Raspberry Pi OS

Raspberry Pi OS mit modernisiertem Desktop

Vor einigen Tagen hat die Raspberry Pi Foundation eine neue Version von Raspberry Pi OS herausgegeben. Der Desktop des Betriebssystems für den Raspberry Pi bekommt damit ein deutlich moderneres Erscheinungsbild.

Neue Komponenten

Das Update bringt ein neues Dock, einen grafischen Anwendungsstarter und eine überarbeitete Fensterverwaltung in die Desktop-Oberfläche. Die Neuerungen bleiben allerdings optional, denn nach dem Update präsentiert sich der Desktop zunächst einmal wie gewohnt.

Wayland und labwc

Der Raspberry-Pi-Desktop geht ursprünglich auf LXDE zurück, hat technisch mit seinem Vorbild mittlerweile aber nur noch wenig gemeinsam. Unter der Haube setzt Raspberry Pi OS inzwischen auf Wayland und den Compositor labwc. Bei der Bedienung hielt das Projekt bislang jedoch weitgehend am klassischen Konzept aus Taskleiste, Startmenü und Statusbereich fest.

Neues Dock

Mit dem neuen Dock können Anwender jetzt eine Bedienung wählen, die stärker an aktuelle Desktop-Umgebungen erinnert. Ein neuer grafischer Launcher zeigt installierte Anwendungen als Symbole an, die sich durchsuchen und per Drag-and-drop anordnen lassen. Optional können Programme weiterhin nach Kategorien gruppiert werden. Ein zweites Widget kombiniert Schnellstarter und Fensterliste: Laufende Anwendungen erscheinen als Symbole im Dock, wobei die Anzahl der geöffneten Fenster als Zahl angezeigt wird. Über das Kontextmenü lassen sich einzelne Fenster auswählen, maximieren oder ausblenden.

Drei Varianten

Im Kontrollzentrum stehen drei vorkonfigurierte Varianten zur Wahl. Taskbar entspricht weitgehend dem bisherigen Desktop, Dock ersetzt die Taskleiste durch das neue Dock und Taskbar / Dock kombiniert beide Ansätze. Dock und Taskleiste lassen sich zudem automatisch ausblenden. Über eine neue Widget-Konfiguration können Anwender festlegen, welche Elemente an welcher Position erscheinen.

Schlanker Desktop

Auch an anderer Stelle hat Raspberry Pi nachgebessert. Wer keine Symbole auf dem Desktop benötigt, kann die bisher von PCManFM dargestellte Arbeitsfläche deaktivieren. Das Hintergrundbild übernimmt dann das wesentlich schlankere swaybg, was Arbeitsspeicher spart. Raspberry Pi empfiehlt diese Einstellung insbesondere auf Geräten mit weniger als 2 GB RAM. Das automatische Einhängen von Wechseldatenträgern wurde aus dem Dateimanager in ein separates Plug-in verlagert.

Neu hinzugekommen ist außerdem eine zentrale Verwaltung für Tastenkürzel. Auch die Screenshot-Funktion wurde erweitert: Nach Druck auf Print lässt sich die Aufnahme nun direkt in einem Bildeditor öffnen oder in die Zwischenablage kopieren. Mit Alt+Print kann zuvor ein Bereich des Bildschirms ausgewählt werden. Daneben bietet das Uhr-Widget jetzt auf Wunsch auch eine analoge Darstellung.

Die Änderungen sind Bestandteil eines neuen Raspberry-Pi-OS-Images und lassen sich für Bestandsanwender über sudo apt update und sudo apt full-upgrade einspielen. Laut Raspberry-Pi-Entwickler Simon Long sind die Neuerungen ausschließlich für die auf Debian 13 »Trixie« basierende Ausgabe vorgesehen; die ältere Bookworm-Version erhält nur noch Sicherheits-Updates. Weitere Details zum neuen Raspberry Pi OS hat Entwickler Simon Long im Blog des Projekts hinterlegt.

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