech-Bubble hinaus Verständnis findet. Unsere Bitte an euch: Geht auf die Webseite von openPetition und unterschreibt die Petition, falls ihr das noch nicht getan habt. Liked die dort zu findenden Social-Media-Links und teilt, wenn möglich, das Bild mit dem Petitionslink per WhatsApp. Erzählt euren Freunden außerhalb der Bubble von diesem Anliegen.

Sind CCC, KDE, … keine Vereine mit Ehren- wie Hauptamtlichen Mitgliedern? Von mir ein klares nein.
Ich habe die Petition unterschrieben, da ich grundsätzlich dafür bin. Aber die in den anderen Kommentaren aufgeführten Bedenken halte ich ebenfalls für berechtigt. Genau das habe ich mir auch überlegt: Wie soll das überprüft werden? Wie kann Missbrauch verhindert werden? Wer entscheidet, welche Open Source Projekte förderungswürdig sind? Ich hoffe man findet da Lösungen ohne ein neues Bürokratiemonster in die Welt zu setzen.
Wie soll das denn kontrolliert/geprüft werden? Und was soll sich da qualifizieren?
Ich halte das nicht für sinnvoll durchführbar, dann lieber gar nicht.
Ganz ehrlich: Ich halte von dieser “Ehrenamts-Einstufung” nichts!
Das bläht den staatlich-administrativen Wasserkopf nur weiter auf und öffnet Mißbrauch Tür und Tor. Wer kontrolliert, welche dann steuerbefreiten Aufwände tatsächlich anfallen? Der Vergleich mit ehrenamtlicher Tätigkeit in Vereinen geht in die falsche Richtung, da dort interne Kontrolle durch verpflichtenden Strukturen (Vereinsämter, Vorstandsentlastung und Protokolle) stattfindet.
Ich nutze bzw. betreue beruflich selbst große Open Source Softwareprojekte, die maßgeblich durch kommerziellen Support von externen Dienstleistern weiterentwickelt werden. Das funktioniert gut und ich sehe darin keinen Widerspruch zum Open Source Gedanken, im Gegenteil: Ich würde mir wünschen, dass sich in der Community standardisierte und einfach umsetzbare Modelle zur finanzierung solcher Projekte durchsetzen, die für Entwicklung und Support finanzielle Anreize setzen.
Ich sehe hier primär Distributionen mit ihrem Paketmanagement und Plattformen wie Flathub in der Pflicht: Hier fallen Daten zur Nutzungshäufigkeit von Paketen an. Was spricht dagegen, hier zentral im Abo-Modell (ja, durchaus, Preise gestaffelt nach privat- und institutionellen Nutzern) erzielte Einnahmen – gewichtet nach Paket-Nutzungshäufigkeiten – an die Entwickler zu verteilen?