Unternehmen im Hardware-Sektor kämpfen derzeit mit exorbitanten Preissteigerungen bei RAM- und Flash-Bausteinen. Die Hersteller suchen nach Wegen, um kostensparender arbeiten zu können.
Die Raspberry Pi Foundation hat in der derzeitigen Krise vor wenigen Tagen zum zweiten Mal ihre Preise angehoben. Ein Raspberry Pi 5 mit 16 GByte RAM verteuert sich dadurch um 60 USD auf über 250 USD. Die Foundation versucht mit dem neuen Raspberry Pi 4 Model B Rev 1.5 kostengünstiger zu produzieren.
Cleverer Trick
Die Entwickler nutzen dabei einen cleveren Trick, indem sie den RAM auf zwei kleinere und somit günstigere Chips aufteilen, von denen einer auf der Rückseite des SBC verlötet wird. Wie einem PDF-Dokument der Foundation zu entnehmen ist, kommt dabei eine Löttechnik namens intrusives Reflow-Löten zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Fertigungsoptimierung, die schnelle Montagezeiten ermöglicht, da Durchsteckbauteile gleichzeitig mit den Bauteilen auf der Oberseite gelötet werden.

Keine Unterschiede bei der Leistung
Die neue Version 1.5 bleibt mit allem vorhandenem Zubehör kompatibel. Voraussetzung ist eine aktuelle Bootloader-Version in Raspberry Pi OS vom 9. Januar 2026 oder später. Version und Datum der Veröffentlichung des Bootloaders verrät der Befehl vcgencmd version. Auf der sicheren Seite ist man mit einer frischen Installation des OS.
Keine Ersparnis für Endkunden
Mit der Dual-RAM-Methode will die Foundation auch der anhaltenden Unsicherheit in der Lieferkette und dem Preisdruck bei Bauteilen begegnen. Revision 1.5 wird die vorhandenen Varianten nicht ersetzen, sondern wird parallel produziert. Für Endkunden sind derzeit keine Preisvorteile zwischen Rev 1.4 und Rev 1.5 erkennbar. Diese wären vermutlich minimal, die Einsparungen entstehen in der Maße.
